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Er will auch im Ausland die Kurve kriegen

Bei inländischen Kartserien fährt der Schüpfener Kilian Streit vorne mit. Im Ausland muss er härteres Brot essen – vorerst.

Kartfahrer Kilian Streit will auch im Ausland den Sprung an die Spitze schaffen. 
zvg/Beat Mathys

So klein ist Kilian Streit gar nicht mehr: Mit 1.74 Meter entspricht der 16-jährige Bauzeichnerlehrling aus Schüpfen durchaus jedem anderen Jungen in seinem Alter. Dafür ist er schneller: Streit fährt als einziger Schweizer in der französischen Iame-Kart-Serie.

Entdeckt wurde Streits Talent auf der Indoor-Kartbahn in Muntelier. Dort, im Expodrom, wo immer wieder Vereine oder Firmen Plauschrennen fahren, zauberte Streit Zeiten auf die Resultatmonitore, die man schlicht für unmöglich hielt. Seine 31.137 Sekunden für eine Runde sind in Muntelier bislang unerreicht.

Inzwischen hat «Stritu» zu den Rennkarts gewechselt. Während zwei Jahren fuhr er die Trofeo Vega, eine Rennserie für Einsteiger in den Kartsport. Letztes Jahr belegte er in der Kategorie Junior den 6. Schlussrang. Motorschäden hatten ein noch besseres Resultat verhindert. Seit diesem Jahr fährt Streit mit einem Alpha SP40-Chassis für das LKM-Team des Bielers Mik Hyvernaud, und er hat von den Junioren in die Elite-Kategorie gewechselt. Den ersten Lauf der Trofeo Vega in Levier gewann er überlegen. Streit nahm den über 20 Konkurrenten im Qualifying mehr als 
4 Zehntel ab und gewann auch alle Rennläufe.

Am Wochenende folgte auf der Strecke von Mirecourt die Bestätigung. Streit ging von der Poleposition aus in die Rennläufe und musste sich dort nur gerade jenem Konkurrenten geschlagen werden, der gegenwärtig auch die Schweizer Meisterschaft dominiert. Mit einem Sieg und einem 
2. Platz führt Streit die Gesamtwertung nach zwei von fünf Rennen um die Vega-Trophy klar an.

Als zusätzliche Herausforderung hat sich Streit die international ausgeschriebene Iame-Serie France ausgesucht. Neben rund 
50 Franzosen und Kollegen aus Belgien, Spanien, Japan und Singapore ist der Schüpfener der einzige Schweizer. Sein Ziel: die Qualifikation für das WM-Finale im Oktober in Le Mans.

Der Start zum Unternehmen «Le peitit Suisse bei den Galliern» verlief vielversprechend. Auf der anspruchsvollen Strecke von Brignoles qualifizierte er sich auf Anhieb als 14. von 59 Piloten für die weiteren Läufe und verpasste das A-Finale trotz strömenden Regens nur knapp.

«Der neue Kart läuft wie eine Rakete», sagt Streit. «Nun muss ich noch lernen, mich im Feld dieser viel erfahreneren und teilweise fast doppelt so alten Piloten Respekt zu verschaffen und durchzusetzen.» Kein einfaches Unterfangen, wenn man gleichzeitig zum Material möglichst gut Sorge tragen und das Risiko entsprechend kalkulieren muss. Am übernächsten Wochenende hat Streit auf der Piste von Château-Gaillard Gelegenheit dazu. Auf diesem 1,8 Kilometer langen und anspruchsvollen Rundkurs geht das Unternehmen des «Petit Suisse bei den Galliern» in die zweite Runde. htm

Stichwörter: Kart, Sport, Schüpfen, Rennen

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