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Filmkritik

"Avengers: Infinity War": Ein episches Familientreffen

Der neue Avengers-Film ist da. Wer nur Bahnhof versteht, sollte trotzdem weiterlesen. Denn mit diesem Blockbuster, in dem so viele Superhelden wie noch nie aufeinandertreffen, wird Filmgeschichte geschrieben. Eine Marke feiert sich selber.

Ein Bösewicht mit Handschuh: Der unbesiegbare Thanos (Josh Brolin) hat bald alle mächtigen Infinity-Steine beisammen.

von Simon Dick

2008 wurde mit «Iron Man» das Marvel Cinematic Universe losgetreten. Eine gigantische Film-Franchise, die verschiedene Charaktere aus der Comicwelt auf der grossen Leinwand inhaltlich miteinander verbindet. Es folgten zahlreiche Filme mit Superhelden, die sich schliesslich im ersten «Avengers»-Film 2012 vereinten. Danach gab es noch mehr Filme mit noch mehr Superhelden und 2015 wieder eine Vereinigung bei «Avengers: Age of Ultron». Auch danach: Noch mehr Filme, noch mehr Figuren.

Zehn Jahre nach dem Startschuss donnert nun «Avengers: Infinity War» ins Kino und lässt seine Muskeln spielen. Alle Heldinnen und Helden, die während Jahren behutsam aufgebaut wurden, treffen aufeinander. Das Marvel Cinematic Universe hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Familie kämpft geschlossen gegen einen Bösewicht, der schon in vorherigen Filmen kurz angedeutet wurde.

Der mächtige Thanos (Josh Brolin) ist auf einem Zerstörungsfeldzug quer durch das Universum. Um seine Dominanz zu festigen, sammelt er die sechs mysteriösen Infinity-Steine, die ihm noch mehr Kraft und Macht verleihen. Viele Edelsteine fehlen ihm nicht mehr. Das Schicksal der gesamten Menschheit, ja der gesamten Galaxie, steht auf dem Spiel.

Ein riesiges, nie dagewesenes Staraufgebot stellt sich dem Oberschurken: Iron Man (Robert Downey Jr.), Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans) und viele mehr aus dem Marvel-Kosmos stehen stramm und sind bereit. Doch damit nicht genug. Auch die Guardians of The Galaxy aus den gleichnamigen beiden Filmen gesellen sich dazu.

Es bildet sich schliesslich eine Masse, die doch eigentlich ohne Probleme einen einzelnen Schurken bodigen könnte. Doch das Vorhaben ist schwieriger als gedacht. Persönliche Fehden, sture Charaktere und Probleme aus der Vergangenheit sorgen wie bei jeder Familienfeier für Irrungen und Wirrungen. Dass Superhelden nicht nur super sind, sondern hinter den ausgefallenen Kostümen auch ihre Schwächen besitzen, zeigt dieses Werk eindringlich. Die Charaktere sind trotz ihrer Spezialfähigkeiten keine Übermenschen. Das ist eine der geheimen Zutaten dieses opulenten Familientreffens. Trotz optischer Schauwerte und digitalem Überschuss – es menschelt halt auch sehr zwischen den Zeilen und es darf auch mal ordentlich gelacht werden.

Der neue «Avengers»-Streifen ist ein episches Fest für Freundinnen und Freunde der Marvel-Comics und generell eine Pflicht für Fans der Populärkultur. Dieser Film ist so gefüllt mit Figuren, Querverweisen und Fan-Service, dass es einem schwindlig werden kann. Als Freund dieses seit Jahren behutsam aufgebauten Filmuniversums ist es eine wahre Freude zu sehen, wie alles wie aus einem Guss ineinanderfliesst und der Kreis sich schliesst.

Und wenn man nach der zweieinhalbstündigen Effekt- und Drama-Sause gar nicht aufstehen möchte, sondern wissen will, wie es weiter geht, haben die Macher vieles richtig gemacht. Auch wenn man mit einigen Drehbuchentscheidungen so gar nicht einverstanden ist.

Info: In den Kinos Apollo, Lido 1, Rex 1/2 und im Cinedome, Biel;auch in Grenchen und Lyss. In einer 2D- und einer 3D-Version.

BEURTEILUNG BT-FILMKRITIKER
- Simon Dick: **** (von 5 Sternen)
- Mario Schnell: *** (von 5 Sternen)

Stichwörter: Filmkritik

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