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Tennis

Doppelbegegnung in Biel

Anfang Februar finden in der Bieler Swiss Tennis Arena je eine wichtige Daviscup- und Fedcup-Begegnung statt. Die Männer treffen auf Russland, die Frauen auf Italien.

Belinda Bencic schlägt im kommenden Februar wieder in Biel auf. Bild: Keystone

Beat Moning

Nach dem ersten (und wohl einzigen) WTA-Turnier in Biel im April 2017 und zwei Daviscupbegegnungen der Schweizer gegen Weissrussland (Mitte September 2017) und Schweden (ein Jahr später) bekommen die Seeländer Tennisfreunde gleich zwei Leckerbissen in kurzer Folge vorgesetzt: Am 1./2. Februar 2019 findet erst die Daviscup-Qualifikationsbegegnung gegen Russland statt, eine Woche später treten die Frauen erstmals in Biel an und bestreiten die Fedcup-Aufstiegspartie gegen Italien.

Doppelbegegnungen haben Seltenheitswert und beanspruchen die Angestellten von Swiss Tennis und die zahlreichen Helfer zusätzlich. Letztmals war Freiburg 2012 Austragungsort von Daviscup- und Fedcuspielen innerhalb von einer Woche. Am 4./5. Februar siegten die Schweizerinnen gegen Australien mit 4:1, eine Woche später verloren die Schweizer Männer gegen die USA mit 0:5.


Federer und Wawrinka noch ohne Zu- und Absage
Nun geht es für das Team von Severin Lüthi darum, gegen Russland die Qualifikation für die erstmalige Finalrunde des Nationenwettbewerbes gegen Ende 2019 zu schaffen. Ohne Roger Federer und Stan Wawrinka eine Herkulesaufgabe. Die beiden haben allerdings im Moment weder zu- noch abgesagt. Da die Partie in Biel stattfindet, darf man davon ausgehen, dass die Weltnummer 3 passen wird. «Der neue Wettbewerb ist eher für die jüngere Generation», liess er kürzlich verlauten. Wawrinka erholt sich im Moment von einer Rückenblockade, sodass eine Prognose nicht realistisch ist. Spielt er das Australian Open und will er 2020 in Tokyo bei den Olympischen Spielen antreten, dann könnte der Romand zusagen. So wäre wahrscheinlich auch eine volle Halle mit den 2600 Plätzen garantiert.


Schweizerinnen kennen die Halle bestens
Gegner Russland, der im Nationenklassement als 23. zwar 12 Plätze hinter der Schweiz klassiert ist, verfügt mit den beiden 22-jährigen Spielern Daniil Medvedev und Karen Khachanov über zwei Top-20-Spieler. Der erst 20-jährige Andrey Rublev ist aktuell auf Platz 76 der Welt klassiert. Sollte die Schweiz die Begegnung verlieren, steht im September eine Begegnung um den Ligaerhalt an. Nicht den Ligaerhalt, sondern den schnellstmöglichen Wiederaufstieg strebt das Schweizer Nationalteam der Frauen im Fedcup an. Italien ist dabei der erste Gegner, den es im Hinblick auf die Aufstiegs-Playoffs zu schlagen gilt. Das Fedcup-spiel ist eine Premiere in Biel – auch wenn die Schweizer Spielerinnen Belinda Bencic, Viktorija Golubic, Jil Teichmann und Timea Bacsinszky die Halle bestens kennen. Sei es vom Training her, sei es, weil man beim WTA-Turnier im April 2017 dabei war.

«Ich freue mich darauf, endlich wieder eine Begegnung zuhause austragen zu können», sagt sich Timea Bacsinszky, die 2019 ihr 15-Jahr-Jubiläum im Kreise des Nationalteams wird feiern können. Nach einer verletzungsbedingten Durststrecke zeigte ihre Formkurve zuletzt wieder nach oben. Wie bei Bencic und Golubic ebenso. Attraktive Kombi-Tickets für beide Begegnungen sind ab Ende November via swisstennis.ch/tickets erhältlich. Weitere Informationen gibt es über die Homepage des in Biel ansässigen Verbandes.


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Bisherige Tennis-Grossanlässe in Biel

- WTA-Turnier: Vom 10. bis 16. April 2017 zur Eröffnung der neuen Swiss Tennis Arena. Das Turnier gewinnt die junge Tschechin Marketa Vondousova, die inzwischen auf Position 67 liegt. Die Schweizerinnen zerreissen keine Stricke.

- Daviscup-Begegnung: Um den Ligaerhalt in der Weltgruppe. Zwischen dem 15. und 17. September 2017 siegen die Schweizer gegen Weissrussland nicht zuletzt dank Marco Chiudinelli 3:2. Zuletzt aber stiegen die Schweizer, aufgrund des neuen Modus ohne
Folgen, nach einer 2:3-Niederlage gegen Schweden, ab. Diese Partie fand zwischen dem 14. und 16. September 2018 statt. Nur Laaksonen gewann beide Einzel. bmb



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Herausforderung für alle
Doppel-Anlässe in dieser Form haben für Swiss Tennis Seltenheitswert. Geschäftsführer Stefan Flückiger meint: «Es ist in verschiedener Hinsicht eine Challenge und mit einem gewissen Risiko verbunden. So braucht es auch ein gutes Kombi-Ticket und die Halle ist für die Academy mehrere Tage geschlossen. Da braucht es Lösungen.» Flückiger rechnet nicht damit, dass die Halle «eingerennt wird».

Spielt nicht einer der beiden Aushängeschilder Federer oder Wawrinka, sowieso nicht. Gegen Schweden im September resultierte bei einem Budget von um die 400 000 Franken ein Verlust von 200 000 Franken. 500 zahlende Zuschauer seien pro Tage während den drei Spieltagen gekommen. Flückiger hofft, dass die Frauen eine Woche später etwas mehr Anziehungskraft geniessen. Da kommen immerhin die besten Spielerinnen des Landes. «Bei den Männern brauchen wir noch etwas Zeit, bis die Ablösung vonstattengeht. Zeit auch, bis Biel wirklich zur Tennisstadt wird. «Das Frauentennis geniesst in meinen Augen zu Unrecht ein Dornröschen-Dasein. Sind wir aber in Bestbesetzung, kann sich das ändern.» Gefordert ist auch die Crew um den Regionalpräsidenten Peter Zaugg. An zwei Wochenenden braucht es je rund 30 Helfer, hinzukommen die Chauffeure, Hostessen und Ballkids. «Die Klubs werden wir informieren. Inzwischen haben wir einen guten Helferstamm. Gegen Schweden kamen immerhin 80 Prozent der Helfer, die im Jahr zuvor im Einsatz gestanden sind.» Zaugg ist zuversichtlich, dass diese Doppelbegegnung auch von der Helferseite aus gut über die Bühne gehen wird. bmb

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