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Inlineskating

Die Favoriten trotzen in Biel dem Regen

Der Neuseeländer Peter Michael hat bereits zum vierten Mal in Serie das Certina Inline Race in Biel gewonnen. Bei den Frauen kam die Deutsche Mareike Thum am besten mit den glitschigen Verhältnissen zurecht.

Kontrolliert das Rennen: Peter Michael (vorne) feiert am Ende seinen vierten Bieler Sieg in Folge. Bild: Matthias Käser

Francisco Rodríguez

Als kurz nach 17 Uhr sinntflutartige Regenfälle auf Biel niederprasseln, ziehen sich die Organisatoren am Certina Inline Race für eine kleine Lagebesprechung zurück. «Wir haben drei Szenarien», sagt OK-Präsident Thomas Wolf. «Wenn es weiter so regnet, den Start noch zu verschieben, das Rennen danach ganz abzublasen oder die Zeiten wie geplant zu belassen.» Glücklicherweise lässt der Regen nach, womit das Programm nicht angepasst wird.

 

Vier Skater an der Spitze
Nachdem die jüngeren Inlineskater ihr Rennen absolviert haben, sind die Grossen im Halbmarathon an der Reihe. Bei den Männern erwischen Seriensieger Peter Michael aus Neuseeland, der Möriger Yves Reist, Altmeister Pascal Briand und der Belgier Tim Sibiet den besten Start. Angeführt von Michael absolvieren sie die ersten drei Runden durch Biel.

In der vierten Runde tut sich aber eine Lücke zwischen dem Spitzenduo und den Verfolgern auf. Nur Reist vermag noch das Tempo des grossen Favoriten mitzugehen. Bis schliesslich der achtfache Weltmeister alles klar macht und Reist 27 Sekunden abnimmt. Es ist bereits der vierte Sieg in Folge für Michael.

 

Der schönste Sieg
«Dieser Sieg hier bedeutet mir am meisten, denn ich habe ihn bei sehr schwierigen Bedingungen realisiert», sagt der 29-jährige Inlineprofi. «Erstmals seit ich hier starte, hat es geregnet. Die technisch anspruchsvolle Strecke war bei diesen glitschigen Verhältnissen noch einmal schwieriger. Umso glücklicher bin ich mit meinem Rennen.» Er habe sich in dieser Saison kontinuierlich steigern können. Jetzt sei der Bieler Seriensieger bereit für die folgende Hürde. Am 1. Juli startet Michael in Holland, wo der nächste WM-Erfolg abholbereit liegt.

Keine WM mehr bestreitet Yves Reist, für den inzwischen andere Dinge im Leben, wie die Arbeit im eigenen Familienunternehmen und das private Umfeld, Priorität haben. Umso schöner sei es gewesen, Michael alles abverlangt zu haben. «Schade, hat es am Schluss nicht bis ganz nach vorne gereicht. Dieser zweite Rang in meinem Heimrennen ist für mich aber ein Erfolg», sagt der Möriger vom Team Chauvin Arnoux. «Dass mein Teamkollege Tim Sibiet das Podest komplettiert, ist toll und zeigt, dass wir heute vieles richtig gemacht haben.»

 

Die richtigen Rollen montiertVor dem Rennen habe er lange gewartet, bis er sich schliesslich für die Regenrollen entschied. Der richtige Entscheid, denn die Strecke trocknete nie ganz ab. «Es war sehr rutschig», so das ehemalige Mitglied der Schweizer Inline-Nationalmannschaft, das wie alle an die Grenzen gehen musste, am Ende aber auf einen gelungenen Abend blicken kann. So wie die Siegerin bei den Frauen, Die Deutsche Mareike Thum.

Nach ihrem 2. Platz 2016 hat es nun zum ersten Sieg in Biel gereicht. Dieser hat sie sich auf überlegene Art und Weise gesichert. Von Beginn an führt sie die Spitzengruppe an. «Da es bei diesen Bedingungen schwierig ist, für Überholmanöver zu beschleunigen, wollte ich vorne wegfahren», so Thum zu ihrer Taktik. In jeder Runde baut sie den Vorsprung aus. Am Ende sind es drei Minuten, die sie ihrer Landsfrau Larissa Gaiser abnimmt. Auch Thum hat die Bestätigung erhalten, dass sie für die WM bereit ist.

Am Ende atmen die Organisatoren in Biel auf, denn gravierende Verletzungen bleiben aus. Ein Teilnehmer muss seine Schulter im Spital untersuchen lassen, weitere haben bei Stürzen nur Schürfwunden abbekommen.

Mehr Bilder des Rennens unter
www.bielertagblatt.ch/galerien

Info: Alle Resultate und Infos unter www.swiss-skate-tour.ch.

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Die Schnellsten 
im Halbmarathon

  • Männer:

1. Peter Michael (NZL) 39:08,57

2. Yves Reist (Mörigen) +27,82

3. Tim Sibiet (Bel) +1:19,14

4. Pascal Briand (Fra) +1:27,43

5. Yannick Friedli (Wangen a. A.)

+1:33,16

6. Silvano Veraguth (Haldenstein)

+1:33,17

 

 

  • Frauen:

1. Mareike Thum (De) 40:45,57

2. Larissa Gaiser (De) +2:59,73

3. Nadja Wenger (Schenkon)

+3:04,89

4. Noemi Zurbuchen (Bottenwil)

+6:44,75

5. Nicole Bolivar (Col) +6:45,82

6. Yvonne Hodel (Kölliken)

+10:11,72

fri

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