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Leichtathletik

Kambundji brilliert mit Schweizer Rekord über 200 m

Mujinga Kambundji stellt an den Schweizer Meisterschaften in Basel einen nationalen Rekord über 200 m auf. Kariem Hussein sichert sich über 400 m Hürden das WM-Ticket.

(sda) Kambundji unterbot mit 22,26 Sekunden die dreijährige Bestmarke von Lea Sprunger um zwölf Hundertstel. Die eigene Bestzeit verbesserte die 27-jährige Bernerin um 16 Hundertstel. Weltweit waren in diesem Jahr erst sieben Läuferinnen schneller - aus Europa einzig die Britin Dina Asher-Smith (22,18). "Es hat alles zusammengepasst", sagte Kambundji. So stimmte nicht nur das Wetter, sondern profitierte sie auch von einem Rückenwind von 1,2 m/s. "Es ist spezieller, den Rekord von jemand anderem zu brechen als den eigenen", so Kambundji. Sie habe schon im vergangenen Jahr über 200 m (SB 22,45) mehr in den Beinen gehabt, als herausgeschaut habe.

Kambundji hatte schon am Freitag über 100 m mit einer Zeit von 11,00 Sekunden, ihrer zweitbesten auf dieser Strecke, brilliert, und dies bei einem Gegenwind von 0,2 m/s. "Schweizer Meisterschaften liegen mir", sagte sie. Kambundji gewann im Stadion Schützenmatte zum siebenten Mal an Schweizer Meisterschaften das Double 100/200 m. Noch dauert es knapp fünf Wochen, ehe die Weltmeisterschaften in Doha beginnen. Hat sie keine Angst, zu früh in Form zu sein? Nein. Es sei einfacher, die Form zu halten, als sie zu erreichen.

Aufatmen kann Kariem Hussein. Der Europameister von 2014 über 400 m Hürden schaffte doch noch die Qualifikation für die Weltmeisterschaften. Der Thurgauer blieb mit 49,21 Sekunden um neun Hundertstel unter dem geforderten Wert. Zuvor hatte er eine Saisonbestzeit von 49,74 Sekunden ausgewiesen.

Hussein wurde nach dem Rennen übermannt von den Emotionen, dermassen gross war die Erleichterung. Er wusste, dass er die WM-Limite in den Beinen hat, allerdings gelang es ihm zuvor nicht, die guten Trainingsleistungen in den Wettkampf zu übertragen. In Basel hielt er nun dem Druck stand.

Der 30-Jährige blickt auf "eine mega schwierige" Zeit zurück. Im vergangenen Jahr konnte er wegen Schmerzen im Beckenbereich bloss ein Rennen über 400 m Hürden bestreiten. Alle hätten ihm gesagt, es ruhig zu nehmen, dass es eine Aufbausaison sei, erklärte Hussein. "Dennoch willst du in den Wettkämpfen schnell sein. Das heute war ein erster Schritt."

Wie Kambundji sicherte sich auch Alex Wilson das Double 100/200 m. Der gebürtige Jamaikaner setzte sich über die halbe Bahnrunde ungefährdet in 20,44 Sekunden durch. Die Zeit war jedoch sekundär. Wilson hatte zuletzt mit Knieschmerzen zu kämpfen, vor den Titelkämpfen konnte er nur während zehn Tagen wie ein Sprinter trainieren. Das wirkte sich auf die Fitness aus. Er habe noch etwas Zeit, um in Topform zu kommen, sagte Wilson. "Wichtig ist, dass ich auf dem richtigen Weg bin".

Hoffnung auf ein WM-Ticket hatte sich Stabhochspringerin Nicole Büchler gemacht. Die 35-jährige Seeländerin, die im vergangenen Oktober einen Sohn zur Welt gebracht hat, sprang eine Woche zuvor in Arlesheim mit 4,50 m so hoch wie noch nie seit ihrem Comeback. Auf der Höhe von 4,56 m, der WM-Limite, scheiterte sie nur knapp. In Basel allerdings kam Büchler nicht auf Touren, überquerte sie lediglich 4,35 m und holte sie Silber. Gold sicherte sich Angelica Moser (4,51).

Selina Büchel, zweifache Hallen-Europameisterin über 800 m, trat wegen eines Zwickens in Oberschenkel nicht an - sie war über 400 m gemeldet. Sie hofft, am Donnerstag bei Weltklasse Zürich wieder fit zu sein, schliesslich ist sie noch nicht für die WM qualifiziert.

Langstrecken-Spezialist Julien Wanders nutzte die Titelkämpfe als Schnelligkeitstraining. Der 23-jährige Genfer verpasste über 1500 m als Zweiter hinter Tom Elmer den dritten SM-Titel in Folge, über 800 m wurde er Sechster.

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