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2. Liga regional

Kopf lüften beim FC Nidau

Der noch sieglose FC Nidau hat dieses Wochenende spielfrei und Zeit, Korrekturen anzubringen. Eigentlich passe alles, nur die Resultate würden nicht stimmen.

Im Tiefflug: Der FC Nidau (im Bild links Luca Troilo) ist in dieser Saison noch nicht in die Gänge gekommen. copyright: Matthias Käser/Bieler Tagblatt

Moritz Bill

Die Pause kommt gerade richtig. Da ist man sich beim FC Nidau einig. Weil der FC Schönbühl die Viertrunden-Partie nach hinten verlegt hat, sind die Nidauer dieses Wochenende spielfrei.

Gerade zum richtigen Zeitpunkt deshalb, weil dem FC Nidau der Saisonstart gründlich missglückt ist. Mit nur einem Punkt liegt die Mannschaft von der Burgerallee auf einem Abstiegsplatz. Mit 1:8 weist man zudem das schlechteste Torverhältnis der Gruppe auf. Nicht zuletzt, weil das letzte Heimspiel gegen den FC Courgenay sogleich mit 1:5 verloren ging.

Nun ist «Kopf lüften» angesagt, wie es Captain Dominic Mülchi und Flügel Luca Troilo unisono sagen. «Mal ein Wochenende abseits des Fussballs tut uns sicher gut», erläutert Troilo, «danach können wir uns frisch auf die nächsten Spiele konzentrieren», ergänzt Mülchi.

Von einer Krise will man nach nur drei Matches nicht sprechen. «Den Notstand haben wir sicherlich nicht ausgerufen», sagt Captain Mülchi. Und Troilo beteuert, dass innerhalb des Teams eigentlich alles passe, einzig die Resultate bis jetzt nicht stimmen würden.

 

«Es braucht Zeit»
Woran das geschuldet ist, darüber herrscht beim FC Nidau auch Einigkeit. Die vielen Abwesenheiten aufgrund von Verletzungen, Ferien, Ausbildungen oder Militär hätten es verunmöglicht, einen Rhythmus zu finden. «Wir begannen nie mit derselben Startelf. So ist es schwierig, in einen Spielfluss zu gelangen», sagt Mülchi. Troilo fordert deshalb Geduld. «Es braucht Zeit», sagt er, und meint damit auch die grosse Umstellung, mit der die Mannschaft konfrontiert ist.

Der Wechsel an der Seitenlinie vom langjährigen Trainer David Meister zu Marc Bönzli bedeutet eine einschneidende Veränderung, die nicht von heute auf morgen vonstattengehen könne. «Unter Bönzli legen wir eine andere Spielphilosophie an den Tag. Das alleine im Training zu adaptieren, ist nicht ganz einfach», sagt Troilo.

 

Das Meister-Syndrom?
Das mag alles stimmen. Man kommt aber nicht darum herum, den Vergleich zum letzten Trainerwechsel zu ziehen – die Parallelen sind frappant. Als Meister auf die Saison 2016/17 zum ersten Mal seinen Posten geräumt hatte, kam die Mannschaft unter Neo-Trainer David Casasnovas ebenfalls nicht in die Gänge. Aus den drei ersten Spielen resultierte damals auch nur ein Punkt. Zwar folgte dann gegen Azzurri der erste Sieg, einen weiteren schafften die Nidauer in der Vorrunde aber nicht mehr. Daraufhin wurde Casasnovas entlassen und Meister in der Winterpause reinstalliert. Die Mannschaft spielte danach wie verwandelt und schaffte den Ligaerhalt in der Rückrunde problemlos. Letzte Saison spielte man dann gewohnt vorne mit.

Natürlich ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, zu prophezeien, dass sich die Geschichte wiederholt. Sowohl Troilo als auch Mülchi sagen, dass man diesen Vergleich keinesfalls ziehe. «Es war allen klar, dass es mal zu einer Zeit nach der Meister-Ära kommen wird. Wir sind im Kopf parat für etwas Neues», so Troilo.

Mental gab es aber schon einen Rückschlag, da ist man sich beim FC Nidau auch einig. Die 1:3-Niederlage in der ersten Cup-Hauptrunde gegen den gleichklassigen FC Fleurier sei «enttäuschend» (Mülchi) und ein «Riesendämpfer» (Troilo) gewesen. Zur Erinnerung: Nidau hatte sich schon für diesen 1/32-Final das grosse Los in Form eines Gegners aus der Super League gewünscht, und setzte nach der Auslosung seine Hoffnungen auf die nächste Runde, in der man nun nicht mehr dabei ist. Trotzdem, dass dieser Rückschlag grossen Einfluss auf die Meisterschaft gehabt habe, bezweifelt Mülchi: «Das war direkt nach dem Match hart, danach haben wir das abgehakt.»

Die nächste Chance für die Hauptrunde führt wiederum über den Berner Cup, in dem der FC Nidau am Samstag in einer Woche gegen Rothorn sein nächstes Pflichtspiel absolviert. Es ist auch die nächste Möglichkeit für Bönzli, der gestern nicht erreichbar war, nach dem Erstrunden-Erfolg seinen zweiten Sieg als Nidau-Trainer einzufahren.

 

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Drittes Derby in Folge für Aurore

- Der Aufsteiger FC Aurore bekommt es wie schon in den letzten beiden Spielen mit einem Gegner aus dem Seeland zu tun. Am Sonntag ist der FC Aarberg auf der Linde zu Gast. Dabei möchten die Bieler endlich ihre ersten Punkte holen, doch die Aarberger sind nach ihrem ersten Sieg ebenfalls bestrebt, den nächsten zu holen.

- Die restlichen Seeländer Mannschaften reisen morgen in den Jura. Azzurri spielt an der französischen Grenze gegen Boncourt, Besa tritt in Courroux an. bil

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