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Wie weit reichen St. Gallens Kräfte?

Im Titelrennen der Super League ist der FC St. Gallen am Mittwoch bei Neuchâtel Xamax gefordert. Eine der Fragen lautet: Wie weit reichen die Kräfte?

(sda) Das Programm ist happig, die Pace hoch und das Kader im Vergleich zu den direkten Konkurrenten dünn: St. Gallen geht im Dreikampf um den Meistertitel auf schmalem Grat. Mit seinem Vollgas-Fussball begeistert der Underdog die Liga, doch zuletzt gab es Anzeichen, dass die Kraftreserven bei der St. Galler Rasselbande nicht unerschöpflich sind. Nun wird auch noch die Hitze zu einem Faktor.

In Sitten trat St. Gallen im ersten Spiel nach der Corona-Pause bis weit in die Schlussphase überzeugend auf; nach einer 2:0-Führung hiess es am Schluss 2:1. Fünf Tage danach setzte es beim 0:4 gegen den FC Zürich aufgrund zweier später Gegentore die höchste Saisonniederlage ab, wiederum drei Tage später wurde beim Heimsieg gegen Thun aus einem 3:0 ein 3:2.

Die Eindrücke nach drei Spielen sind: Der FCSG ist nach wie vor ein Meisteranwärter, der Erfolgshunger bei den Spielern ist gross, der Zusammenhalt immens. Aber die Mannschaft kann das hohe Tempo im Drei-Tage-Rhythmus nicht über 90 Minuten halten, die Spielerwechsel schwächen das Team.

Für den Mittwoch sind die Vorzeichen dennoch gut. Der Gegner heisst Xamax, und auch wegen dessen Heimschwäche (9 Punkte aus 13 Spielen) und St. Gallens Auswärtsstärke (25 aus 12) spricht im Duell zwischen dem Vorletzten und dem Zweiten einiges für die Gäste aus St. Gallen. Sollte Xamax keine Überraschung schaffen, droht nach einem halben Jahr auf Platz 9 der Fall ans Tabellenende. Das punktgleiche Schlusslicht Thun empfängt gleichzeitig den FC Zürich.

Sollte bei St. Gallen Captain Silvan Hefti wegen Adduktorenproblemen ausfallen, wäre wohl Alessandro Kräuchi die Alternative. In der Verteidigung oder im defensiven Mittelfeld dürfte Betim Fazliji auflaufen, mit dem die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler in allen 16 Spielen ungeschlagen blieb und 15-mal gewann. Noch verblüffender ist, dass die St. Galler ohne ihren Glücksbringer in der Liga nur einmal gewannen, zweimal unentschieden spielten und siebenmal verloren.

Der FC Basel steht am Mittwoch im Tessin im Einsatz. In Lugano peilt die Equipe von Trainer Marcel Koller ihren dritten Sieg in Folge an - etwas, das sie in diesem Kalenderjahr noch nicht geschafft hat. Auch bei den Pflichtsiegen gegen Xamax (2:1) und Sion (2:0) überzeugte der FCB nicht richtig. Es kommt Koller gelegen, dass Omar Alderete seine Sperre abgesessen hat und er mit Dimitri Oberlin in der Offensive um den fix übernommenen Arthur Cabral und Sion-Matchwinner Kemal Ademi eine zusätzliche Option erhält. Die Spielberechtigung für den 22-Jährigen, der von seiner Leihe in Belgien zurückgekehrt ist, dürfte am Mittwoch (1. Juli) eintreffen.

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