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Tränen der Enttäuschung und des Abschieds bei den SFV-Frauen

Mit der verpassten WM-Qualifikation gegen die Niederlande in Schaffhausen endet die Ära von Martina Voss-Tecklenburg als Schweizer Nationaltrainerin. Die Deutsche hat viel bewegt.

(sda) Am Ende flossen die Tränen bei den Schweizerinnen. Tränen der Enttäuschung, aber auch Tränen des Abschieds, ging mit dem 1:1 gegen den amtierenden Europameister doch die fast siebenjährige Ära von Martina Voss-Tecklenburg zu Ende. Nach dem Schlusspfiff umarmte die Deutsche im Kreise ihrer Spielerinnen jede einzelne und bedankte sich danach auch bei den Fans, die mit 5148 Zuschauern für eine Rekordkulisse an einem Frauenfussballspiel in der Schweiz gesorgt hatten.

"Ich bin ein bisschen leer und traurig, dass wir es nicht geschafft haben", sagte Voss-Tecklenburg nach ihrer Dernière. "Es überwiegt aber die Dankbarkeit für eine wunderbare Zeit, die mir auch eine neue Möglichkeit eröffnet hat, die ich ansonsten eventuell nicht bekommen hätte." Die 50-Jährige gebürtige Duisburgerin übernimmt die deutsche Nationalmannschaft, für die sie als Aktive 125 Länderspiele bestritten und vier EM-Titel gewonnen hat.

44 Siege, 12 Unentschieden, 32 Niederlagen bei je einer WM- und EM-Teilnahme lauten die Fakten der Amtszeit von Voss-Tecklenburg. "Sie hat den Schweizer Frauenfussball mit ihrem Glauben an uns und ihrer deutschen Mentalität vorangebracht", sagte Lia Wälti. Die Leidenschaft, die sie für den Sport habe, sei einzigartig. "Und auch als Mensch ist sie uns ans Herz gewachsen."

Auch Ana-Maria Crnogorcevic lobte die Deutsche in höchsten Tönen: "Wir können nicht mehr als 'Merci' sagen." Voss-Tecklenburg habe so viel für den Frauenfussball und für jede einzelne Spielerin getan. "Sie war mit Herzblut dabei und gehörte fachlich mit Abstand zu den besten Trainern meiner Karriere." Nach einem Disput habe man sich mit ihr auch wieder versöhnen können. "Man konnte mit ihr auf der gleichen Ebene reden."

Dass es für die SFV-Auswahl nicht zu einem sportlichen Happy-End kam, lag an den Partien im Sommer in Schottland (1:2) und Polen (0:0) zum Abschluss der Qualifikation, welche der Schweiz den Gruppensieg kosteten. "Wenn wir in diesen beiden Spielen nur annähernd so gespielt hätten wie heute, hätten wir es geschafft und wären jetzt schon lange in den Ferien", sagte Crnogorcevic.

Vielleicht sei es aber auch ganz o.k. so, sagte die in den USA spielende Verteidigerin der Portland Thorns. "Nach dem frühen Platzverweis haben wir gesehen, dass wir noch nicht so weit sind." In den Duellen gegen den amtierenden Europameister wurden der Equipe die Grenzen aufgezeigt. "Die jungen Spielerinnen brauchen solche Partien, um zu sehen, was ihnen noch fehlt und was auf internationalem Top-Niveau verlangt wird", sagte Voss-Tecklenburg. Viele von ihnen hatte sie bei ihrem Amtsantritt 2012 in den Ausbildungszentren kennengelernt und später an die A-Nationalmannschaft herangeführt.

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