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2. Liga interregional

Mehr als ein Notnagel

Eigentlich hat Yanick Heiniger seine Aktivkarriere schon beendet. Doch im Abstiegskampf kann er seine Teamkollegen des SVLyss nicht im Stich lassen.

Immer noch den Ball im Fokus: Yanick Heiniger hilft seinem Stammverein SV Lyss im Abstiegskampf.  copyright: chris harker/bieler tagblatt

von Moritz Bill
Er habe lange das Gefühl gehabt, dass die Mannschaft den Umschwung schaffen werde, erinnert sich Yanick Heiniger. «Doch dann wurde die Situation zu brenzlig.» So nahm er die im Schrank verstauten Fussballschuhe hervor, um seinen Teamkollegen von früher im Abstiegskampf zu helfen. Heiniger konnte gar nicht anders – sein Herz schlägt auch in der ersten Saison nach seinem Rücktritt noch für den SVLyss.
Und siehe da:Seit der 31-jährige, ehemalige Challenge-League-Spieler, Ende März ins Team zurückgekehrt ist, läuft es dem interregionalen Zweitligisten wieder besser. Nur die Spiele gegen die beiden erstplatzierten La Chaux-de-Fonds und Bulle gingen verloren. Aus dem Schneider sind die Lysser aber noch nicht ganz. Denn nebst den zwei Niederlagen resultierten seit Heinigers Rückkehr auch nur drei Siege. Die restlichen drei Partien endeten mit einem Remis.
Damit hat der SVLzwei Runden vor Saisonende vier Punkte Vorsprung auf den Strich. Mit einem «Dreier» morgen zuhause gegen Portalban/Gletterens (18 Uhr) wäre der Ligaerhalt geschafft. Sogar eine Niederlage könnte den Seeländern reichen, wenn die direkten Abstiegskonkurrenten ebenfalls morgen leer ausgehen würden. Auf Schützenhilfe setzt man im Grien aber nicht. «Wir werden auf Sieg spielen und nicht auf die anderen Ergebnisse hoffen», sagt Heiniger, der zuversichtlich ist, dass dieses Vorhaben auch in die Tat umgesetzt werden kann.

Heiniger war nie weg
Heiniger als Notnagel zu bezeichnen, würde seiner Rolle nicht gerecht werden. Zwar ist er aufgrund der misslichen Tabellenlange und der langen Verletztenliste im Stile eines Feuerwehrmanns in die Mannschaft zurückgekehrt. Doch wirklich weg war er nie. «Obwohl ich nicht mehr spielte, war ich dem Team immer noch sehr nahe. Das war der Hauptgrund, weshalb ich mein Comeback gab», sagt Heiniger, der meistens als hängende Spitze spielte und dabei einmal ins Schwarze traf.

«Ich leide»
Ebenfalls nicht unbedeutend war, dass seit dieser Saison mit Andreas Güntensperger ein ehemaliger Teamkollege Heinigers an der Seitenlinie steht. Dieser hatte schon letzten August angekündigt, dass er bei Bedarf den Routinier ins Team berufen werde. Und wird Heiniger auch nach dem Sommer wieder dem Ruf des Trainers folgen? Er verneint: «Ich leide. Aber das Saisonende ist absehbar, deshalb beisse ich mich durch.» Die Rückenschmerzen, die ihn vor einem Jahr zum Rücktritt gezwungen hatten, machen sich wieder bemerkbar. Die Fussballschuhe an den Nagel hängen, wird Heiniger dennoch nicht. Er will sich nächste Saison den Senioren des SV Lyss anschliessen.

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