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2. Liga regional

Beide Teams zittern

Hochspannung im Derby: Mit einem Sieg könnte Grünstern endlich aufsteigen, Aegerten wäre seinerseits so gut wie gerettet. Wer behält die Nerven?

Kann der SC Aegerten Brügg morgen jubeln? Mit einem Sieg gegen Leader Grünstern würden sich die Aegerter so gut wie sicher aus dem Abstiegskampf verabschieden. copyright: anita vozza/bieler tagblatt

von Moritz Bill

Es geht um viel im Derby. Die Affiche FC Grünstern gegen den SC Aegerten Brügg ist an sich schon ein Klassiker des regionalen Fussballs. Doch morgen erhält das Rencontre durch die Tabellenkonstellation eine zusätzliche Würze. Grünstern wird versuchen, sich zum wiederholten Mal den lange Zeit sicher geglaubten Aufstieg zu sichern. Aegerten wird alles daran setzen, sich mit einem Sieg aus dem Abstiegskampf zu verabschieden – vorausgesetzt, dass aus dem direkten Abstiegsduell zwischen Besa und Delsberg ein Sieger hervorgeht.

«Grünstern hat mehr Druck»
Holen die Aegerter in Ipsach keine Punkte, könnte es unter Umständen noch ungemütlich werden. Aus den beiden regionalen Zweitligen werden diese Saison fünf (anstatt vier) Teams absteigen, da aus den interregionalen Ligen bereits mehrere Absteiger feststehen, die dem Bernjurassischen Verband angehören. So könnte es nach dem letzten Spieltag das auf dem drittletzten Platz liegende Team der Seeland-Jura-Gruppe treffen, falls die Mannschaft über dem Strich der Berner Gruppe mehr Punkte aufweist.
Dass deshalb für beide Mannschaften viel auf dem Spiel steht, steht für Aegerten-Brügg-Trainer Matthias Born ausser Frage. «Aber Grünstern ist einem grösseren Druck ausgesetzt als wir. Sie haben es trotz eines grossen Vorsprungs mehrmals verpasst, den Sack zuzumachen. Nun bleibt ihnen nur noch eine Chance, ansonsten kommt es zur Finalissima gegen Aarberg.» Dazu kommt, dass Grünstern dem Born-Team liegt. In der Vorrunde knüpfte Aegerten den Ipsachern nach sieben Erfolgen in Serie mit einem torlosen Unentschieden Punkte ab. Und in der Saisonvorbereitung und dem letztjährigen Berner Cup siegten die Aegerter sogar gegen die Ipsacher. «In den letzten Partien machten wir gegen Grünstern immer eine gute Falle», sagt Born.
Trotzdem ist sich der Aegerten-Brügg-Coach bewusst, dass es morgen eine «enge Kiste» geben könnte. Die Nervosität wird auf beiden Seiten gross sein. Demnach dürfte nach Born dem ersten Tor eine entscheidende Rolle zukommen, «das gibt Ruhe».

Kein Schleudersitz in Ipsach
Aegerten spielt schon die ganze Rückrunde unter Druck, was ein Vorteil sein dürfte. Mit nur neun Punkten hatte der SCAB unter dem Strich überwintert. Seither hat das Born-Team eine erfolgreiche Aufholjagd mit 16 Punktgewinnen hingelegt und ist damit das drittbeste Team der Rückrunde.
Ganz anders der FC Grünstern, der seit drei Spielen einem Sieg hinterherrennt. «Wir glauben noch an den Aufstieg, die Ausgangslage ist immer noch sehr gut», sagt Copräsident Herbert Bickel, und hält fest, dass vom Vorstand aus kein Druck auf das Team ausgeübt werde. «Die Spieler wollen es von sich aus schaffen. Der Aufstieg ist, und war nie ein definiertes Ziel des Vereins. Wenn es klappt, wäre das sensationell. Wenn nicht, können wir auch mit der regionalen Liga leben», sagt Bickel.
Aufgrund der nicht wunschgemäss verlaufenen Rückrunde vorzeitig den Trainer zu wechseln, (Weidmanns Nachfolger Mathez steht seit seiner Freistellung beim FCBiel bereit) sei nie zur Diskussion gestanden. «Weidmann wird bis zum letzten Spiel an der Seitenlinie stehen», so Bickel.

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