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2. Liga regional

Biel gewinnt Torfestival in Aegerten

Die 2. Mannschaft des FC Biel bezwingt den SC Aegerten Brügg auswärts mit 5:4. Im torreichen Spiel gaben die Gastgeber einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand.

Jonathan Schlatter (links)schiesst gegen den SC Aegerten Brügg (rechts Steven Biedert) den Siegtreffer für die 2. Mannschaft des FC Biel. Es ist der insgesamt neunte Treffer einer torreichen Partie. copyright: peter samuel jaggi/bieler tagblatt

Audiobeitrag

Interview mit Aegerten-Brügg-Coach Matthias Born

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von Moritz Bill

Wer gestern verspätet auf dem Sportplatz in Aegerten eintraf, rieb sich beim Blick auf die Anzeigetafel verwundert die Augen. Nach nicht einmal einer halben Stunde stand es zwischen dem SC Aegerten Brügg und der 2. Mannschaft des FC Biel bereits 2:2. Aber auch die Langschläfer kamen auf ihre Kosten. Das Torfestival setzte sich nämlich fort und fand nach 90 Minuten und einem 5:4-Sieg der Bieler sein Ende.
Nach dem 2:2 legten die Aegerter mit einem Doppelschlag innerhalb zwei Minuten nach. Anthony Schwab hatte mit seinem zweiten Tor die Gastgeber erstmals in Führung gebracht (31.), ehe Remo Weisskopf Lars Künzis Flanke per Kopf verwertete (33.). Sowohl Schwab wie auch Vorbereiter Künzi hatten auf der rechten Seite von den Unsicherheiten der Bieler Abwehr profitiert.
FC-Biel-Trainer Thomas Reinhart reagierte und brachte Jonathan Schlatter anstelle des unglücklich agierenden Aussenverteidigers Miro Vuille. Jedoch hatte zuvor die komplette Bieler Hintermannschaft einen instabilen Eindruck hinterlassen, wie die ersten beiden Treffer des SCAB aufzeigten. Nach einem Eckball war der Ball zur Überraschung aller vor den Füssen des völlig freistehenden Weisskopfs gelandet. Und auch beim zweiten Tor der Heimmannschaft genoss der Stürmer alle Freiheiten und konnte für Schwab vorbereiten.

Schwaches Abwehrverhalten
«Ausser dem Tor nach dem Eckball, bei dem der stark wehende Wind Einfluss nahm, kassierten wir alle Gegentreffer nach individuellen Fehlern», bilanzierte Biel-Coach Reinhart. Als Biels Fabian Hänseler in der zweiten Halbzeit (70.) mit einem satten, aber bei normalen Verhältnissen wohl nicht unhaltbaren, Weitschuss zum 4:4-Ausgleich traf, sorgte die Bise jedoch für ausgleichende Gerechtigkeit.
Ausgeglichen waren sich beide Teams ebenfalls im Abwehrverhalten. Auch die Aegerter Defensive agierte alles andere als souverän. Bei den ersten beiden Gegentoren reichte jeweils ein steil gespielter Pass auf die Spitze, um das Heimteam auszuspielen. Und beim dritten Bieler Tor kurz vor der Pause liess Hänseler seinen Gegenspieler stehen und legte pfannenfertig auf Mathias Schnider auf. «Diesen Anschlusstreffer so kurz vor der Pause dürfen wir nicht erhalten», sagte Aegerten-Brügg-Trainer Matthias Born, der zudem Michael Chiapparellis verpassten Möglichkeit kurz nach Wiederanpfiff nachtrauerte:«Da hätten wir den Sack zumachen müssen.» Nur wenige Minuten später vergab auf der anderen Seite Enes Morina mutterseelenallein vor dem Tor eine Topchance.
Das Born-Team schien sich nach Hänselers Ausgleichstreffer in einem Schockzustand zu befinden. Nur rund eine Zeigerumdrehung später schlug es wieder hinter Aegerten-Goalie Jonas Gerber ein. Schlatter versenkte Kevin Wassambas Hereingabe zum Siegtreffer. Zwar erspielte sich das Heimteam danach noch die eine oder andere Ausgleichschance, doch während der Schlussphase war der FC Biel dem sechsten Tor näher als Aegerten dem Ausgleich.
«Wenn man zuhause vier Tore erzielt, sollte man die Partie gewinnen. Wir haben dumme Gegentore erhalten», sagte Born. Beide Trainer waren sich einig, dass Biels Sieg zwar glücklich, aber von den Spielanteilen nicht unverdient zustande gekommen sei.

Biel II ohne Verstärkung
Im Aufgebot der 2. Mannschaft des FC Biel figurierten gestern mit Ausnahme von Anthony Mossi (3. Goalie 1. Mannschaft) keine Spieler des Challenge-League-Teams (das unregelmässige Einsetzen der Spieler aus der 1. Mannschaft sorgt bei den anderen Teams für Unmut, siehe BT vom letzten Freitag). Von Woche zu Woche mit einem anderen Spielerkontingent arbeiten zu müssen, sei nicht ganz einfach, sagt Reinhart. «Auch für die Spieler nicht, die dann auf der Bank Platz nehmen müssen. Aber sie akzeptieren das.»  
Nicht mehr im Team ist Grégoire Mathez. Der Sohn des auf die Rückrunde freigestellten Pierre-Alain Mathez legt eine Pause ein, wie er Reinhart mitgeteilt hat. Sein Bruder Alexandre ist derzeit am Knie verletzt und wird bei einer rechtzeitigen Genesung wieder für Biel II auflaufen.

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