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Leichtathletik

Favoritensiege am Grenchenberglauf

Der 19. Grenchenberglauf wurde 
zur Beute des Riggisbergers Simon Zahnd. Er verwies mit Florian Howald und Carsten Brod weitere Favoriten auf die Plätze zwei und drei. Bei den Frauen verteidigte Petra Eggenschwiler ihren Titel.

Sie waren am Grenchenberglauf am schnellsten (von links): Florian Howald, Simon Zahnd und Carsten Brod. Bild: dmb

Kühle und deshalb idealste Bedingungen gestern während des 19. Grenchenberglaufs: 358 Berglaufspezialisten nahmen die 800 Höhenmeter über die Distanz von zwölf Kilometern unter die Füsse. Der Streckenrekord sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen wankte bedrohlich. Doch soweit sollte es nicht kommen, obschon die grossen Favoriten auf den Tagessieg keineswegs enttäuschten. Bei den Männern ging der Sieg an den Solothurner Simon Zahnd. Der letztjährige Zweite verbesserte zwar seine persönliche Bestmarke am Grenchenberg auf 55,14 Minuten, an den Rekord von Matthias Kyburz (51,46/2015) kam er jedoch nicht heran. Dies, obschon sich der Berner zu Beginn ein packendes Duell mit dem Winterthurer Florian Howald lieferte. «Die ersten vier Kilometer vermochte ich meinen Verfolger nicht abzuschütteln. Er blieb mir hartnäckig auf den Fersen», so der Tagessieger. Führungsarbeit habe Florian Howald jedoch keine leisten wollen.

Vorjahressieger Jérémy Hunt war bei der 19. Austragung des Laufes auf den Grenchner Hausberg nicht am Start, weil er sich kürzlich leicht verletzt hat und sich für die Berglauf-EM schonen will. «Für mich umso besser», sagte Simon Zahnd. «Meine Mutter ist von Grenchen und mein zweiter Sieg an einem Rennen der Jura-Top-Tour ist deshalb quasi in meiner alten Heimat zustandegekommen.» Der zweitplatzierte Florian Howald, der sich momentan ebenfalls auf die EM vorbereitet, zeigte sich mit seiner Leistung nur bedingt zufrieden: «Es ist zwar ein erfolgreicher Tag für mich, mit meiner Zeit bin ich jedoch nicht zufrieden.» Er befinde sich zur Zeit in einer intensiven Trainingsphase, habe sich kurzfristig für einen Start in Grenchen entschieden, das Rennen jedoch gewinnen wollen. Erneut auf dem Podest klassiert wurde der einzige ausländische Teilnehmer: Der Konstanzer Carsten Brod, in Grenchen bereits seit Jahren Stammgast, wies einen Rückstand von gut zweieinhalb Minuten auf den souveränen Sieger auf. Wie bereits im Vorjahr belegte der Grenchner David Richard als bester Seeländer eine Top-Rangierung. Mit einem Rückstand von 8,38 Minuten wurde er in seiner Kategorie M35 Fünfter und belegte damit im Gesamtklassement Rang 16.

Bei den Frauen kannte die Solothurnerin Petra Eggenschwiler keine Konkurrenz und verteidigte ihren Titel souverän. In 1:02,06 Stunden lief die Sportlerin aus Langendorf 2,1 Minuten schneller als im vergangenen Jahr und damit persönliche Bestleistung. Dies in Abwesenheit der sechsfachen Grenchenberg-Siegerin Martina Strähl. Mit einem Rückstand von 3,24 Minuten kam Sarina Jenzer ins Ziel. Die Bernerin ist Kadermitglied de Schweizer OL-Nationalmannschaft und unterzog sich einem erfolgreichen Formtest. Der 30-jährigen Siegerin Petra Eggenschwiler ist mit dem Sieg eine Hauptprobe für die Anfang Juli in Mazedonien anstehende Berglauf-EM geglückt. «Einfach war es nicht, ich konnte das hohe Anfangstempo der Männer kaum mitgehen und musste mein Rennen selber einteilen.» Wichtig sei ihr der Sieg gewesen, nachdem sie im Mai an der Duathlon-Kurzdistanz-SM und Anfang Juni an den Berglauf-Schweizermeisterschaften jeweils Rang drei erreicht hatte. Die Form von Eggenschwiler kurz vor dem Saison-Höhepunkt stimmt jedenfalls. Als beste Seeländerin klassierte sich die Bielerin Adriana Granitto mit 18 Minuten Rückstand auf Platz 16, dicht gefolgt von der Grenchnerin Claudia Baumgartner (17.). Insgesamt war die 19. Austragung des Grenchenberglaufs ein Erfolg, obschon Präsident Peter Schär sich ob der Teilnehmerzahl von 358 Starts leicht enttäuscht zeigte. Erwartet wurden im Vorfeld gut 400 Teilnehmer. Zu hoffen bleibt, dass im nächsten Jahr auch der 20. Grenchenberglauf durchgeführt werden kann. Gesucht wird für Peter Schär, der zurücktreten will, dringend ein neuer OK-Präsident. Die Suche gestaltet sich nicht einfach, laut dem OK habe man zuletzt allerdings zwei positive Rückmeldungen zu diesem Thema erhalten. Daniel Martiny

 

Stichwörter: Grenchenberglauf, Sport, Rennen

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