Sie sind hier

Abo

Eishockey

«Wir haben unseren Stolz»

Heute kann der SC Lyss den «Kübel» für den Amateur-Schweizermeister holen. Der Ex-Bieler Olivier Hostettler sagt, warum sich der Traditionsklub EHC Arosa nicht geschlagen gibt.

Wollen die Nase wieder vorne haben: Olivier Hostettler, der Ex-Bieler im Arosa-Team, im Kampf mit dem Lysser Kaj Leuenberger. Bild: Sandro Stutz

Interview: Beat Moning

Olivier Hostettler, allgemein überrascht es, dass Arosa nun zweimal gegen Lyss verloren hat.
Olivier Hostettler, Verteidiger Arosa: Wir spielen nicht das, was wir können, und Lyss macht es souverän.

Tönt nach einer einfachen Erklärung.
Es ist aber so, einmal in Rückstand oder nach einem Gegentor, verlieren wir den Faden, spielen nicht mehr unser gewohntes Tempo- und Kampfeishockey. Das muss sich in Spiel 3 ändern.

Das eigentliche Saisonziel, der Ostgruppen-Titel und somit der Aufstieg in die MySports-Liga ist erreicht. Ist die Luft etwas draussen?
Nein, dieses Gefühl habe ich nun wirklich nicht. Wir tragen das Arosa-Dress, haben einen gewissen Stolz und wollen diesen Kübel. Ich sowieso.

Will heissen?
Auf der Gegenseite spielen viele Spieler aus meiner Biel- und Zuchwil-Zeit, wie Gerber und Leuenberger oder von Dach. Das motiviert natürlich zusätzlich.

Sie spielen nun die achte Saison in Arosa, arbeiten im Büro eines Malergeschäftes. Was hat sich in den letzten Jahren im Traditionsklub verändert?
Es ist kein Vergleich mehr zu meiner Anfangszeit. Gut, Arosa ist immer noch Arosa, man spürte diese Tradition, wohin man auch gekommen ist. Aber im Dorf hat sich einiges verändert. Man kommt wieder ins Stadion, man spricht wieder über Arosa. Auch das macht stolz, dieses Dress tragen zu dürfen.

Die Verantwortlichen haben mit diesem Aufstieg ein erstes Ziel erreicht. Am Ende soll der Weg in die Swiss League führen. Realistisch?
Die Vorwärtsstrategie fruchtet ohne Zweifel und gipfelte jetzt mit diesem Aufstieg. Auch dank unserem Coach Marc Haueter. Und der neue Geschäftsführer Adrian Fetscherin hat in den letzten Jahren dem Klub ein neues Gesicht gegeben. Jetzt gilt es, sich in dieser dritthöchsten Liga zu etablieren. Das wird sicher nicht ganz einfach, aber ich bin sicher, dass wir da mithalten können. Alles ist dann eine Frage der Kadersituation, um den nächsten Schritt zu machen.

Der unmittelbar nächste Schritt, das ist nun Spiel drei gegen den SC Lyss.
Richtig, wir haben nun drei «Belle»-Spiele vor uns. Wir wollen gewinnen und am Donnerstag in der Lenzerheide ausgleichen (die Halle in Arosa ist geschlossen, in dieser Woche findet ein Ärztekongress statt, die Red.), um am Samstag nach Zuchwil zurückkehren zu können.

Mit einem Auge blicken Sie als Bieler bestimmt auch auf das Playoff-Halbfinal-Derby zwischen dem SC Bern und dem EHC Biel. Ihre Einschätzung?
Ich hoffe natürlich, dass es dem EHC Biel gelingt, in das Finale vorzustossen. Es wäre an der Zeit. Genf hat gezeigt, wie man Bern den Schneid abkaufen kann, mit Härte und Kampf. Und Biel schätze ich stärker ein als Genf. Von der Qualität her jedenfalls müsste es möglich sein, die Berner rauszuwerfen.

***********************************************

SC Lyss will nichts mehr anbrennen lassen
Heute oder es wird wieder eng. Und man könnte sich vor allem eine weitere lange Reise ins Bündnerland ersparen: der SC Lyss will heute gegen Arosa den dritten Sieg in Folge erzielen. Für Trainer Patrick Glanzmann der perfekte Zeitpunkt, das Feld zu räumen und Serge Meyer Platz zu machen. Zweimal haben die Seeländer auf unterschiedliche Art und Weise bewiesen, dass man den Gegner in den Griff bekommt: Im ersten Match lag das Team 0:2 zurück und kämpfte sich zum 4:2-Sieg. Im zweiten Match führte man bis zur 9. Minute mit 3:0 vorne und zeigte, dass man diesen Vorsprung trotz Aufkommen des Gegners verwalten kann (Endstand 5:1). Was läuft heute in Spiel 3 ab 20.15 Uhr in der Sporthalle Zuchwil? bmb

Nachrichten zu Aktuell »