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Bieler Lauftage

Mit Freude dabei sein

Die Organisatoren des Kids Runs rechneten gestern mit bis zu 1000 Kindern, die die Strecke vom Kongresshaus in Richtung Zentralplatz liefen. Dabei wurden sie von den Moderatoren angefeuert.

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Anke Eckardt

Es war ein dichtes Gedränge entlang der abgesperrten Strasse vor dem Kongresszentrum, als gestern um 17 Uhr die Bieler Lauftage ganz traditionell mit dem Kids-Run begannen. Die Eltern feuerten ihren Nachwuchs, der zum Teil den Teddy dabei hatte, begeistert an und waren sicher nicht minder aufgeregt, wenn es von der Startlinie «drei, zwei, eins, null» tönte. Den jüngsten Teilnehmern, die zum Teil erst zwei- bis dreijährig waren, fiel es zeitweise schwer, die Orientierung zu behalten. So waren öfter Suchmeldungen zu hören oder die Kleinen rannten weinend wieder zum Start zurück. Da waren die Helfer schnell zur Stelle, um ihres Amtes zu walten. Als weiteren Effort nahmen sie gegen Ende der 200 Meter-Distanz die Nachzügler bei der Hand und begleiteten diese unter Applaus wohlbehalten ins Ziel.

 

Kleine Karambolagen
Die Mutter des fünfjährigen Jachym Touhy aus Nidau war froh, dass ihr Sohn nicht in den Pulk hineingeriet, der vor ihm zu Fall kam. Von den Moderatoren kamen in solchen Vorfällen ermutigende Worte, wie «Wenn man umfällt steht man wieder auf, so wie im richtigen Leben.» Birte Zahradnik aus Meinisberg, die ihre zehnjährige Tochter Salome beim Kilometerlauf anfeuerte, ist begeistert von der guten Organisation. Am frühen Nachmittag erhielt sie via SMS letzte Infos, zum Beispiel, dass die Startnummer nicht vergessen werden sollte.

Nils Rensema aus Pieterlen fand es am besten, dass er «säckeln» konnte und freute sich darüber, dass er eine Medaille bekommen hat. Als er diese dann stolz zeigen wollte, war sie einfach nicht mehr auffindbar und da half es auch nichts, dass jemand ihm mit seinem Exemplar aushelfen wollte.

Einem Jungen, welcher in einer tieferen Kategorie startete und dort gewann, wurde dieser Sieg dann gerechterweise wieder aberkannt. Er erhielt aber eine weitere Chance und konnte nochmals rennen. Nach der Anstrengung war es dann jedem Sportler vergönnt, sich mit Spaghetti zu verköstigen, welche von der Berner Kantonalbank als Hauptsponsorin des Kids-Runs spendiert wurden.

 

Event mit der Stiftung Cerebral
Gegen 18.30 Uhr tauchten am Start 14 Rollstühle auf. Sieben beeinträchtigte Bewohner des PTA-Wohnheims in La Neuveville und der Stiftung Dammweg in Biel wollten sich ein Wettrennen mit Prominenten aus Politik, Sport und Wirtschaft liefern. Dieses erstmalig an den Lauftagen durchgeführte Ereignis fand ausserordentlich grossen Anklang.

Die Zusammenarbeit zwischen den Bieler Lauftagen und der Stiftung Cerebral besteht schon lange. «In diesem Jahr wollten wir mal was neues ausprobieren», meinte Fränk Hofer, Geschäftsführer der Lauftage. Er kam mit Thomas Erne, Geschäftsleiter Cerebral, überein, einen etwas anderen «Lauf» zu initiieren. Jeder der Teilnehmer, darunter Regierungsstatthalter Philippe Chételat, Grossrat Jakob Etter, der Schwinger Florian Gnägi und der Chef von Coop Bern Stefano Alberucci, gab vor dem Rennen eine Zeit an, in welcher er die Distanz von 400 Metern absolvieren wollen. Allen wurden die Uhr und das Handy abgenommen und nun ging es darum, die Zeit und das dazugehörige Tempo richtig einzuschätzen.

Ruth Hugelshofer vom Dammweg kümmerte dies eher wenig und sie kam glücklich mit ihrem Elektrorollstuhl als Erste über die Ziellinie.

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Bereits bei den Kids
gibt es «Titelverteidiger»

Der Kids Run ist nicht nur bei Einsteigern beliebt, sondern auch bei den Jugendlichen, die in einem Leichtathletikverein sind. Viele haben mehrere Wochen auf dieses Rennen hingearbeitet.

Die einen machen beim Kids Run ihre ersten Lauferfahrungen, für andere ist das Startevent der Bieler Lauftage ein Wettkampf. Zum Beispiel für Damian Maurer. Der Busswiler (Jahrgang 2005) ist beim Leichtathletikclub Biel/Bienne Athletics und hat sich intensiv auf den gestrigen Abend vorbereitet. «Die Distanz (1500 Meter, die Red.) war eher neu für mich», erklärte er. Selten sind seine Wettkampfstrecken länger als ein Kilometer. Die zusätzlichen 500 Meter haben sich durchaus bemerkbar gemacht. «Am Schluss spürte ich, wie sich meine linke Wade etwas verhärtete», so Damian Maurer. «Aber ich blendete den Schmerz aus und schaffte es zum Glück bis ins Ziel.»

Und wie: Damian Maurer war in seiner Kategorie der Jahrgänge 2005/06 der schnellste. Er lief mit einem Abstand von rund fünf Sekunden ins Ziel, Zweiter wurde Berlios Beller aus Brügg. Für Damian Maurer war es der zweite Erfolg am Kids Run – bereits vor zwei Jahren hatte er gewonnen. «Überrascht bin ich deshalb nicht unbedingt, aber stolz natürlich trotzdem», so der junge Läufer.

 

Medaillen gut, Fortschritt wichtiger
Bei den gleichaltrigen Mädchen setzte sich ebenfalls eine Läuferin von Biel/Bienne Athletics durch: Es siegte Jael Schmocker aus Diessbach vor der OL-Spezialistin Aline Schmuki aus Biel. Dass Jael Schmocker als Erste über die Ziellinie laufen würde, durfte erwartet werden: Vor einem Jahr hatte sie ihre Kategorie ebenfalls gewonnen – damals sogar als eine des jüngeren Jahrgangs. «Dass ich es erneut schaffte, hat mich trotzdem überrascht», sagte Jael Schmocker. «Meine Teamkollegin Tessa (Brenner, die Red.) lief auch stark und war mir lange auf den Fersen.» Den Unterschied machte Jael Schmocker vor allem auf der letzten Runde, die Bielerin Tessa Brenner holte sich im Schlussspurt den dritten Rang.

Jael Schmocker und Damian Maurer sind nur zwei von zahlreichen Medaillengewinnern des Leichtathletikclubs Biel/Bienne Athletics. «Die Erfolge freuen uns natürlich», sagte Trainer
Peter Brönnimann. «Für uns ist aber nicht die Anzahl Medaillen entscheidend, sondern die verschiedenen Entwicklungen der jungen Läuferinnen und Läufer.» Weil die körperlichen Unterschiede sehr gross sind, seien einige vor allem auf den längeren Distanzen deutlich im Vorteil.

 

Keine Talentsuche
Der Kids Run biete ihren Läufern eine gute Möglichkeit, sich auf etwas längeren Strecken zu versuchen, erklärte Trainerin Cécile Nusbaumer, ebenfalls von Biel/Bienne Athletics. Normalerweise liegt der Fokus bei der Ausbildung auf den Sprints, um die Schnelligkeit zu forcieren. «Langsamer werden sie mit zunehmende Alter sowieso», witzelte Peter Brönnimann.

Ausserdem sei es für Leichtathletik- und Polysportvereine der Region wichtig, sich an solchen Events zu zeigen. Werden die Kinder vom Laufvirus gepackt, wenden sich einige Eltern an die Klubvertreter, um sich über deren Angebote zu informieren. Suchen die Trainer auch gezielt nach Talenten, um diese in den eigenen Verein zu holen? Cécile Nusbaumer widerspricht. Einerseits sei dies an einem solchen Event, an dem es drunter und drüber gehe, kaum möglich. «Andererseits ist es verpönt, junge Läuferinnen und Läufer anderer Vereine abzuwerben.»

Deshalb wird der Bieler Leichtathletikverein beispielsweise wohl nicht auf die beiden Sieger der ältesten Kategorie zugehen. In dieser sind nämlich mit Kahra Zerbini und Mickael Marti (beide aus Sonceboz) zwei Athleten von Tip-Top Polysport Biel allen davon gerannt. Mickael Marti lief mit 20 Sekunden Vorsprung ins Ziel, Kahra Zerbini gar mit fast 50 Sekunden. Michael Lehmann

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