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Eishockey

«Wir sind bereit für den Aufstieg»

Vor dem morgigen Start in die Playoffs unterstreicht Lyss-Präsident Mathias Müller die Ambitionen des Vereins. Im Kampf um den Aufstieg in die MySports League könnte in diesem Jahr eine Hürde wegfallen.

Die Lysser jubeln: Zum zweiten Mal in Folge sind die Seeländer Qualifikationssieger. Bild: Reto Probst/Bieler Tagblatt

Michael Lehmann

Erneut geht der SC Lyss als Qualifikationssieger in die Playoffs. 22 Siege in 26 Partien – eine starke Bilanz. Doch spätestens seit letztem Jahr wissen die Seeländer, dass eine starke Regular Season allein nicht genügt. Damals erreichte Lyss zwar den Playoff-Final der Zentralgruppe, scheiterte jedoch an Zuchwil, das in der Qualifikation vier von fünf Partien gegen Lyss verloren und insgesamt 14 Punkte weniger gesammelt hatte. Die Lysser verpassten den ersten Titel seit 2006 und vergaben zudem die Möglichkeit, um den Aufstieg in die MySports League (MSL) zu spielen.

Dies soll nicht nochmals passieren, sagt Vereinspräsident Mathias Müller. «Der letztjährige Final war für uns ein ‹Lehrblätz›. Nun sind wir reifer und bereit für den Aufstieg.» Womit der Verein im Gegensatz zu vergangenen Spielzeiten eine deutliche Zielsetzung formuliert.

Ehrgeiz im Wallis und in Genf

Um in die MSL aufzusteigen, müsste sich der SC Lyss normalerweise nicht nur in seiner Westgruppe durchsetzen, sondern auch den abschliessenden Final gegen den Sieger der Ostgruppe gewinnen. Allerdings könnte es in dieser Saison eine Hürde weniger zu überspringen geben.

Das wäre dann der Fall, wenn ein Team die MSL gewinnt, das einerseits die Absicht hat in die Swiss League aufzusteigen und andererseits auch die nötige Lizenz von der Liga erhält. Da es keinen Absteiger aus der Swiss League geben wird, würde so ein Platz in der MSL frei. In diesem Fall würden beide 1.-Liga-Gruppensieger aufsteigen.

Drei MSL-Vereine haben ein Gesuch für einen möglichen Aufstieg in die Swiss League eingereicht: Sierre (Qualifikationssieger), Valais-Chablais (3.) und Basel (5.). Besonders der HC Sierre strebt die Rückkehr in die Swiss League an. Weil er in Konkurs ging, musste sich der Klub 2014 aus der zweithöchsten Liga der Schweiz zurückziehen. Seither sind die Walliser in vier Spielzeiten dreimal aufgestiegen.

Dass nun die vierte Promotion innert fünf Jahren folgt, hofft man nicht nur bei den Wallisern, sondern auch beim Genève-Servette HC. Die Genfer haben vor einem Jahr eine Partnerschaft mit Sierre geschlossen. Gegenüber «Le Nouvelliste» liess Trainer und Sportdirektor Chris McSorley verlauten: «Es ist wichtig, ein Projekt mit einem Swiss League-Verein zu haben. Ein gutes Beispiel sind die Erfolge von Zug und Ambrì, die in der Swiss League auf starke Teams zählen können.» Gleichzeitig machte der Kanadier den Wallisern ordentlich Druck, indem er sagte, dass Genf im Falle eines Nicht-Aufstiegs weniger Geld in den HC Sierre investieren würde.

Viertelfinalgegner hat Lyss bereits geschlagen

Lyss-Präsident Mathias Müller sagt dazu: «Dieser Umstand darf bei uns in der Vereinsleitung im Hinterkopf sein, um die nächste Saison richtig planen zu können. Die Spieler hingegen denken nicht daran. Sie werden alles versuchen, den Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen.» Hinzu kommt, dass der Playoff-Final in der MSL praktisch zeitgleich mit dem Final in der 1. Liga stattfinden wird (ab dem 16. respektive 20. März).

Bereits morgen beginnen die Playoff-Viertelfinals und Lyss’ erste Hürde ist der HC Vallée de Joux (19.45 Uhr in der Seelandhalle). Die Mannschaft aus dem Waadtländer Jura zeichnete sich in der Qualifikation vor allem durch eine disziplinierte Defensive aus; nur drei Teams haben weniger Tore erhalten. Ausserdem musste sich Vallée de Joux vor heimischem Publikum nur dreimal geschlagen geben.

Dass man sie nicht zu unterschätzen sollte, bewiesen die Waadtländer kurz vor Weihnachten, als sie dem SC Lyss die bisher letzte Saisonniederlage beifügten (3:4 nach Verlängerung). Vielleicht sei es sogar gut, damals gegen Vallée de Joux verloren zu haben, sagt Präsident Müller. «Nun wissen wir, wie gefährlich dieses Team sein kann.»

Nach dem verlorenen Playoff-Final im letzten Jahr sagte Trainer Patrick Glanzmann, die elftägige Pause nach der Qualifikation hätte seiner Mannschaft nicht gut getan. Nun geht es bereits drei Tage nach dem letzten Spiel der Regular Season weiter. Ein gutes Omen? Die nächsten Tage und womöglich Wochen werden es zeigen.

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Lyss siegt zum Abschluss

Mit Lyss und Yverdon les Bains trafen am Samstagabend zwei Teams aufeinander, deren Tabellenplätze sich unabhängig des Ausgangs der Partie nicht ändern würden. Es war denn auch das erwartet zähe Spiel.

Zwar waren die Lysser bei gleich vielen Spielern auf dem Eis überlegen, allerdings spielte das Heimteam in den ersten beiden Dritteln mehrheitlich in Unterzahl. Die strenge Regelauslegung des Schiedsrichters sorgte bei Zuschauern und Spielern gleichermassen für Ärger. Der Unmut erreichte in der 35. Minute beim Stand vom 1:1 den Höhepunkt. Nach einer wiederum umstrittenen Strafe gegen die Lysser, kehrten diese kurzzeitig nicht mehr aufs Eis zurück. Erst nach weiteren Diskussionen mit den Unparteiischen setzten sie die Partie fort.

Mit der Wut im Bauch gelang den Seeländern rund eineinhalb Minuten später das 2:1 in Unterzahl. Zwar glichen die Waadtländer die Partie nochmals aus, weil die Lysser im letzten Drittel keine Strafen mehr nahmen, setzten sie sich letztlich jedoch klar durch. Damit hat der SC Lyss in diesem Jahr in acht Partien keinen einzigen Punkt abgegeben. leh

Lyss - Yverdon les Bains 5:2 (1:0, 1:2, 3:0)
Seelandhalle. – 407 Zuschauer. – SR Jung; Cadonau/Spieler.
Tore: 19. Gerber (Leuenberger) 1:0. 32. 1:1 (Ausschluss Lyss). 36. Siegenthaler (Gerber, Bieri/Ausschluss Lyss!) 2:1. 39. 2:2. 47. Mattioni (Hagi) 3:2. 57. Lüthi (Minder, Gerber/doppelter Ausschluss Yverdon) 4:2. 59. Von Dach (Inniger, Bieri/ins verlassene Tor) 5:2.
Strafen: 14mal 2 Minuten gegen Lyss. 11mal 2 Minuten gegen Yverdon les Bains.
Lyss: Geissbühler; Schöni, Aeschlimann; Leu, Lüthi; Bieri, Graf; Schlup, Wyss; Inniger, Balsiger, Von Dach; Leuenberger, Müller, Gerber; Struchen, Siegenthaler, Kohler; Mattioni, Minder, Hagi.
 

Stichwörter: SC Lyss, Mathias Müller

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