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Triumph

Die Gewinner der Sportlerwahl sind bekannt

Bei der Wahl der Seeländer Sportler des Jahres hat sich in drei Kategorien jemand aus dem Favoritenkreis durchgesetzt. In der Kategorie Nachwuchs gab es dagegen eine kleine Überraschung.

Siegertrophäen

Männer: Gaëtan Haas, der Vize-Weltmeister setzt sich durch

Gaëtan Haas hat sich mit dem Grenchner YB-Torhüter Marco Wölfli ein enges Rennen geliefert. Letzterer hatte bei der Jury und beim Publikum die Nase leicht vorn. Dass trotzdem Haas die Wahl gewann, lag letztlich an den Stimmen der Redaktoren. «Das zeigt, dass es sich auszahlt, wenn man sich den Journalisten gegenüber immer sympathisch verhält», witzelt der Angreifer des SC Bern. Der 27-jährige Bieler hat ein fantastisches Jahr hinter sich; der Höhepunkt war mit dem Nationalteam, das sich im WM-Final gegen Schweden erst im Penaltyschiessen geschlagen geben musste. Haas ist jedoch nicht nur zufrieden. «Ich kann mich immer noch nicht mit der Silbermedaille anfreunden, wir wollten unbedingt die goldene mit nach Hause bringen. Und auch das Halbfinal-Aus mit dem SC Bern schmerzte.» Dennoch darf der ehemalige Biel-Junior zufrieden sein. Er scheint sich Jahr für Jahr weiter zu steigern. Was erhofft er sich für 2019? «Eine Saison ohne Verletzungen. In dieser Hinsicht habe ich genug durchgemacht», sagt Gaëtan Haas. Gut möglich, dass Haas mit seinem SC Bern um den Titel kämpfen wird. Und man darf gespannt sein, ob mit der Nati die Bestätigung folgt. Zu guter Letzt könnte auch die Reise über den Atlantik realisiert werden – eines von Haas’ grossen Zielen. «Erhalte ich die Möglichkeit, lehne ich das Angebot sicher nicht ab.» lk/leh

Frauen: Simona Aebersold, erster Elite-Titel

Dritte Auszeichnung in Folge: Nach ihren zwei Titeln in der Kategorie Nachwuchs setzt sich Simona Aebersold auch in der Kategorie Frauen durch. «Das ist eine wunderschöne Anerkennung», sagt die 20-jährige Orientierungsläuferin. Sie überzeugte die Abstimmenden vor allem mit ihrer starken Premiere an der Elite-Europameisterschaft. Obwohl sie aufgrund ihres Alters noch immer als Juniorin galt, lief die Brüggerin zur Bronzemedaille über die Mitteldistanz. Im Sprint reichte es für ein Diplom und in der Staffel hatte sie Pech, dass nur das beste Nationalteam im Klassement aufgeführt wird; ansonsten hätte sie dort die Silbermedaille gewonnen. «Die EM im Tessin war sicher mein Highlight des Jahres. Ich habe es gehofft, aber nie erwartet, dass ich gleich eine Medaille gewinnen würde», sagt Simona Aebersold. Die Siegesprämie über 2000 Franken hat sie zuletzt unter anderem für Langlaufski eingesetzt, mit denen sie im Winter ihre Ausdauer trainiert. Nun, in ihrem offiziell ersten Elite-Jahr, kommen weitere Ausgaben hinzu. Zum Beispiel möchte sie Trainingslager besuchen, in denen sie der Realisierung des nächsten Ziels etwas näher kommen will. Im August findet in Norwegen die Weltmeisterschaft statt. Pro Lauf werden sich nur drei Schweizerinnen qualifizieren. «Es ist mein ganz grosses Ziel, mir einen WM-Startplatz zu erkämpfen.» leh

Teams: EHC Biel, der Hockeyclub gewinnt das Double

In dieser Kategorie hat das Publikum die entscheidenden Punkte vergeben. Während sich die Redaktoren und die Jury knapp für das Olympia-Curling-Duo Jenny Perret und Martin Rios entschied, sorgten die Stimmen der EHC-Fans für den Wechsel an der Spitze. Somit verteidigt der EHC Biel seinen Titel aus dem Vorjahr. «Der Preis tut in diesem Jahr besonders gut, da es ein wirklich herausragendes Jahr war», sagt Daniel Villard, CEO des Vereins. «Da war nicht nur der Einzug in die Playoff-Halbfinals, sondern auch ein bemerkenswert starker Start in die neue Saison. Es ist uns fast nicht möglich, noch besser abzuschneiden.» Wie im letzten Jahr werden die 2000 Franken Preisgeld in die Juniorenbewegung investiert. Freilich wirken 2000 Franken wie eine Minisumme bei einem erwarteten Umsatz von 16,5 Millionen Franken für die laufende Saison. «Die Gewinnsumme ist so oder so wertvoll für uns», erklärt Daniel Villard. «Sonst ruft mich niemand an, um zu fragen, ob man uns finanziell unterstützen dürfe. Hinter jedem eingenommenen Franken steckt Arbeit.» Und wer weiss: Vielleicht macht der EHC Biel im nächsten Jahr aus dem Double das Tripple. Zwar wirkt das Team nicht mehr ganz so unwiderstehlich wie zu Beginn der Saison, trotzdem kann die Reise für die Bieler auch in dieser Spielzeit noch weit gehen. lk/leh

Nachwuchs: Amélie Klopfenstein, eine kleine Überraschung

Die Mitglieder des Giron Jurassien sind solidarisch. Dem Aufruf desregionalen Ski-Verbands, Amélie Klopfenstein bei der Sportlerwahl zu unterstützen, sind viele nachgekommen. So hat es die 16-jährige Skifahrerin geschafft, ihren durch Jury und Redaktoren eingehandelten Punkterückstand wett zu machen und die Wahl zur besten Nachwuchssportlerin zu gewinnen. «Es motiviert mich sehr, dass so viele Leute hinter mir stehen», sagt Amélie Klopfenstein. «Und natürlich bin ich sehr glücklich, die Wahl gewonnen zu haben.» Ihr Dank geht in erster Linie an ihren Trainer Charles-Albert Mottet vom Skiclub Romand Bienne. «Er hat mich immer unterstützt.» Die Wahl des Skitalents aus La Neuveville ist eine kleine Überraschung und dennoch hat sie die Auszeichnung mehr als verdient. Sie wurde U16-Schweizer-Meisterin im Riesenslalom und qualifizierte sich für den renommierten Wettkampf im kanadaischen Whistler. Dadurch schaffte sie im Sommer den Übertritt ins Nationale Leistungszentrum in Brig. «Das Internat und das Material: Eine Saison kostet mich mehr als 30000 Franken», rechnet Amélie Klopfenstein vor. Den Zustupf von 2000 Franken durch den Gewinn der Sportlerwahl kann sie also gut gebrauchen. «Vorerst möchte ich weiterhin überzeugen und mir dadurch eine Teilnahme an den Olympischen Jugendspielen 2020 sichern.» lk/leh

 

Stichwörter: Sportlerwahl

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