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2. Liga interregional

SV Lyss rettet verkorkste Saison

Der SV Lyss hat gegen Romontois 3:1 gewonnen. Mit diesem ersten Heimsieg der Saison sichern sich die Lysser frühzeitig den Ligaerhalt. Im Verein wird es zu Veränderungen kommen.

Der SV Lyss strukturiert um. Wird Stürmer Nathan Truffer (Mitte, im Spiel gegen Courtételle) auch nächste Saison in Lyss spielen? Bild: Olivier Gresset/a

von Moritz Bill

Vor der Saison war vom Aufstieg die Rede - kurz vor Ende der Saison wurde beinahe der Abstieg zum Thema. Dank des ersten Heimsiegs der Saison  hat sich der SV Lyss am Samstag nun aber den Ligaerhalt gesichert. Dementsprechend gross war die Erleichterung bei Interimstrainer Stephan Heiniger. Er sprang Ende April notgedrungen ein, nachdem sich Philipp Eich nach nur einem Monat im Amt aus dem Staub gemacht hatte (das BT berichtete).

Da er dem Team schon zuvor «nahe» gewesen sei, habe der Trainerwechsel keine Probleme verursacht, sagt Heiniger, der auch als Technischer Leiter/ Spiko tätig ist und sich schon in der Vergangenheit als Feuerwehrmann zur Verfügung gestellt hatte. Trotzdem: Die vielen Trainerwechsel - Heiniger ist nach Privitelli, Baumann und Eich bereits der vierte der laufenden Saison - sorgen zwangsläufig für Unruhen in der Mannschaft. Das sieht auch Präsident Christian Mosimann so, und fügt an: «Deshalb konnten wir nicht wirklich die Spieler in die Verantwortung nehmen. Ihnen war die Verunsicherung zuletzt anzusehen.»

Doch nicht nur an der Seitenlinie kam es zu Veränderungen. Mit Cédric Roth, Adrian Brack, Tobias Küffer und Sascha Deon verliessen vier Stammspieler im Laufe der Saison den SV Lyss. Und auch Spielertrainer Privitelli hinterliess auf dem Platz eine Lücke. Zudem fielen diverse Spieler verletzungsbedingt aus. Unter diesen Umständen war das Saisonziel im Nachhinein betrachtet zu hoch gesteckt.

 

Alles hängt vom Trainer ab

Wie geht es nun nach dieser verkorksten Saison weiter mit dem SV Lyss? «Solange der neue Trainer und das Kader noch nicht bekannt sind, können wir kein Saisonziel formulieren», sagt Heiniger. Für den Trainerposten sind momentan zwei Kandidaten im Gespräch, deren Namen nicht kommuniziert werden. Klar ist jedoch bereits jetzt, dass der neue Coach einen grossen Einfluss auf das Gesicht des künftigen Teams haben wird. «Viele Spieler wollen vor ihrer Zusage wissen, unter wem sie spielen werden. Das ist eine schwierige Situation», sagt Mosimann. Bis spätestens zum Saisonende in zwei Wochen soll der Vertrag mit dem neuen Trainer deswegen unter Dach und Fach sein. Da der neue Trainer auch die Funktion des Sportchefs ausüben soll, ist in Anbetracht der bevorstehenden Transferperiode eine baldige Lösung erstrebenswert.

 

Keine Spesenzahlungen

Nicht nur der neue Coach, sondern auch eine Philosophie-Änderung könnte zu Abgängen führen. Was als Gerücht die Runde machte, bestätigt Heiniger gegenüber dem «Bieler Tagblatt». Der SV Lyss wird fortan seinen Spielern keine Spesenentschädigungen mehr zahlen. Neben der Ausgabensenkung soll mit dieser Massnahme auch der Teamgeist gefördert werden. Bis anhin erhielten die Spieler individuelle - dem Anfahrtsweg entsprechende - Spesenzahlungen. «Wenn sich ein Spieler nun für einen Klub nahe seinem Wohnort entscheidet, kann ich das nachvollziehen», sagt Heiniger. Bis jetzt hätten aber schon mehrere Spieler mündlich ihren Verbleib beim SVL zugesichert.

Eine weitere Änderung wird es im Vorstand geben. Präsident Mosimann stellt sich an der GV im August aus beruflichen Gründen nicht zur Wiederwahl. Wer sein Nachfolger wird, ist derzeit offen. «Da es sich dabei um ein Ehrenamt handelt, ist die Suche nach einem neuen Präsidenten noch schwieriger als jene nach einem neuen Trainer», sagt Heiniger mit einem Augenzwinkern.

 

Zwei Penaltys, viel Metall

 

Der SV Lyss war von Beginn weg gewillt, sich mit einem Sieg gegen den angereisten CS Romontois den Ligaerhalt zu sichern. Die Lysser erspielten sich teils schön herausgespielte Chancen, sündigten aber gegen die abstiegsge-fährdeten Bernjurassier im Abschluss. Das Heimteam bekundete aber auch Pech: Avdilji und Cordeiro scheiterten am Pfosten. Doch auch auf der Gegenseite bewahrte zweimal die Torumrandung die Lysser in den ersten 45 Minuten vor einem Rückstand. Romontois war trotz weniger Spielanteilen mit schnell ausgeführten Kontern vor das Lysser Tor vorgedrungen. Und auch nach Wiederanpfiff ging das «Metall-Schiessen» weiter. Gäste-Captain Panchaud traf nach rund einer Stunde die Latte. Besser machte es Lyss-Topskorer Cordeiro, der sechs Minuten später sein Team vom Penaltypunkt aus in Führung schoss. Der kurz zuvor eingewechselte Brack war im Strafraum gefoult worden. Nur vier Zeigerumdrehungen danach erhöhte Truffer auf 2:0. Zwar konnte Romontois unmittelbar danach verkürzen, doch Cordeiro sorgte mit seinem zweiten Elf-metertreffer zwei Minuten vor Schluss für die Entscheidung.

 

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