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Fussball

Sechs Teams wollen den neuen Pokal

Am Montag beginnt der Seeland-Cup in Lyss. Vor der 23. Ausgabe erklärt Stephan Heiniger vom OK, warum das Vorbereitungsturnier eine Nische abdeckt. Nachdem das U21-Team von YB den Seeland-Cup dreimal in Serie gewonnen hat, durften die Berner den Pokal behalten.

Die Auftritte des FC Biel (am Ball Christian Mourelle) sollen auch dieses Jahr Leute an den Seeland-Cup locken.  copyright: Stefan Leimer/Bieler Tagblatt

Moritz Bill

Teilnahewillige Teams zu finden, sei nie ein Problem, sagt Stephan Heiniger. Der Seeland-Cup ist beliebt bei den Klubs, ab Montag findet das Vorbereitungsturnier zum 23. Mal statt. Seit der Cup nach zweijähriger Pause 2011 wiederaufgenommen wurde, ist Heiniger für den Spielbetrieb zuständig. Der ehemalige Spieler und Trainer kann bei der Rekrutierung auf ein grosses Netzwerk an Kontakten zurückgreifen. Dabei muss er hie und da auch Absagen erteilen. Der FC Solothurn hätte sich beispielsweise dieses Jahr gerne erneut den letzten Schliff vor dem Saisonstart auf dem Lysser Grien geholt. «Doch wir wollten mit dem FC Aarberg eine weitere Mannschaft aus dem Seeland dabei haben», sagt Heiniger.
Der regionale Aspekt ist ein zentrales Anliegen des OK um Präsident Andreas Brechbühler. Zum einen will man den Seeländer Fussball fördern, zum anderen sorgen diese Vereine in der Regel für einen Zuschaueraufmarsch, den überregionale Klubs in der Ferienzeit nicht garantieren. Vor einem Jahr verzeichneten die Organisatoren zum Beispiel einen Publikumsanstieg, da seit langem wieder einmal der FC Biel am Seeland-Cup dabei war. Das ist einerseits positiv für die Ambiance, anderseits soll am Ende des Anlasses auch etwas für die Vereinskasse herausspringen. Heiniger sagt: «Der Seeland-Cup ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des SV Lyss.»

Das Abwägen der Vor- und Nachteile
Wahrscheinlich würden auch nicht-regionale Klubs als Publikumsmagnet fungieren, wenn es sich dabei um hochklassige und attraktive Teams handeln würde. Gedanken über eine Expansion seien in den letzten Jahren schon aufgekommen, sagt Heiniger, jedoch habe man diese nach Abwägen der Vor- und Nachteile wieder verworfen. «Für Super- und Challenge-League-Teams würde der Termin wegen des früheren Saisonstarts nicht passen. Das Turnier vorzuverschieben, wäre aber aufgrund der Überschneidung mit dem Uhrencup nicht sinnvoll. Zudem ist die Platzsanierung zu diesem Zeitpunkt noch im Gange», erklärt Heiniger. Gerade die Rasenqualität werde von den Gästeteams geschätzt.
In den Überlegungen spielt auch der sportliche Aspekt eine Rolle. Bereits mit dem jetzigen Konzept sieht sich das OK mit einem Balanceakt konfrontiert. Mit Mannschaften aus der Promotion League und solchen aus der 2.- und sogar 3. Liga ist das Gefälle bereits gross. «Wir müssen darauf Acht geben, dass die Schere nicht zu weit auseinander geht. Sonst wäre das für die Teams nicht mehr attraktiv», sagt Heiniger.

Der Termin muss passen
Erwägt wurde auch, das Turnier in die entgegengesetzte Richtung zu lenken. Doch auch von der Idee, «nur» auf regionale 2.- und 3.-Liga-Teams zu setzen, kam man rasch ab. «Hier wären wir rund einen Monat vor Saisonstart terminlich zu früh», so Heiniger, zudem gäbe es beispielsweise mit dem Aare-Cup in Orpund bereits Vorbereitungsturniere in einer ähnlichen Form. «Ich denke, wir decken eine Nische ab, die gut ist.»

Der vierte Coup von YB?
Das zeigt sich auch darin, dass die Mannschaften gerne wiederkommen. Neben Gastgeber Lyss sind Köniz, Münsingen und das U21-Team von YB zu Stammgästen geworden. YBs zweite Mannschaft wird wohl auch dieses Jahr um den Turniersieg mitreden. Nach den letzten drei Austragungen konnten die Berner jeweils den Pokal in die Höhe stemmen, weshalb sie diesen nun behalten konnten. So gibt es heuer einen neuen Pott zu gewinnen. Ein zusätzlicher Ansporn für die teilnehmenden Teams.

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Stephan Heiniger ist nicht mehr Sportchef

Stephan Heiniger tritt als Sportchef beim SV Lyss zurück. «Ich werde nächstes Jahr 60 und hatte geplant, bis dann im Verein kürzerzutreten. Jetzt ist dieser Schritt schon ein bisschen früher erfolgt.» Wer sein Nachfolger wird, ist offen. Bei der Zusammenstellung des Kaders für kommende Saison war Heiniger noch beteiligt. Vom FC Besa Biel kehrt Nishath Sathananthan nach Lyss zurück. Des Weiteren spielen Philippe Krüttli (Grünstern), Ilias Tebib (Etoile Biel) und Michael Hug (Celtic Bern, ehemals FC Solothurn und SV Lyss) neu in der 1. Mannschaft unter Trainer Patrik Schüpbach. Am Seeland-Cup steht den Lyssern mit den Gruppengegnern FC Münsingen (Aufsteiger in die Promotion League) und der U21-Mannschaft von YB (1. Liga) keine einfache Aufgabe bevor.  «Das wird sicher schwierig, sie gehören zu den besten Mannschaften der Region. Wir wollen unsere Haut jedoch so teuer wie möglich verkaufen, das ist uns in den letzten beiden Jahren gut gelungen», sagt Schüpbach. Die Lysser eröffnen am Montag den Seeland-Cup mit der Partie gegen den FC Münsingen. bil

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