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3. Liga

Abschied trotz Aussicht auf Aufstieg

Obwohl er mit dem SV Lyss von Sieg zu Sieg eilte, hat der Verein entschieden, den Vertrag mit Trainer Patrik Schüpbach nicht zu verlängern. Vor seinem Abgang soll er jedoch noch den Aufstieg sicherstellen.

Noch bis im Sommer sind Patrik Schüpbach (links) und Erkan Bucak Trainer und Assistenztrainer beim SV Lyss. Bild: Matthias Käser/Bieler Tagblatt

Michael Lehmann

36 Meisterschaftsspiele und nur drei Niederlagen: Das ist die starke 3.-Liga-Bilanz des Lyss-Trainers Patrik Schüpbach. Dennoch hat die Vereinsleitung im November entschieden, den im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem 46-Jährigen nicht zu verlängern. Ein Entscheid, der aufgrund Schüpbachs Punkteausbeute im ersten Moment kaum nachzuvollziehen ist. Doch unter den drei Niederlagen war halt auch eine folgenschwere. Im letzten Frühling verlor der SV Lyss das Barrage-Rückspiel gegen Aurore Biel und verpasste somit die angestrebte Rückkehr in die 2. Liga. Schüpbachs Mission blieb unvollendet.

Ist die Nicht-Verlängerung des Vertrags die Folge des Nicht-Aufstiegs? Der Lysser Sportchef Urs Lerch verneint. «Klar wären wir gerne aufgestiegen», sagt er. «Dass es nicht geklappt hat, lag aber nicht am Trainer.» Der Verein gibt zu, dass es an den Leistungen zuletzt nichts auszusetzen gab. Trotzdem wünschte man sich «neue Inputs». Von wem war ebenfalls klar: Mit David Meister, der in den letzten Jahren erfolgreich den FC Nidau coachte und ein Kenner des regionalen Fussballs ist, stand eine optimale Nachfolgelösung zur Verfügung.

Nach dieser Nachricht nahm sich Patrik Schüpbach erst Mal eine Auszeit vom Fussball. Er entfloh der winterlichen Kälte und reiste rund zwei Monate in Südostasien herum. Womöglich kommentiert er den Entscheid der Vereinsleitung auch deshalb relativ locker. «So wie es jetzt ist, stimmt es für mich», sagt er und bekräftigt, dass es zu keiner Zeit zu Querelen im und rund um das Team gekommen sei. «Nun möchte ich, dass der nächste Trainer in der 2. Liga beginnen kann.» Schüpbachs Derniere soll mit dem ersehnten Aufstieg enden.

Spitzenkampf am Gründonnerstag

Die Aussichten darauf sind nicht schlecht. Zusammen mit dem FC Madretsch dominierte der SV Lyss die Herbstrunde. Derzeit liegt er mit drei Punkten Rückstand auf dem zweiten Rang. Dank der klar tieferen Anzahl an Strafpunkten kann Lyss den ersten Rang noch immer aus eigener Kraft holen. Allerdings dürften die Madretscher aufgrund nicht erfüllter Auflagen gar nicht erst infrage für die Aufstiegsbarrage kommen (das BT berichtete). Mit dem befasst sich Schüpbach zumindest vorerst nicht. Die Lysser wollen so oder so den ersten Rang erobern.

Zum Beginn der Frühlingsrunde tritt Lyss morgen auswärts beim FC Orpund an. Beim letzten Duell gab es einen klaren 7:0-Sieg für Schüpbachs Equipe. Trotzdem sagt der Trainer: «Orpund ist ein Team, das bisher unter seinem Wert geschlagen wurde und in der Rückrunde sicher noch ein paar Plätze gut machen wird.» Ein Sieg ist dennoch Pflicht, will man Leader Madretsch nicht aus den Augen verlieren.

Zum grossen Duell der bisherigen Saisondominatoren kommt es am Gründonnerstag, dem 18. April auf dem Lysser Grien. Bestätigen die Lysser ihre Leistungen aus der Hinrunde, steht dem erneuten Erreichen der Aufstiegsbarrage nichts im Wege.

Pause «nicht die schlechteste Idee»

Nur, was ist, wenn die Lysser einbrechen sollten? Der Trainer, der im Sommer ja sowieso weg geht, die Spieler nicht mehr erreicht? Müsste David Meister dann plötzlich schon früher übernehmen? «Als Sportchef ist es meine Aufgabe, über diverse Szenarien nachzudenken», sagt Urs Lerch. Ein vorzeitiger Wechsel stand jedoch nie zur Debatte. «Ich vertraue voll und ganz auf den Trainer und das Team», hält Lerch fest.

Wie es danach für Lyss weitergeht, ist klar. Was ist mit Schüpbach? «Nach drei Jahren mit Fussball, Beruf und Weiterbildung wäre eine Pause wohl nicht die schlechteste Idee», sagt er und lacht. Dennoch schliesst der Solothurner nicht aus, eine neue Aufgabe anzunehmen. Steigt Schüpbach mit Lyss auf, dürfte es nicht lange gehen, bis sich die ersten Interessenten bei ihm melden.

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Spannender Vierkampf in der Gruppe 5

Während die Ausgangslage an der Spitze der Gruppe 6 relativ klar ist, präsentiert sich die Situation in der Gruppe 5 pikant. Zwischen den ersten vier Teams liegen nur gerade drei Zähler Differenz. Seit dem Ende der Hinrunde hat sich die Tabellensituation nochmals verschärft, weil sich in der Winterpause der bis dahin punktelose SC Jegenstorf aus dem Meisterschaftsbetrieb zurückzog. Alle Spiele der Mittelländer sind aus der Wertung gestrichen worden.

Der FC Länggasse, der als einzige Mannschaft bereits zweimal gegen Jegenstorf gespielt hatte, büsste deshalb gleich sechs Punkte ein und verlor seine Spitzenposition. Diese erbte der FC Grünstern. Weil das Rückrunden-Spiel gegen Jegenstorf aus der Wertung geflogen ist, hat der Berner Stadtklub nun eine Partie weniger auf dem Konto.

Hinter Grünstern und Länggasse schielen auch der FC Ins und der FC La Neuveville-Lamboing auf die Leaderposition. Die beiden Teams stehen sich morgen im Direktduell gegenüber. Vor allem das Auswärtsteam La Neuveville-Lamboing ist auf Punkte angewiesen, wenn es den Anschluss an die Spitze halten will.

Stichwörter: SV Lyss, Patrik Schüpbach

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