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Sportlerwahl

Schwingerkönig Christian Stucki ist Sportler des Jahres

Der Schweizer Sportler des Jahres 2019 heisst Christian Stucki. Der Schwingerkönig aus Lyss verwies Roger Federer und den Vorjahressieger Nino Schurter auf die nachfolgenden Plätze. Bei den Frauen gewann Mujinga Kambundji.

Christian Stucki ist Sportler des Jahres. keystone

Christian Stucki ist der erste Schwinger überhaupt, der sich in der seit 1950 durchgeführten Sportlerwahlen über die Auszeichnung «Sportler des Jahres» freuen kann. Athleten mit ausschliesslich nationalen Meriten hatten es in der Vergangenheit nicht leicht, sich gegen Schweizer Weltstars durchzusetzen. Wenn einer das «Unmögliche» möglich machen sollte, dann vielleicht Stucki, der seit letztem August mit 34 Jahren älteste Schwingerkönig der Geschichte. Der Hüne aus Lyss geniesst landesweit – von Jung bis Alt – viele Sympathien.

Das bestätigte auch das Wahlresultat. Stucki lag in der Vorwahl durch die Sportmedien und Spitzensportler nur auf Platz 3, überflügelte dann aber dank den zahlreichen Stimmen der Sportfans am Fernsehen die Konkurrenz. In der Endausmarchung schwang der Berner mit 30,3 Prozent aller Stimmen obenauf und setzte seiner Königs-Saison damit die Krone auf. Roger Federer, mit sieben Einzel-Awards der Rekordgewinner, kam als Zweitklassierter auf 21,59 Prozent. Platz 3 (15,99 Prozent) ging an den achtfachen Mountainbike-Weltmeister Nino Schurter, der im Jahr zuvor erstmals die Sportlerwahl gewonnen hatte.

Die Erleichterung war Stucki buchstäblich anzusehen. «Ich habe nichts vorbereitet und bin etwas überrascht und nervös», sagte er. Stucki dankte allen, von Sponsoren bis zu seinem Staff. «Und meiner Frau. Ohne sie würde ich nicht hier oben stehen.» Und ja, der Kanton Bern sei hier auf der Bühne gut vertreten, bemerkte er nebenbei mit Blick auf die Sportlerin des Jahres, auf die Könizer Weltklassesprinterin Mujinga Kambundji. Freuen tut sich auch Christian Lanz, der Präsident des Schwingklubs Unteres Seeland, dem Stucki angehört. «Jetzt gibt es noch einmal eine Feier», sagte er schon im Vorfeld, sollte Stucki gewählt werden.

Noch deutlicher fiel die Entscheidung bei den Frauen aus. Mujinga Kambundji erhielt mehr als ein Drittel aller Stimmen und verwies Kombinations-Weltmeisterin Wendy Holdener und Tenniscrack Belinda Bencic auf die nachfolgenden Plätze. Für die Bernerin endete damit ein Jahr, das nach anfänglichen Schwierigkeiten einem Steigerungslauf gleicht, mit einem weiteren Höhepunkt. Erst zweieinhalb Monate sind vergangen, da schaffte Kambundji im Wüstenstaat Katar Historisches, indem sie sich als erste Schweizer Sprinterin an einer Freiluft-WM eine Medaille umhängen liess. An den Titelkämpfen in Doha gewann sie nach dem 200-m-Finallauf die Bronzemedaille.

Kambundji ist die erste Leichtathletin seit Anita Weyermann im Jahr 1999, die als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Trotz ihrer erst 27 Jahren ist Kambundji schon seit einem Jahrzehnt über die Leichtathletik hinaus schweizweit bekannt. Nun hat es für sie im vierten Anlauf – bereits 2014, 2015 und 2018 war sie in der Hauptkategorie nominiert – mit dem Award geklappt.

Kambundji durfte an der TV-Gala noch ein zweites Mal aufs Siegerpodest steigen. Zusammen mit ihren Staffel-Kolleginnen Ajla Del Ponte, Sarah Atcho und Salomé Kora schwang sie auch in der Kategorie «Team des Jahres» obenaus. Die 4x100-m-Staffel, die im WM-Final in Doha mit Schweizer Landesrekord in den starken 4. Rang gesprintet war, setzte sich vor dem alpinen Ski-Team und den Fussballern der Young Boys durch.

Mit Adrian Rothenbühler gehörte eine weitere Person aus Kambundjis Umfeld zu den Gewinnern des Abends. Der langjährige Berater und Coach der schnellsten Schwe des Jahres ausgezeichnet. Der Emmentaler liess in der Wahl den Seeländer Nicolas Siegenthaler, der Privattrainer von Mountainbike-Olympiasieger Nino Schurter, und Handball-Nationaltrainer Michael Suter hinter sich. In der Kategorie «Paralympische Sportler» gehörte nebst Vorjahressieger Théo Gmür (Ski alpin) auch der fünffache Gewinner und Rollstuhl-Leichtathlet Marcel Hug zu den drei Nominierten. Letztlich setzte sich in der Wahl mit Manuela Schär aber erstmals seit sieben Jahren wieder eine Frau durch. Die Luzerner Rollstuhl-Leichtathletin blickt auf eine herausragende Saison zurück. Sie gewann alle grossen Städtemarathons  – von Berlin über Chicago, New York, Tokio, Boston und London. Damit sicherte sie sich zum zweiten Mal in Folge den Gesamtsieg in der «World Marathon Major Series». sda/bmb

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Sports Awards 2019. Sportler des Jahres: 1. Christian Stucki (Schwingen) 30,31 Prozent. 2. Roger Federer (Tennis) 21,59. 3. Nino Schurter (Mountainbike) 15,99. 4. Beat Feuz (Ski alpin) 13,58. 5. Jérémy Desplanches (Schwimmen) 10,92. 6. Julien Wanders (Leichtathletik) 7,61. - 15 Nominierte.
Sportlerin des Jahres: 1. Mujinga Kambundji (Leichtathletik) 38,46. 2. Wendy Holdener (Ski alpin) 17,40. 3. Belinda Bencic (Tennis) 14,9. 4. Corinne Suter (Ski alpin) 12,78. 5. Lea Sprunger (Leichtathletik) 8,86. 6. Daniela Ryf (Triathlon) 7,59. - 15 Nominierte.
Team des Jahres: 4x100-m-Staffel Frauen (Leichtathletik) 18,8. 2. Team Schweiz (Ski alpin) 11,9. 3. BSC Young Boys (Fussball) 10,1. - 15 Nominierte.
Trainer des Jahres: 1. Adrian Rothenbühler (Leichtathletik) 16,0. 2. Nicolas Siegenthaler (Mountainbike) 13,6. 3. Michael Suter (Handball) 11,3. - 10 Nominierte.
Paralympische Sportler des Jahres: 1. Manuela Schär (Leichtathletik) 23,5. 2. Théo Gmür (Ski alpin) 19,4. 3. Marcel Hug (Leichtathletik) 15,3. - 8 Nominierte
MVP des Jahres: 1. Roman Josi (Eishockey) 43,8. 2. Clint Capela (Basketball) 19,3. 3. Pascal Meier (Unihockey) 16,4. 4. Alina Müller (Eishockey) 9,5. 5. Lia Wälti (Fussball) 7,1. 6. Haris Seferovic (Fussball) 4,0. - 6 Nominierte.

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