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Filmkritik

"Mission: Impossible - Fallout": Atemlose Action und amüsante Selbstironie

Kaum Ermüdungserscheinungen: Im adrenalingeladenen und herrlich absurden "Mission: Impossible – Fallout" rettet Superagent Ethan Hunt zum sechsten Mal die Menschheit – und den Kinosommer.

Man muss schon genau hinsehen, doch Ethan Hunt alias Tom Cruise rettet hier gerade die Menschheit vor Atombomben.

von Sonja Wenger

Und wieder einmal hängt Ethan Hunt alias Tom Cruise in einer Steilwand, während die Welt droht unterzugehen. Wird es ihm – wie stets in der sprichwörtlichen letzten Sekunde – gelingen, die nuklearen Bomben zu entschärfen, die in «Mission: Impossible – Fallout» die Menschheit bedrohen? Wird er seine Freunde vor dem Untergang bewahren? Und dem Bösen einmal mehr ein Schnippchen schlagen? In der nunmehr sechsten Auflage der populären Agentenfilmserie darf – ohne als Spielverderber zu gelten – verraten werden, dass die Mission zwar stets unmöglich ist, es das Team um Agent Ethan Hunt dennoch schafft, jedes «Was-auch-immer-gerade-die-Welt-bedroht» zu entschärfen. Dafür krallt sich Hunt an alles, was ihm den Boden unter den Füssen entzieht, egal ob er einen Plan hat oder nicht.

Sein Standardsatz «Ich denk mir was aus», während er bereits am Helikopterseil hängend abhebt, wird so bewusst zum Dauerwitz. Altbekanntes also, auch in «Mission: Impossible – Fallout», bis hin zu einem Wiedersehen mit liebgewonnen Charakteren. Einmal mehr sind Benji Dunn (Simon Pegg), Luther Stickell (Ving Rhames) sowie Hunts Spiegelbild Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) mit von der Partie, während neu «Superman» Henry Cavill als CIA-Wachhund August Walker allen das Leben so schwer wie möglich macht.

Als klare Fortsetzung zu «Mission: Impossible – Rogue Nation» konzipiert, widmet sich «Fallout» nun dem Thema Bedrohung durch Atombomben. Zwei Jahre nach den Ereignissen von «Rogue Nation» angesiedelt, als Hunt von seiner Spezialeinheit IMF (Impossible Missions Force) ausgeschlossen wurde und auf eigene Faust gegen ein weltweit agierendes Syndikat ehemaliger Topagenten kämpfte, ist dieses aktiver denn je.

In der Folge braust Tom Cruise mit seinem eingespielten Team während zweieinhalb Stunden über die Leinwand um zu verhindern, dass die Bösen in den Besitz von drei Plutonium-Kugeln gelangen und damit Tod und Verderben über die Menschen bringen. Mithilfe der zum Klassiker avancierten, herrlich absurden Gummimasken, viel dramaturgischer Chuzpe und grossem physischen Einsatz entfaltet sich in «Fallout» eine rasante Geschichte über gruselige Theorien zur Weltverbesserung.

Zwar verfügt der Film über weniger Humor als frühere Ausgaben. Doch die zelebrierte Selbstironie ist grandios, denn wie gewohnt geht vieles schief und nur dank Hunts Improvisationsfähigkeiten schaffen es unsere Helden, sich aus dem Schlamassel von Verrat und Doppelspiel zu befreien.

Um all dies so realistisch wie möglich darzustellen, bretterte Cruise höchstpersönlich auf dem Motorrad durch Paris, absolvierte hundert Absprünge aus höchster Höhe für spektakulärste Aufnahmen und flog gar eigenhändig einen Helikopter. Doch selbst an Cruise nagt der Zahn der Zeit – wenn auch weniger gefrässig als üblich. Bei einem Sprung über den Dächern Londons hatte er sich bei den Dreharbeiten einen Knöchel gebrochen. Seither weiss auch die weniger filmaffine Welt, dass Cruise seine Stunts selbst ausführt und die Macher auf viele der üblichen computergenerierten Tricks verzichten – wobei man den Anteil eines guten Filmschnitts bei atemberaubenden Verfolgungsjagden nicht unterschätzen sollte.

All dies macht «Mission: Impossible – Fallout» zu einem präzisen und adrenalingeladenen Action-Film, vielleicht sogar zum besten dieses heissen Sommers. Und mutig ist er obendrein: So ist jene Szene, in der sich Cruise den Knöchel gebrochen hat, im Film zu sehen – und für einmal ist sogar der Schmerz auf der Leinwand echt.

Info: In den Kinos Lido 1, Rex 1 und 2 und Cinedome, Biel. Auch in Grenchen und Lyss.

BEURTEILUNG BT-FILMKRITIKER
- Sonja Wenger: **** (von 5 Sternen)
- Simon Dick: **** (von 5 Sternen)
- Roger Duft: **** (von 5 Sternen)
- Yannik Leibacher: **** (von 5 Sternen)
- Raphael Amstutz: *** (von 5 Sternen)
- Sven Weber: *** (von 5 Sternen)

 

Stichwörter: Filmkritik

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