Sie sind hier

EHC Biel

Sein Schuss war ein Genuss

Daniel Poulin ist am vergangenen Freitagmorgen verstorben. Er verlor den langjährigen Kampf gegen den Hautkrebs. Biels ehemaliger Verteidiger wurde 57 Jahre alt.

Er war antrittsschnell und mit einem Gewaltsschuss versehen: Dan Poulin, Bild: Keystone

von Beat Moning

Im Sommer 1982 war es, als der EHC Biel auf die Schnelle einen neuen ausländischen Verteidiger engagieren musste. Der Kanadier Robert Hess, mit dem man sich einig war, wollte nach einem Angebot vom HC Lugano derart viel mehr Lohn, dass Biel nicht mehr mitbieten wollte. «Wir schauten dann auf die nordamerikanischen Team-Statistiken und sahen einen 25-Jährigen von den Nashville South Stars. Es war Daniel Poulin», erinnert sich der damalige Manager Georges Aeschlimann. Poulin wurde zuvor nach drei NHL-Partien (gedraftet wurde er von den Montreal Canadiens) mit einem Tor und einem Assist von den Minnesota North Stars in die AHL abgeschoben. Und entsprechend unglücklich.

Er solle die Schlittschuhe über den Schultern tragen, wenn er am Bahnhof ankomme, teilte ihm Aeschlimann mit. Poulins erstes Spiel war ein Testmatch gegen die U20-Nationalmannschaft. «Er gefiel uns sofort», erinnert sich Aeschlimann. Vor allem an eine Szene: Als der Schweizer Nationalverteidiger Didier Massy auf Richmond Gosselin losging, fuhr Poulin über das ganze Feld und «vermöbelte» den Walliser und heutigen Schiedsrichter. Poulin hatte seinen Vertrag.

Ein Lebemann

Gleich im ersten Jahr wurde er unter Kent Ruhnke Schweizer Meister. Mit Gosselin bildete er das beste Ausländerduo der Liga. Und das war auch in den Jahren zwischen 1984 und 1989 mit Normand Dupont der Fall. Nicht zuletzt dank Poulins Zuspielen wurde Dupont mehrmals Topskorer. Allerding sagte Poulin in einem Interview: «Ich hätte Biel früher verlassen sollen. Man versprach uns stets ein Spitzenteam. Daraus wurde nie etwas.»

Dan Poulins gefürchtete Schüsse - auch Olivier Anken konnte im Training ein Liedlein davon singen - waren für alle Torhüter kaum zu parieren. Seine Spielfreude und seine fröhliche Art auch neben dem Eisfeld prägten Biel. Er war ein Schürzenjäger, habe aber, so sagte er einmal, nie ein Heiratsangebot erhalten.

Daniel Poulin blieb bis 1989 beim EHC Biel, trug 249 Partien aus, skorte 165 Mal und liess sich 202 Assists notieren. Schweizweit sucht man wohl vergebens nach ähnlichen Zahlen eines Verteidigers. 1989/90 hängte er noch eine NLB-Saison mit dem HC Davos an (Biel wollte mit ihm nicht mehr verlängern), bevor er ins Trainermetier wechselte. Zuerst coachte er den HC St. Imier, den HC Tramelan und danach neun Jahre lang den HC Moutier.

 

Die Story mit dem SC Lyss

Eine Geschichte gibt es noch mit dem SC Lyss: Anfang der 90er unterschrieb er einen Vertrag als Spielertrainer. Gehalt um die 100 000 Franken. Doch Lyss war gegen Ende der NLB-Zeit bankrott. Poulin ging vor Gericht. Lyss musste noch viele Jahre die Poulin-Schulden abzahlen. 2003 kehrte der am 19. September 1957 in Robertsville/Quebec geborenen Poulin in seine Heimat zurück. Hier lebte er mit seiner Partnerin am «lac à la truite» zurückgezogen in seinem Chalet. Er erfüllte sich einen letzten Wunsch: Ein Schweizer Chalet in Kanada. In Biel bleibt er als Legende in Erinnerung, als einer mit dem härtesten Schuss von der blauen Linie, als einer, der Biel 1983 zum letzten Titel geführt hat.

Stichwörter: Dan Poulin, EHC Biel

Kommentare

hzumstein

Dan wir werden Dich nie vergessen!!! Du warst einer von uns, dem wir immer frenetisch zu gejubelt haben DANKE DAN in meinem Herzen wirst Du immer in Erinnerung bleiben.


hakoon

mein herz weint tausend tränen. dan war vor langer zeit mein idol! wer dich zu deiner zeit hat spielen sehen wird dich nie vergessen! jetzt erst recht nicht mehr! danke für die unvergesslichen augenblicke die du uns bielerfans geschenkt hast! ruhe in frieden dan!


Nachrichten zu Aktuell »