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Ende gut, vieles gut

Die Schweiz hat das letzte Wegstück an die EM-Endrunde 2020 wie erwartet ohne Probleme hinter sich gebracht. In Gibraltar gewann sie 6:1.

Cedric Itten (Mitte) liess sich nicht aufhalten und traf gestern erneut - sogar doppelt. Bild: Keystone

Die vierte Qualifikation in Folge für ein grosses Turnier war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Die Schweizer traten gestern unter dem Affenfelsen gegen die Nummer 196 des Fifa-Rankings gewiss nicht überaus kreativ oder inspiriert auf, aber doch ernsthaft und seriös genug, um schon früh in Führung zu gehen und damit auch allfälligen Zufälligkeiten negativer Art aus dem Weg zu gehen. Cedric Itten traf in der 10. Minute zum 1:0. Es war nach Vorarbeit von Ruben Vargas und einem Fehler von Gibraltars Torhüter Dayle Coleing schon sein zweites Tor im Nationalteam. 29 Minuten hatte er da gerade einmal für die Schweiz im Einsatz gestanden, nachdem er am Freitag bei seinem 19-minütigen Teileinsatz bereits das Siegestor gegen Georgien erzielt hatte.

Schweiz auf dem 1. Platz

In der Schlussphase schraubte Itten seine Torquote mit seinem Kopfball zum 5:1 weiter hoch (84.). Zuvor hatten Ruben Vargas (50.), Christian Fassnacht (57.) und Loris Benito (75.) nach der Pause die zunehmende Müdigkeit bei den Amateuren Gibraltars genutzt, um ihr erstes Länderspieltor zu erzielen. Captain Granit Xhaka setzte in der 86. Minute den Schlusspunkt. Dass Gibraltar kurz vor dem vierten Schweizer Tor selbst zu einem Treffer kam, erhöhte den Lärmpegel unter den knapp 2000 Zuschauern für kurze Zeit. Wichtiger war für die Schweiz in den Schlussminuten indes die Kunde über den Ausgleich Irlands gegen Dänemark. Damit beendet die Schweiz die Gruppe D vor Dänemark auf dem 1. Platz und wird bei der Auslosung für die EM-Gruppen vom 30. November mit grosser Wahrscheinlichkeit im Topf 2 gesetzt.

Ende gut, fast alles gut also in einer Kampagne, die von den Spielern selbst als «komisch», «mühsam» oder «holprig» bezeichnet und von den Beobachtern kritisch begleitet wurde. Doch das Team hat den Job im Grossen und Ganzen solide erledigt. Sie hat auf dem Weg an die EM die wenigen heiklen Aufgaben mit Resultaten gelöst, die letztlich über Sein oder Nichtsein entschieden: das 2:0 in Georgien, das 1:1 in Irland und das 2:0 im Heimspiel gegen die Iren.

Wie ein gutes Springpferd

So darf man konstatieren, dass die Schweiz diese Qualifikation wie ein gutes Springpferd bewältigt hat: Sie sprang nicht höher als nötig. Sie muss sich im Hinblick auf die Endrunde im kommenden Juni gewiss steigern, doch das war vor zwei und vier Jahren nach schwierigen Phasen im Spätherbst auch schon so. Eine Steigerung im spielerischen Bereich, welche Petkovic mit seinem Team vor allem an der letzten EM hinbekommen hat. Wer vom Schweizer Team schon im Verlaufe der Qualifikation mehr Spektakel erwartet hat, muss sich auch vor Augen führen, dass beispielsweise in der Offensive der kreativste Spieler (Xherdan Shaqiri) gar nie zum Einsatz kam, und der beste Skorer der Nations League (Haris Seferovic) nur in drei von acht Spielen.

Nach dem Sieg in Gibraltar fällt für die Schweiz der Vergleich mit der eigenen Vergangenheit durchaus positiv aus. 2019 hat die Schweiz pro Spiel mehr Punkte geholt (1,8) als im letzten Jahr (1,71). Und die Qualifikation war mit 2,125 Punkten pro Spiel besser als die Ausscheidung zur EM 2016 (2,1). Mit der Qualifikation für die EM-Endrunde verlängert sich der Vertrag von Vladimir Petkovic bis im nächsten Sommer. sda

Stichwörter: Fussball, Schweiz, EM

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