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Seeland

Menschen im Seeland

In unserer Rubrik "Menschen im Seeland" stellen wir ihnen die Leute vor, die wir in Biel und im Seeland auf der Strasse treffen.

  • 1/47 Samuel Peña
  • 2/47 Domenic Dannenberger
  • 3/47 Tina Küffer
  • 4/47 Ursula Jampen
  • 5/47 Marcel Rohner
  • 6/47 Noel Studer
  • 7/47 Franziska Stauffer
  • 8/47 Harry Steinegger
  • 9/47 Susanne Gribi-Neuhaus
  • 10/47 Dominique Schenker
  • 11/47 Bea Eggli
  • 12/47 Tim Reichenbach
  • 13/47 Rolf Scherler
  • 14/47 Muriel Jost
  • 15/47 Alexandra Hirschi
  • 16/47 Felix Mosimann
  • 17/47 Tanja Gabriela Kyramarios
  • 18/47 Mariette Wüst Studer
  • 19/47 Florian Limacher
  • 20/47 Mohammed Abdullahi
  • 21/47 Kurt Schrott
  • 22/47 Christoph Blum
  • 23/47 Antje Garth
  • 24/47 Hugo Heuer
  • 25/47 Hans Wüthrich
  • 26/47 Heidi Lüdi Pfister
  • 27/47 Lauranne Eyer
  • 28/47 Pia Sieberer
  • 29/47 Asam Kelvin
  • 30/47 Felice Bottinelli
  • 31/47 Georges Sigrist
  • 32/47 Camille Poirier
  • 33/47 Delaja Ledermann
  • 34/47 Lena Scheidegger
  • 35/47 Gary Terol
  • 36/47 Tom Häderli
  • 37/47 Jacqueline Mock
  • 38/47 Livio Tschanz
  • 39/47 Stéphane Torres
  • 40/47 Jennifer Kübli
  • 41/47 Doris Meyer
  • 42/47 Angela Wenner
  • 43/47 J. P. S.
  • 44/47 Madeleine Sumi
  • 45/47 Florine Némitz
  • 46/47 Ilja Steiner
  • 47/47 Andreas Engler, Bern, Violinist und Musiklehrer.
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Samuel Peña: «Habt Respekt vor der Natur und bleibt lieb 
zueinander»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Samuel Peña, 29, Nidau, Detailhandelsfachmann

Was machen Sie hier?

Ich bin für den Verkauf zuständig, ich mache Bestellungen und ab und zu repariere ich kaputte Angelruten der Klienten. Wir sind zu dritt im Geschäft. Natürlich bin ich selber auch Fischer. Die Saison hat jetzt langsam wieder begonnen. Meistens fängt sie im Mai an und endet im Oktober. Momentan haben wir also wieder mehr zu tun als noch vor einigen Wochen. Natürlich gibt es angefressene Fischer, die auch während der Winterzeit ihre Gadgets bei uns kaufen.

 

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Diesen Laden gibt es seit 1994, er befand sich bis vor einigen Jahren noch in der Altstadt. Da war ich natürlich noch ein Kind, aber schon am Fischen interessiert und ging selber als kleiner Klient meine Sachen dort besorgen ... Und jetzt arbeite ich hier. Ich mag es sehr, dass meine Arbeit mit meinem Hobby verbunden ist. Unterdessen arbeite ich seit neun Jahren hier und kenne die Stammkundschaft. Es ist schon fast ein kleiner Treffpunkt geworden, wo man sich über die Fischerei austauscht und zusammen plaudert.

Wovon träumen Sie?

Ich lebe hier und jetzt, für den Moment. Die Zukunft ist weiter weg, und ich finde es wichtig, die Gegenwart nicht zu vergessen und im Fokus zu behalten. Wenn man ständig nach vorne schaut, entgehen sehr schnell Sachen, die jetzt passieren. Aber einen Riesenhecht zu fischen wäre sicher ein Ziel, obwohl ich schon öfters Hechte rausgezogen habe ... Aber es gibt immer einen noch grösseren Fisch im Teich.

 

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Habt Respekt vor der Natur und bleibt lieb 
zueinander.

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Domenic Dannenberger: «Man soll das Leben leben und sich mit ihm auseinandersetzen»

Vorname, Name, Alter, Wohnort

Domenic Dannenberger, 54, Täuffelen

Was machen Sie hier?

Ich wohne schon länger in der Umgebung, aber ursprünglich bin ich aus dem Engadin. Seit einigen Jahren paddle ich mit dem Kajak hier auf dem Bielersee. Diese Leidenschaft pflege ich öfters, nämlich zwei- bis dreimal in der Woche. Es ist eines meiner Lieblingshobbys, da ich auch selber im Sportbereich arbeite. Ich habe auch andere, wie Schwimmen, Surfen oder Stand-Up-Paddeling, bin gerne auf oder im Wasser, am See oder am Meer. Es macht mir auch nichts aus, bei kaltem Wetter auf den See zu fahren. Ich habe für jedes Klima ein passendes Outfit.

Was gefällt Ihnen hier?

Das Wasser und das Seeufer, besonders am frühen Morgen. Ich geniesse es, das Licht und die Reflexionen auf dem Wasser zu sehen, egal um welche Jahreszeit. Was ich auch sehr mag, ist, die verschiedenen Tiere zu beobachten, die man an diesen Orten zu sehen bekommt, wie die Biber, Schwäne, Enten und so weiter.

Wovon träumen Sie?

Für mich ist es wichtig, eine glückliche Familie zu haben und die Momente zu geniessen. Was mir auch am Herzen liegt, ist die Zufriedenheit.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon 
immer mitteilen?

Man soll das Leben leben und sich mit ihm auseinandersetzen, besonders in schwierigen Situationen, wie zum Beispiel in der Coronakrise, in der wir uns momentan befinden. Es ist mir sehr wichtig, dass sich die Leute bewusst sind, dass es uns im Vergleich zu anderen Ländern, wie zum Beispiel dem Jemen, gut geht, und wir uns eigentlich nicht gross beschweren sollen, auch wenn wir momentan auf gewisse Dinge verzichten müssen.

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Tina Küffer: «Man soll im Leben kreativ bleiben»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Tina Küffer, 27, Biel, Köchin

Was machen Sie hier?

Bis vor Kurzem war ich auf Reisen. Als ich zurückkam, war die Krise da. Alles war geschlossen und mir wurde klar, ich musste erfinderisch werden, um etwas zu verdienen. Dank der Unterstützung meiner Familie und Freunde kam ich zu diesem Foodtruck und durch die Genehmigung des Verantwortlichen des Dispo-Space durfte ich mich hier einrichten. Das war ein riesiges Glück.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Mir gefällt es sehr gut. Es ist schon fast ein kleiner Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Ich wollte schon immer vegetarisch kochen und selber auswählen, was es zu essen gibt. Diese Freiheit habe ich hier. Ich kann zum Biobauer gehen und dort das Gemüse besorgen, das ich brauche. Somit unterstütze ich auch die Leute, die es momentan schwierig haben. Und was auch wichtig und schön ist: Meine Kunden sind sehr interessiert, was es täglich Neues gibt und sind dankbar und zufrieden.

Wovon träumen Sie?

Ich improvisiere sehr gerne, deshalb: Kochen nach Lust und Laune, das habe ich mir schon immer gewünscht.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?


Man soll im Leben kreativ bleiben, auch in solch schwierigen Situationen wie jetzt, besonders in der Gastronomie.

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Ursula Jampen: «Nehmen Sie sich wieder Zeit, sich der Natur zu widmen»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Ursula Jampen, 54 Jahre, Müntschemier, Fachlehrerin und Produktionsleiterin Muck’s Gelati.

 

Was machen Sie hier?

Ich fülle die Milch in den Pasteurisierer, aus der ich später Glace mache. Die Glace wird nach dem Beifügen des Geschmacks und der Zuckerarten unter ständigem Rühren gefroren. Dabei wird erhitzt und wieder gekühlt. Dieser Vorgang nennt sich Reifen. So entsteht eine cremige Glace.

Was gefällt Ihnen an der Arbeit?

Das Experimentieren mit verschiedenen Geschmackskombinationen ist immer wieder spannend. So haben wir bereits tolle Kreationen mit Gurke, Stangensellerie, Rosmarin, Rüebli oder Ingwer in unserem Angebot. Und laufend kommen neue dazu. Auch die Zusammenarbeit mit der Familie und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern macht mir Freude. Bei unserem Familienunternehmen bin ich aber gerne die, die im Hintergrund wirkt.

Wovon träumen Sie?

Ich habe schon viele meiner Träume verwirklichen können. Gerne hätte ich gesagt, dass ich mehr Zeit hätte zum Handarbeiten und im Garten zu wirken, doch diese Zeit habe ich jetzt durch die Pandemie unverhofft bekommen. Aber ich freue mich, hoffentlich bald wieder mit Freunden und Bekannten etwas zu unternehmen, das fehlt mir schon.

 

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Nehmen Sie sich wieder Zeit, sich der Natur zu widmen. Im Garten Pflanzen anziehen, sie gedeihen lassen, ernten und dann zu feinen Kreationen verarbeiten. Dies ist sehr erfüllend.

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Marcel Rohner: «Gerade in dieser schwierigen Zeit sollten wir stolz auf unsere Schweiz sein»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Marcel Rohner, 56 Jahre, Büren, Güggeliverkäufer.

Was machen Sie hier?

Ich bin selbstständiger Güggeliverkäufer und habe hier meinen Stammplatz. Der Wagen und das ganze Zubehör gehören mir, und ich bin froh, selbstständig zu sein. Momentan habe ich nämlich sogar mehr Kunden. Aber auch meine Stammkunden kommen immer wieder.

Was bedeutet Ihnen diese Arbeit?

Es ist schön, sich mit den Kunden kurz zu unterhalten und ihnen eine Freude zu machen mit einem feinen Essen.

Wovon träumen Sie?

Ich bin rundum zufrieden. Gerne gehe ich in meiner Freizeit fischen.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon 
immer einmal mitteilen?

Gerade in dieser schwierigen Zeit sollten wir stolz auf unsere Schweiz sein. Bleibt gesund!

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Noel Studer: «Anderen, denen es ähnlich geht, empfehle ich, sich wieder vermehrt einem Hobby zu widmen»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Noel Studer, 14, Tschugg, Schüler

Was machst Du hier?

Gerne unternehme ich mit meinem Töffli Touren um den Jolimont, den Bielersee oder auch auf den Mont Vully. Einer meiner Lieblingsorte ist der Tierpark hier. Die Töfflitouren bedeuten mir viel, aber ich bastle auch sehr gerne an meinem Töffli. Bald habe ich Geburtstag, ich hoffe, dass ich dann neue Teile bekomme. Mein Tacho ist nämlich defekt.

Was gefällt Dir hier?

Hier hat man eine tolle Aussicht über Tschugg und auf den Bielersee. Bereits als Kind kam ich oft hierher. Meine Taufe hat auch hier im Tierpark stattgefunden.

Wovon träumst Du?

Ich möchte einmal ein Töfflitreffen veranstalten. Einfach abmachen und dann irgendwo hinfahren. Zum Beispiel um den Neuenburgersee oder nach Adelboden.

Was wolltest Du der Allgemeinheit schon 
immer einmal mitteilen?

Ich habe momentan mehr Zeit durch die Coronakrise. Anderen, denen es ähnlich geht, empfehle ich, sich wieder vermehrt einem Hobby zu widmen. Für mich ist das sehr befreiend und das wünsche ich allen.

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Franziska Stauffer: «Wir müssen lernen, mit den Eigenarten der anderen klarzukommen, was nicht immer einfach ist»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Franziska Stauffer, 45, Finsterhennen, Physiotherapeutin

Was machen Sie hier?

Ich bin hier im SWEM-Trainingscenter in Finsterhennen. Das SWEM ist ein spezielles Trampolin, das wir selber herstellen und mit dem Swiss Label haben zertifizieren lassen. Normalerweise finden in Finsterhennen und in Lyss unter der Woche 15 Trainingseinheiten auf dem Trampolin statt. Nun filme ich aber meine Trainings, lade sie auf unsere Website und motiviere alle, zu Hause mitzumachen, um so ihr Immunsystem zu stärken. Bald werde ich die Videos über unsere Website für alle frei zugänglich machen.

Wovon träumen Sie?

Ich träume davon, dass wir Menschen in Liebe miteinander leben. Da wir alle unsere Ecken und Kanten haben, ist dies nicht immer so einfach, wie es sich gerade in der aktuellen Zeit zeigt. Ich hoffe, dass diese Krise uns dabei hilft, unsere Prioritäten zu überdenken und wenn nötig neu zu ordnen. Ich wünsche mir auch ein neues Bewusstsein dafür, was unser Leben und das unserer Kinder wert ist. Wir sollten lernen, einander zu schätzen, zu lieben und miteinander zu teilen. So bietet jede Krise eine Chance!

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Als Physiotherapeutin habe ich mir schon oft Gedanken gemacht und viel darüber gelesen, was unsere Gesundheit alles beeinflusst. Gesunde Bewegung ist das, was wir zum Beispiel in unserem SWEM-Training anbieten. Jeder kann täglich selbständig trainieren, sogar in Zeiten von Corona. Eine gesunde Ernährung ist ebenfalls von grosser Bedeutung. Hier im Seeland, dem Gemüsegarten der Schweiz, ist es motivierend und einfach, an eine grosse Auswahl von Gemüse zu kommen. Der wichtigste Punkt für unsere Gesunderhaltung sind meines Erachtens gesunde Beziehungen – einerseits zu den Mitmenschen, andererseits zu Gott. In der momentanen Situation, die viele Familien dazu zwingt, mehr Zeit auf engerem Raum miteinander zu verbringen, ist das Konfliktpotenzial jedoch gross. Wir müssen lernen, mit den Eigenarten der anderen klarzukommen, was nicht immer einfach ist. Deswegen möchte ich auf das bevorstehende Osterwochenende hinweisen und alle, die Zeit haben, dazu ermutigen, in der Bibel im Lukasevangelium nachzulesen, was an Ostern geschehen ist. Mit der Kreuzigung und Auferstehung Jesu wird uns Gottes Liebe zu uns Menschen vor Augen geführt. Diese Liebe kann uns dabei helfen, uns selber und unsere Mitmenschen mit all ihren Eigenheiten anzunehmen und zu lieben. Aus dieser Beziehung zu Gott schöpfe ich gerade auch in der Coronakrise Hoffnung und Kraft.

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Harry Steinegger: «In welcher Situation wir uns auch immer befinden, ein Problem begleitet uns eine Zeit lang»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Harry Steinegger, 28 Jahre, Biel, Handwerker

Was machen Sie hier?

Ich fahre mit meinem Fahrrad um den Bielersee. Bei schönem Wetter mache ich das zirka alle zwei Wochen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Er bedeutet mir sehr viel, ich habe regelmässig das Bedürfnis, nach draussen zu gehen, für mich zu sein. Hier kann ich das. Wenn ich am See bin, komme ich zur Ruhe.

Wovon träumen Sie?

Momentan ist mein grosser Wunsch, dieses Jahr eine Lehrstelle als Schreiner zu finden. Ich liebe das Handwerk, Holz hat eine warme Energie. Ich komme aus Kurdistan und habe dort bereits als Schreiner und Verkäufer gearbeitet.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon 
immer einmal mitteilen?

In der aktuellen Situation und aus meiner eigenen Erfahrung heraus möchte ich den Menschen gerne sagen, dass es wichtig ist, bei sich selber zu bleiben. In welcher Situation wir uns auch immer befinden, ein Problem begleitet uns eine Zeit lang. Wenn wir ein Ziel vor Augen haben, können wir uns darauf konzentrieren und das Problem ins Positive drehen, es als Lernprozess betrachten.

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Susanne Gribi-Neuhaus: «Es sind die kleinen täglichen Trouvaillen, die wir manchmal in der Alltagshektik wenig wahrnehmen»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Susanne Gribi-Neuhaus, 53, Lyss, Lehrerin

Wo sind Sie und was machen Sie hier?

Ich stehe in unserem Schulgarten in Wiler bei Seedorf. Diesen durch Fernunterricht zu bestellen ist aktuell etwas schwierig. Also erledige ich die jetzt anstehenden Arbeiten ohne Kinder – was natürlich schade ist. Ich hoffe, ein freundlicher, aufgeräumter Garten wird die Kinder bei ihrer Rückkehr erwarten. Ob dies gelingt, werden wir sehen. Jedenfalls geniesse ich es gerade sehr, an der frischen Luft ein wenig in der Erde zu graben und dabei meinen Gedanken nachzuhängen.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Der Schulgarten liegt neben dem Schulhaus, das seit vielen Jahren mein Arbeitsort ist. Das in die Jahre gekommene Gebäude ist mir irgendwie ans Herz gewachsen. Hier kann ich nebst dem täglichen Schulbetrieb, für den ich mich noch nach Jahren mit Herzblut engagieren mag, meine Kreativität ausleben. Zudem sagt mir der Weitblick über Teile des Seelands sehr zu, was für mich Arbeitsqualität im Sinne von Inspiration darstellt.

Welche Träume haben Sie?

Davon habe ich viele und es bleibt meist beim Träumen. Doch kürzlich ging für mich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Zusammen mit meinem Sohn habe ich einen alten Bauwagen umgebaut. Das heisst, ich habe mehrheitlich geplant und er und weitere Helfer haben ausgeführt. Nun freue ich mich auf gemütliche Stunden im entstandenen Bijou

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Es sind die kleinen täglichen Trouvaillen, die wir manchmal in der Alltagshektik wenig wahrnehmen. Ich bin immer wieder erstaunt, welch schöne, spannende und erfreuliche Momente ein einzelner Tag mit sich bringen kann. Mit der Coronakrise bin ich bemüht, diesen Momenten ein ganz besonderes Augenmerk zu schenken.

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Dominique Schenker: «Man strebt immer nach mehr und vergleicht sich ständig mit anderen»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Dominique Schenker, 47, Studen, Application 
Manager

Was machen Sie hier?

Ich bin hier auf meinem Hausberg, dem Jäissberg bei Studen. Nach jahrelangem Biken in meiner Jugend mit vielen Wettkämpfen und sogar Touren im Himalayagebirge habe ich den Sport nun erneut aufgegriffen. Wenn ich nicht beim Biken bin, dann gehe ich hier auch oft spazieren.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Das ist für mich einerseits ein Ort, an dem ich mich sportlich betätigen und meinen Puls in die Höhe jagen kann. Andererseits ist es auch ein Platz der puren Erholung und schöner Natur. Ich habe auch unzählige Kindheitserinnerungen an den Jäissberg, seien es Klettereien im Wald oder Schlitteln im Winter.

Wovon träumen Sie?

Ich bin ein sehr bescheidener Mensch, daher habe ich keine grossen Träume. Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre auf dem Jäissberg biken kann. Mein Vater (72), mit dem ich immer noch Biketouren mache, ist hier sicherlich mein Vorbild. Ich pflege ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Ich hoffe, dass dies auch mit unseren Kindern so sein wird, wenn sie mal nicht mehr zuhause leben.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon 
immer einmal mitteilen?

Ich bin überzeugt, dass wir wesentlich weniger Probleme in unserem Leben hätten, wenn wir uns einfach mit dem zufrieden gäben, was wir haben. Man strebt immer nach mehr und vergleicht sich ständig mit anderen. Wir sollten uns glücklich schätzen und es geniessen an einem solch schönen Ort wie dem Seeland leben zu können.

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Bea Eggli: «Hier und jetzt fängt alles an. Lasst uns die Ungewissheit umarmen und daraus etwas kreieren!»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Bea Eggli, 49, Tüscherz, Künstlerin

Was machen Sie hier?

Hier befindet sich mein Atelier, in dem ich bald eine Galerie eröffnen werde. Ich bin Fotografin und Künstlerin. Mein Wunsch ist es, einen Raum zu eröffnen, in dem auch andere Künstlerinnen und Künstler, egal ob bekannt oder unbekannt, von nah oder von fern, ihre Arbeit zeigen können. Der Raum soll den Austausch von Kunst und Kultur aller Art ermöglichen.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Biel ist eine dynamische Stadt, in der immer mehr passiert. Es ist spannend, zu sehen, wie die Kunstszene wächst. Das fördert das Bedürfnis, immer neuen Sachen zu zeigen. Sehen, dass so viel los ist, ist inspirierend.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?

Aufstrebende Künstler brauchen noch mehr Orte, an denen sie ihre Kreationen zeigen können. Es gäbe noch so viele Künstlerinnen mit interessanten Arbeiten. So einen Ort zu schaffen, habe ich zu meiner Mission gemacht.

Wovon träumen Sie?

Von der Demokratisierung von Kunst und Kultur. Damit diese nicht mehr bloss als etwas gesehen wird, was nur einer Elite zugänglich ist.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon 
immer einmal mitteilen?

Hier und jetzt fängt alles an. Lasst uns die Ungewissheit umarmen und daraus etwas kreieren!

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Tim Reichenbach: «Wir sind so vernetzt wie noch nie und gleichzeitig sehr einsam»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Tim Reichenbach, 27, Biel, Yogalehrer

Was machen Sie hier?

Ich bin Yogalehrer und habe gerade im Move Tanzzentrum eine private Yoga-Lektion gegeben. Ich unterrichte hier auch Gruppen genau wie im CTS, und im Let’s go Fitness in Biel.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Für mich ist der Ort nicht so wichtig, sondern vielmehr die Menschen, die zu meinen Kursen kommen. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, und alle verbessern sich stetig. Vielleicht lernen sie, ihre Atmung besser wahrzunehmen, oder sie fühlen ihren Körper besser. Es ist sehr schön, meine Schüler wachsen zu sehen.

Wovon träumen Sie?

Unserem Planeten geht es nicht gut. Ich träume davon, dass die Menschen auf dieser Welt selbstbewusster und selbstsicherer werden. Oft denken wir «das schaffe ich nicht» oder «was macht es schon für einen Unterschied, wenn ich etwas in meinem Leben verändere? Ich bin ja nur eine einzelne Person». Aber wir müssen erkennen, dass wir ein viel grösseres Potenzial haben, als uns bewusst ist. Das Wasser beim Zähneputzen stoppen mag nur wenig bewirken, aber wenn es jeder Einzelne tut, kann es viel bewirken. Lieber kleine leichte Schritte machen, als nichts zu tun.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Ich finde, wir sollten alle mehr miteinander unternehmen und unsere Freundschaften pflegen, nicht über das Internet, sondern im wahren Leben. Wir sind so vernetzt wie noch nie und gleichzeitig sehr einsam. Also anstelle seinem besten Freund nur zu schreiben, geht doch lieber einen Kaffe trinken.

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Rolf Scherler: «Kunst sollte nicht pädagogisch sein»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Rolf Scherler, 57, Biel, Künstler und Musiker

Was machen Sie hier?

Hier baue ich meine Skulpturen und Musikinstrumente. Meine neuste Arbeit ist der Tonturm, der aus zwölf Modulen besteht. Manche Elemente darin sind mechanisch betrieben, andere mit Motor. Gläser, Keramik und Gussformen erzeugen Töne, und auch Lichtquellen sind integriert. Ich besorge mir das Grundmaterial in Brockenhäusern und habe inzwischen einen grossen Fundus, der in einem separaten Lager untergebracht ist. Ich bin gelernter Möbelschreiner und habe mich mit der Zeit als Autodidakt wegbewegt vom klassischen Handwerk. Ich betreibe ein Upcycling, eine Neugestaltung und Veredelung mit vorhandenem Material. Es sind viele Maschinen und Werkzeug vorhanden, womit ich auch Kundenaufträge ausführen kann, zum Beispiel das Bauen von Tischen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Der Umzug hierher war für mich biografisch sehr einschneidend. Es hat sich eine völlig neue Wohnsituation in Kombination mit dem Arbeitsort ergeben. Ich bin rasch in diese Gemeinschaft der verschiedenen Ateliers in diesem Gebäude hineingewachsen, ein sozialer Organismus. Dieser Atelierraum hat ein schönes Volumen, er ist 4,2 Meter hoch. Ich bin ja selber auch gross, das passt (lacht).

Wovon träumen Sie?

Es wäre schön, wenn das Geld, welches für die Mars-Erforschung oder die Entwicklung künstlicher Intelligenz ausgegeben wird, für die Rettung unseres blauen Planeten eingesetzt würde. Ich wünschte mir auch, der typische Schweizer wäre emotionaler und würde die seelischen Angelegenheiten ins Zentrum rücken. Und ich träume von einem Atelier im Süden, wo es warm ist.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon 
immer einmal mitteilen?

Ich bin der Meinung, dass die Kunst nicht pädagogisch sein sollte.

Info: Rolf Scherlers Ateliertüren sind anlässlich des Atelier-Weekends des Kunstvereins Biel am 21. und 22. März von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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Muriel Jost: «Kämpfe für deine Träume und Ziele!»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Muriel Jost, 22, Münchenbuchsee, Snowboardcross-Profi

Was machen Sie hier?

Ich bin hier in Les Prés-d’Orvin, um das schöne Wetter zu geniessen und Energie zu tanken.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

An diesem Hang habe ich meine ersten Schwünge auf dem Snowboard gemacht. Später war ich fast jeden Mittwoch nach der Schule hier zum Snowboarden. Es ist also sozusagen der Ursprung meiner Leidenschaft und Karriere.

Wovon träumen Sie?

Ich habe schon als kleines Kind davon geträumt, eines Tages mit Familie und Freunden eine olympische Medaille feiern zu können. Auch wenn es immer noch ein grosser Traum von mir ist, ist es mittlerweile ein Ziel.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich würde mich nicht als Naturtalent bezeichnen und habe mir sehr viel erarbeitet: Kämpfe für deine Träume und Ziele! Ach ja, und schaut Snowboardcross! Alle meinen immer, es sei der weitaus spannendste Wintersport, aber am Ende schaut es dann doch niemand.

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Alexandra Hirschi: «Ich möchte den Menschen, vor allem den Kindern, die Natur wieder näherbringen»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Alexandra Hirschi, 50, Kriechenwil, Falknerin und Fachfrau Gesundheit

Was machen Sie hier?

Ich arbeite hier als Falknerin und verbringe viel Zeit mit meinen Eulen. Daneben arbeite ich zu 50 Prozent bei der Spitex Zaemespanne in Lyss. Ich habe fünf verschiedene Eulen: den Waldkauz Hera, den Steinkauz Einstein, die Waldohreule Herkules und mein Schleiereulenpaar Amalia und Merlin.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Dieser Ort hier ist für mich etwas ganz Besonderes.

Wenn ich zur Ruhe kommen will, ziehe ich mich zu meinen Vögeln zurück. Ich freue mich jeden Tag darauf, mich um sie zu kümmern. Dazu gehört auch das Sauberhalten der Volieren.

Ich trage die Eulen regelmässig ab. Das bedeutet, ich sozialisiere sie. Die Tiere sind sich an Menschen gewöhnt. Es macht mir grosse Freude, meine Tiere den Menschen näher zu bringen. Ich gehe mit ihnen in Schulen, an Hochzeitsfeste und öfters auch an Mittelaltermärkte.

Wovon träumen Sie?

Ich würde gerne noch mehr Eulen haben, es sind einfach wunderschöne Vögel.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich möchte den Menschen, vor allem den Kindern, die Natur wieder näherbringen. Oft werde ich gefragt, ob meine Eulen echt sind oder mit Batterie funktionieren. Das gibt mir dann schon zu denken. Was ich noch gerne sagen möchte: Tragt sorge zu der Natur.

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Felix Mosimann: «Ich möchte die Jungen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Felix Mosimann, 59, Biel, Leuchtenbauer

Was machen Sie hier?

Dies ist seit 20 Jahren mein Arbeits- und Lebensort. Ich bin viel hier, in diesem Gewölbekeller baue ich meine Leuchten aus ausgedienten Produkten. Die Welt ist schon gebaut, ich betreibe ein ästhetisches Recycling bereits vorhandener Sachen, das Kombinieren von Formen reizt mich.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Ich lebte schon als junger Mann in der Altstadt. Mein Grossvater lebte hier, meine Mutter ist in der Altstadt aufgewachsen. Ich bin in meinem Leben viel umgezogen, dann suchte ich nach Ruhe und bin hierher zurückgekehrt. Dieser Ort hier ist seit Langem meine Existenzgrundlage.

Wovon träumen Sie?

Ich bin nun schon 59, aber ich habe das Gefühl, mein Werk noch nicht gemacht zu haben. Seit meiner Jugend übe ich, so könnte man das sagen. Vielleicht habe ich einfach noch nicht die richtigen Aufträge bekommen. Ich möchte nicht einfach im Ruhestand sein, wenn ich einmal pensioniert bin, dann fange ich erst richtig an. Arbeiten ist etwas für alte Leute.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon 
immer einmal mitteilen?

Ich möchte die Jungen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen. Es wäre schön, wenn ich allen etwas mitgeben könnte, ein lebendiges Beispiel dafür sein könnte, dass man immer sich selber bleiben soll, auch wenn das schwierig ist. Respekt vor jedem Mitmenschen ist wichtig. Man wird den anderen nie ganz verstehen, jede und jeder hat seine Geschichte. Unsere Gesellschaft erscheint mir ähnlich wie der Tomatenstrauch, der unweit von hier in meinem kleinen Garten wächst. Er braucht viel Sonne, aber jede Tomate bekommt etwas ab, es hat Platz für alle, alle kommen aneinander vorbei.

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Tanja Gabriela Kyramarios: «Ein Traum von mir ist es, dass jeder Mensch sich selber erkennt»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Tanja Gabriela Kyramarios, 44, Gerolfingen, Heilerin, Seherin und Medium

Was machen Sie hier?

Ich bin hier auf der Erde, um meinen Beitrag zu leisten. Um in meinem Beruf und meinem Leben der Menschheit zu helfen. Ich bin eine Manifestation der Liebe und gebe diese an meine Umwelt weiter. Seit meinem zwölften Lebensjahr bin ich medial und nutze diese Fähigkeit, um den Menschen, die danach fragen, Heil zu bringen. Ich unterstütze sie dabei, sich selbst zu finden und kennenzulernen. Darin sehe ich meine Aufgabe, und deren Erfüllung ist als starkes Bedürfnis in meinem tiefsten Kern verankert.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Ich sage oft, dass für mich hier das Paradies auf Erden ist. Der Bielersee oder der Herzsee, wie ich ihn nenne, ist für mich enorm wichtig. Mit dieser charakteristischen Form gibt er mir das Gefühl, eine natürliche Verkörperung meines Daseins zu sein. Es vergeht kein Tag, an dem ich dem See nicht «Guten Morgen» und «Gute Nacht» wünsche. Es ist nicht von ungefähr, dass ich hier arbeite, wo alles aus Murten und Neuenburg zusammenfliesst. Das Seeland ist ein Ort des Flusses und der Fruchtbarkeit. Letzteres spiegelt sich auch in meinem Permakulturgarten wieder.

Wovon träumen Sie?

Ein Traum von mir ist es, dass jeder Mensch sich selber erkennt. Sich selbst lebt, begreift und Erfüllung verspürt. Doch das ist nur ein Teil eines grösseren Traumes. Der Traum vom Weltfrieden. Der Traum, dass wir alle echte Nächstenliebe leben können.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich möchte die Allgemeinheit dazu einladen, die Verbundenheit zur Umwelt, der Natur, dem Umfeld und sich selbst zu fördern und zu stärken. Sein ideales Selbst zu leben und der Verbindung zur Essenz – den wirklich wichtigen, einfachen Dingen – nachzuspüren.

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Mariette Wüst Studer: «Es ist ein Ort, an dem ich mich der Kunst widmen kann»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Mariette Wüst Studer, 57, Biel, Künstlerin und Humortrainerin

Was machen Sie hier?

Hier arbeite ich an meinem ersten Porträt mit dem Material Tüll. Mittels acht Metern Stoff und der Hilfe eines Projektors habe ich versucht, ein möglichst fotorealistisches Abbild meiner Tochter zu schaffen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Es ist ein Ort, an dem ich mich der Kunst widmen kann. Ein Ort, der zulässt, dass ich die Kunst aus mir rauslassen kann. Denn wenn ich das nicht in meinem Atelier tue, tue ich es hier. Der künstlerische Ausdruck ist mir sehr wichtig und etwas, das mich seit jeher antreibt. Ich bin fasziniert von den Möglichkeiten des Künstlers, seine Wahrnehmung einzufangen und andere damit zu bereichern. 

Wovon träumen Sie?

Ich träume davon, dass wir begreifen, wie gut wir es hier in der Schweiz haben. Dass wir den Wohlstand und die Sicherheit wertschätzen, die wir hier tagtäglich geniessen. Wir leben in einem Land, das jährlich von Millionen Touristen besucht wird, weil es so viel Schönes zu bieten hat. Ich denke, dass Wertschätzung für unseren Planeten und die kleinen Dinge im Leben eine grosse Rolle spielen werden im Bestreben, die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu meistern.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Dass es sich lohnt, seinen Mitmenschen in die Augen zu schauen, statt sich ständig nur in der eigenen kleinen Kapsel, bestehend aus Smartphone und Kopfhörern, zu verschanzen. Ich begegne den Menschen im Zug oder an der Bushaltestelle mit Offenheit, und egal ob hier in Biel oder in München, es wird mir mit einem Lächeln oder einem Gruss gedankt. Diese Offenheit und mein Interesse für Neues haben bereits zu mehreren wunderbaren Begegnungen geführt und mich um unterhaltsame Anekdoten bereichert.

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Florian Limacher: «Tragt Sorge zueinander!»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Florian Limacher, 29 Jahre, Ins, Student

Was machen Sie hier?

Ich sammle für die Gsoa Unterschriften für das Referendum gegen den Bundesbeschluss zur Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen. Ich lebe in einer Demokratie, und bis anhin habe ich eigentlich nie so ganz verstanden, welche Möglichkeiten dies für mich offenbart, um mich aktiv politisch zu engagieren, nicht nur einfach zuzuhören, sondern einen Prozess mitzugestalten. Das schafft einem Ohnmachtsgefühl Abhilfe.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Es hat sehr viele freundliche, offene Menschen hier. Es ist fast unglaublich, die Gespräche und die Begegnungen, die ich bis jetzt hatte. Das empfinde ich als sehr positiv. Ich muss die Leute nicht Mal aktiv ansprechen, sie sehen das Plakat, kommen auf mich zu und finden es super, dass ich das mache!

Wovon träumen Sie?

Von Licht und Liebe, und dass ich das Abenteuer Leben genauso erleben darf.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Tragt Sorge zueinander!

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Mohammed Abdullahi: «Wo sonst wächst man so nahtlos mit zwei Sprachen auf?»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Mohammed Abdullahi, 27 Jahre, Biel, Student

Was machen Sie hier?

Ich bin in Biel und insbesondere hier in der Seevorstadt aufgewachsen. Hier wurde ich sozialisiert. Seit ich denken kann, lebe ich hier.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Es ist meine Heimat. Wenn mich jemand fragt, woher ich komme, ist meine Antwort: Biel. Denn Biel hat so viele Qualitäten, die es zu einem einzigartigen Ort in der Schweiz, ja sogar in der Welt machen. Nehmen wir den Bilinguismus als Beispiel. Wo sonst wächst man so nahtlos mit zwei Sprachen auf? Sprachen sind ein Schlüssel zum Verständnis, und das hier in Biel zwei Sprachen so tief verwurzelt sind, spiegelt sich im Umgang, den die Menschen miteinander pflegen, wieder.

Wovon träumen Sie?

Ich träume davon, die Welt zu bereisen. Meine Neugierde reicht von Zentralafrika bis nach Tokio. Ich geniesse es, neue Orte und Menschen kennenzulernen und mich mit deren Sprache und Kultur auseinanderzusetzen.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Das Zitat des Philosophen Seneca, «Man muss so lange lernen, als man noch Mangel an Kenntnissen hat, wenn wir dem Sprichwort glauben wollen, also, solange wir leben», gehört zu einem meiner liebsten. Seneca hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Man hat niemals ausgelernt. Wer glaubt, er wisse alles, was es zu wissen gibt, verschliesst sich vor der Weisheit.

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Kurt Schrott: «Ich spaziere viel»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Kurt Schrott, 80 Jahre, Biel, Chemigraf (Anm. d. Red.: ausgestorbener Beruf aus der Grafikbranche) und Versicherungsfachmann.

Was machen Sie hier?

Ich spaziere viel, fahre mit dem Fahrrad durch die Stadt oder schiebe es und mache Fotos von den Dingen, die mir ins Auge stechen und gefallen. Des Nachts verlege ich mich aufs Zeichnen, Malen und Schreiben, bevor ich mich zwischen halb drei und halb fünf am Morgen dem Lesen widme. Schlafen ist im Alter nicht mehr so wichtig.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?

Biel ist eine wunderbare Stadt mit vielen schönen Orten und einer tollen Umgebung, die auch leicht mit dem Fahrrad erkundet werden kann. Einzig was die Kultur anbelangt, habe ich ab und zu das Gefühl, dass ein Teil der Bieler Bevölkerung bloss für den Fussball und das Bier lebt. Das macht es für die vielen in Biel lebenden und schaffenden Künstler schwer, hier den Durchbruch zu schaffen. Wer eine erfolgreiche Laufbahn als Künstler anstrebt, der muss Biel verlassen und sein Glück in einer grösseren Stadt wie Basel oder Zürich versuchen.

Wovon träumen Sie?

Vor kurzem hatte ich einen Traum, der mir als besonders schön in Erinnerung geblieben ist. Ich träumte, ich hätte eine schöne neue Pfeife. Als ich rauchte, fiel sie mir aus dem Mund. Doch noch bevor die Pfeife den Boden erreichte, schoss eine Taube herbei und fing sie mit ihrem Schnabel auf. Sie wollte gerade – mit der Pfeife im Schnabel – davonfliegen, als eine Krähe aus dem Himmel herab stach und nach der Pfeife schnappte. Die Taube liess vor Schreck ihre Beute fallen. Die Pfeife segelte in eine Wehe frisch gefallenen Schnees und versank. Ich wandte mich zu meinen Freunden und sagte:_«Jetzt müssen wir warten, bis der Schnee geschmolzen ist.»

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Dass man allen Menschen, egal welcher Rasse, Nation oder Kultur, mit dem gleichen Respekt begegnen soll. Denn der ethische Grundsatz, dass jeder ein Recht auf Leben hat, ist nicht relativierbar.

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Christoph Blum: «Am Anfang sind immer die einzelnen Teile»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Christoph Blum, 51, Grossaffoltern, Grafiker

Was machen Sie hier?

Ich bin in meiner kleinen Werkstatt, wo ich unter anderem diese mechanischen Tierobjekte, «Mechanimals», kreiere. Das Erste entstand, als mein Sohn vor vielen Jahren einen Dinosaurier basteln wollte – nun sind es bereits über ein Dutzend.

Wie entsteht ein solches Mechanimal?

Am Anfang sind immer die einzelnen Teile. Sie stammen aus alten, weggeworfenen Gegenständen, Maschinen und Geräten. Vieles kommt aus dem Alteisen. Auch Haushalt und Flohmarkt sind Quellen für das Material. Und oft finde ich Teile auf der Strasse. Es ist unglaublich, was da so alles herumliegt. Die genaue Entstehung ist jedoch bei jedem Tierobjekt etwas anders. Oft beginne ich mit einem besonderen Gegenstand und erarbeite Teil für Teil das «Mechanimal». Dies kann je nach Komplexität der Mechanismen bis zu 200 Stunden in Anspruch nehmen.

Würden Sie, wenn Sie könnten, hier etwas verändern?

Mehr Platz und Licht wäre schön. Dieser Kellerraum ist schon etwas klein und dunkel.

Wovon träumen Sie?

Von einem schönen, grossen Atelier. Und dass ich eines Tages die «Mechanimals» verkaufen kann. Auch wenn es nur ein paar wenige sind.

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Antje Garth: «Ein guter Ort zum Sein»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Antje Garth, 63, Biel, Hebamme, Yogalehrerin, Craniosacral-Therapeutin

Was machen Sie hier?

Oft sitze ich hier oder bewege mich im Yogaunterricht mit Schwangeren, Frauen und Männern. Ich unterstütze Menschen mit Craniosacral-Therapie, berate Schwangere in unseren Hebammensprechstunden oder begleite Mütter mit ihren Babys nach der Geburt. So löse ich mit ihnen etwa Probleme beim Stillen oder berate viel zum Thema Mutter- und Vatersein. Hier an der Waffengasse 7 verbringe ich viel Lebenszeit. Daher möchte ich diese Zeit sinnerfüllt und wohltuend erleben.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Wir haben diese Räume frisch bezogen und es gefällt mir sehr gut hier. Der Blick aus unserem Yogaraum auf die Schüss, die sanft wiegenden Birken im Wind und die Möwen, die elegant über das Wasser segeln … und im Sommer die bunten Ruheinseln. Einfach wunderschön. Ein guter Ort zum Sein, sich wohlfühlen und ankommen.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?

Beim Blick aus dem Fenster? Die Schüss irgendwie höher bringen … oder so öffnen, dass es Stufen zum Wasser gibt, auf denen man sitzen könnte. Hier in den Räumen der Nummer 7 bin ich sehr zufrieden. Vielleicht würden mir Holzböden noch besser gefallen. Vielleicht noch mehr Vernetzung mit anderen Gesundheitsangeboten, vor allem mit Ärzten und Therapeuten, die unsere begleitenden Angebote kaum kennen.

Wovon träumen Sie?

Von mehr Menschen, die Yoga üben wollen. Von einer gesunden, friedlichen Erde mit gesunden, friedlichen Menschen, die sich deutlich mehr Zeit nehmen und sorgsam mit sich und ihrem Körper umgehen. Auch ich träume davon, mehr Zeit für mich zu haben.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Denk mit, denk nach und geh deinen Weg. Wir haben nur einen Körper in diesem Leben, den wir pflegen, schützen und gesund halten sollten. Er ist nicht ein- oder umtauschbar, darum ist es wichtig, Prioritäten zu setzen, zum Beispiel häufiger mal zu fragen: Was ist wirklich wichtig für mich, meine Umgebung und für die Erde, auf der ich lebe?

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Hugo Heuer: «Ich würde der Allgemeinheit raten, alles etwas ruhiger zu nehmen.»



Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Hugo Heuer, 59 Jahre, Studen, Busfahrer

Was machen Sie hier?

Ich bin seit 5.30 Uhr hier und habe bereits einige 
Fische gefangen. Für manche sind die Kälte und die Dunkelheit im November zu harsch, aber ich fische weiter, solange es noch Fische gibt. An manchen Tagen macht man einen guten Fang, an anderen fällt er bescheiden aus, aber es hält sich meist die Waage.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Dieser Ort eignet sich gut zum Fischen und ist zudem einfach erreichbar. Ich besitze ein Boot und bin daher im Sommer meist auf dem See. Mein Element ist das Wasser. Solange ich auf, am oder im Wasser bin, ist der Ort für mich eher zweitrangig. Was hier aber Spass macht, ist die Kameradschaft mit den anderen Fischern. Man kann über Köder fachsimpeln, sein Wissen und seine Erfahrung austauschen, aber auch in Ruhe und Frieden nebeneinander fischen.

Wovon träumen Sie?

Fischen ist meine Leidenschaft und nimmt deshalb auch meine Träume ein. Lachsfischen in Alaska ist ein Erlebnis, das ich mir immer wieder erträume. Wer weiss, vielleicht wird der Traum nächstes Jahr – zu meinem 60. Geburtstag – wahr.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich würde der Allgemeinheit raten, alles etwas ruhiger zu nehmen. Ich sehe das bei meiner Arbeit ständig. Alle sind gehetzt und gestresst. Ich verstehe und sehe, dass wir in einer hektischen Welt leben. Aber wenn wir selber auch noch hektisch sind, macht das das Ganze nur noch schwieriger. Wenn mich jemand fragt, ob ich denn nie gestresst sei, ist meine Antwort stets: «Ich habe gar keine Zeit für Stress!» Ich kann nach dem Arbeiten abschalten und zur Ruhe kommen. Und mit dem 
Fischen habe ich ein Hobby, das mir einen tollen Ausgleich zur Arbeit bietet. Dafür bin ich sehr dankbar.

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Hans Wüthrich: «Ich wünschte mir eine Welt, in der man menschlicher miteinander umgeht»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Hans Wüthrich, 73, Biel, pensionierter Sozialarbeiter

Was machen Sie hier?

Die Taubenlochschlucht, die da hinten liegt, ist einer der Orte, die ich gerne aufsuche, um spazieren zu gehen, mit oder ohne Kamera und Stativ. Ich bin Präsident des Film- und Videoclub Büren, schon früher war ich viel mit der Kamera unterwegs, seit ich pensioniert bin, kann ich mich ausgiebig meinem Hobby widmen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Die Taubenlochschlucht war einer der ersten Orte, die ich kennengelernt habe, als ich als junger Mann nach Biel kam und in den Vereinigten Drahtwerken meine Lehre als Mechaniker gemacht habe. Die Mittagspause habe ich oft in der Schlucht am Wasser verbracht, statt in der Kantine zu sitzen. In der Lehrwerkstatt der Drahtwerke in Bözingen habe ich das erste Lehrjahr absolviert, den Rest der Zeit arbeitete ich dann im Werk Madretsch. Später habe ich als Sozialarbeiter für die Kirchgemeinden Mett und Biel-Stadt sowie auf dem Robinsonspielplatz am Goldgrubenweg gearbeitet.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich wünschte mir eine Welt, in der man menschlicher miteinander umgeht. Und wir sollten rücksichtsvoller mit der Umwelt umgehen. Als Unterstützer von Greenpeace trage ich meinen Teil zum Schutz unseres Lebensraums bei.

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Heidi Lüdi Pfister: «Am liebsten würde ich allen zurufen: Seid neugierig.»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Heidi Lüdi Pfister, 59, Ligerz, Kuratorin im Rebbaumuseum am Bielersee

Was machen Sie hier?

Ich bin im Rebbaumuseum am Bielersee in Ligerz/Schafis und arbeite für die Ausstellung, die im Mai 2020 eröffnet werden soll. Wir wollen das Werk des Architekten und Malers Oskar Binz (1895 - 1957) zeigen. Im «Bieler Tagblatt» hatten wir einen Aufruf publiziert, dass wir Bilder und Fotos von Binz suchen – mit grossem Erfolg. Jetzt sind wir daran, die Meldungen zu sichten und die Bilder zu ordnen. Neben vielen Aquarellen und einigen Ölbildern hat Binz auch viele Etiketten für die Weinbauern aus Ligerz und Twann gestaltet. In diesem Album sind einige davon zu sehen.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Es ist toll, eine neue Ausstellung zu konzipieren und zu gestalten. Ich habe sehr viele Freiheiten, wie ich eine solche Ausstellung angehen will. Am schönsten ist es, die Arbeit in einem Team machen zu können.

Wovon träumen Sie?

Ich habe verschiedene Teilzeitanstellungen. Einerseits arbeite ich in einem Archiv in Bern und andererseits hier im Museum in Ligerz. Dann bin ich auch noch in mehreren Vereinen engagiert und muss meine Zeit gut einteilen. Manchmal träume ich davon, mehr Zeit zu haben: für Freunde und für die Familie, aber auch für die Arbeit, um mich vertieft in ein Thema hineindenken zu können. Oder mehr Zeit, um andere Ausstellungen und Museen zu sehen, Bücher zu lesen, Konzerte und Theater zu besuchen, Reisen. Es gibt noch so vieles zu entdecken.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich bin weder Politikerin noch Missionarin. Am liebsten würde ich allen zurufen: Seid neugierig. Bleibt offen für Neues.

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Lauranne Eyer: «Ich mag es, mich gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen mit der Gleichstellung der Geschlechter auseinander zu setzten.»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf:

Lauranne Eyer, Biel, Kunstvermittlerin

Was machen Sie hier?

Ich befinde mich an einem meiner Arbeitsorte, im Neuen Museum Biel (NMB). Ich bin sowohl in diesem Museum als auch im Kunsthaus Pasquart für die Kunst- und Kulturvermittlung verantwortlich. Diese beiden Institutionen arbeiten seit 15 Jahren zusammen, um den Zugang zur Kultur für alle zu fördern, indem sie zahlreiche Aktivitäten anbieten. Genauer gesagt stehe ich vor einem Regal voller bunter Figuren, die von Schülerinnen und Schülern kreiert wurden.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Zu meinen Aufgaben gehört es, Workshops für Schulklassen zu entwickeln, die das Erkunden einer Ausstellung und eine gestalterische Aktivität kombinieren. Für die Ausstellung «Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?», die derzeit im NMB zu sehen ist, erfinden Schülerinnen und Schüler ab der 3. Klasse während ihres Besuchs neue Berufe. Diese könnten im Jahr 2050 in einer Gesellschaft ausgeübt werden, die zu diesem Zeitpunkt vollkommen gleichberechtigt wäre. Ich mag diese Playmobil-Figuren, ergänzt durch Plastilin, die diese Berufe mit poetischen Namen illustrieren. Die Arbeit der Klassen ist fester Bestandteil der Ausstellung und bereichert diese.

Wovon träumen Sie?

Ich mag es, mich gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen mit der Gleichstellung der Geschlechter auseinander zu setzen. Und das bringt mich dazu, in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben zu wollen!

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Nehmt euch Zeit zum Basteln, Nähen, Malen oder zum Kneten von Plastilin, um eine tolle kleine Figur zu formen! Kreativität ist nicht nur Kindern oder Fachleuten vorbehalten. Es fühlt sich so gut an, mit den Händen zu gestalten und dabei für einen Moment die alltäglichen Sorgen beiseite zu legen.

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Pia Sieberer: «Irgendwo muss man mit der Reduzierung von Müll beginnen.»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Pia Sieberer, 51, Pieterlen, Pflegefachfrau

Was machen Sie hier?

Ich kaufe hier unverpackt ein. Ich bin an einem Ort in der Nähe einer Sondermülllagerung aufgewachsen, da wurde ich früh für das Thema Müll sensibilisiert. Die Behörden haben in dieser Region das Problem mit Sondermüll und dessen Schädlichkeit verharmlost. Besonders am Meer habe ich als Erwachsene wieder gemerkt, dass etwas verändert werden muss. Plastikabfall ist ein grosses Problem.

Was würden Sie verändern?

Irgendwo muss man mit der Reduzierung von Müll beginnen und das tue ich bei mir. Ich bin momentan in der Umstellung im Alltag und es klappt nicht alles auf Anhieb. Das Einkaufen muss besser geplant werden und man muss sich viel informieren. Aber ich habe nun einen Anfang gemacht und bin zuversichtlich.

Wo ist es schwieriger?

Ich arbeite als Pflegefachfrau und in diesem Beruf fällt viel Abfall an. Das kann ich nicht ändern. Denn die Hygiene steht an erster Stelle. Früher wurde beispielsweise mit wiederverwendbaren Nadeln gearbeitet. Damals hat sich mein Onkel mit Hepatitis infiziert. Glücklicherweise erhielt er eine Spenderleber. Ein solches Risiko darf heute nicht mehr eingegangen werden.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Ich halte es mit Theresa von Avila: «Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.»

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Asam Kelvin: «Ich träume von einer Welt ohne Krieg, Rassisums und Ausgrenzung.»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Asam Kelvin, 51, Nidau, Zugvorbereiter

Was machen Sie hier?

Als ich 1996 in die Schweiz kam, war Biel als Ort, an dem ich mich niederlassen wollte, nicht meine erste Wahl. Aber hier habe ich meine Frau kennengelernt und so kam es, dass ich in Biel geblieben bin. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich nicht die schlechteste Wahl getroffen habe. Die Bieler sind ein herzliches Volk, und als solches von vielen verschiedenen Kulturen durchzogen.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?

Ich habe in den letzten 23 Jahren die Veränderungen, die die Stadt durchlaufen hat, miterlebt, und kann sagen, dass mir das Biel von heute besser gefällt als das von damals. Ich wüsste nicht, was ich verändern wollen sollte, das die Stadt nicht ohnehin in ihrem natürlichen Wandel anstrebt. Die Veränderungen, die ich mir wünsche, sind vielmehr sozialer Natur. Ich denke, es braucht neue Ansätze, um Leuten, die von der Sozialhilfe abhängig sind, den Weg zurück zur Selbstverantwortung zu erleichtern.

Wovon träumen Sie?

Ich träume von einer Welt ohne Krieg, Rassismus und Ausgrenzung. Einer Welt, in der jeder Menschenrechte hat und Friede herrscht. Ich wünsche mir für Biel und die ganze Welt ein glückliches, gutes Zusammenleben. Für mich selbst möchte ich die Ruhe und den Frieden, den ich uns allen wünsche. Mehr kann man gar nicht verlangen. Geld, Ruhm und Macht sind flüchtig, wahrer Friede bleibt.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Wie schon gesagt wünsche ich mir Frieden. Um diesen zu erreichen, müssen wir als Menschen zusammenrücken. Gemeinsam sind wir stärker als jeder für sich. Wenn wir einander freundlich und mit Respekt begegnen, unsere Vorurteile abstreifen und Toleranz gegenüber uns fremden Kulturen und Ländern zeigen, sind wir dem Frieden bereits ein bedeutendes Stück näher. Unnötige Konflikte könnten so vermieden werden.

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Felice Bottinelli: «Dieses Atelier bedeutet mir viel»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Felice Bottinelli, 61, Biel, Steinbildhauer

Was machen Sie hier?

Ich arbeite an einer in Zusammenarbeit mit anderen Bildhauern entworfenen Skulptur. Der obere Teil der Skulptur wird aus einem Stein bestehen, der den Anschein erwecken soll, als würde er schweben. Ich arbeite nun daran, die Metallsäulen, die den Stein oben halten werden, in den Stein einzuarbeiten. Im Anschluss daran wird die Skulptur unter dem Stein entstehen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Dieses Atelier bedeutet mir viel. Es war das Atelier meines Vaters, und nun gehört es mir und meinem Sohn. Mit meinem Sohn sind wir in der fünften Generation als Steinbildhauer tätig. Der Beruf hat für uns Tradition. Er ist derart vielseitig und interessant, dass kein Tag wie der andere ist. Wir machen Grabmäler, Skulpturen, Restaurationen und bieten Bildhauerkurse an. So haben wir einen breiten Tätigkeitsbereich. Das bringt natürlich immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Aber deshalb wird es auch nie langweilig. Für mich ist klar: In diesem Beruf kann man arbeiten, bis man umfällt. An die Pensionierung denke ich gar nicht.

Wovon träumen Sie?

Ich träume davon, neben den Aufträgen Zeit zu haben, um an Projekten zu arbeiten, die mir Freude machen und mir wichtig sind. In den 80er-Jahren haben wir zum Beispiel mit den hier ansässigen Uhrenmarken Steinuhren hergestellt. Heute mache ich das selber.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Seid zufrieden. Das Glück findet man jeden Tag auch in den kleinen Dingen. Die meisten suchen es weit in der Ferne, obwohl es direkt vor ihren Füssen liegt.

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Georges Sigrist: «Städtereisen sind eine meiner Leidenschaften»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Georges Sigrist, 72, Biel, ehemals kaufmännischer Angestellter und nun Pensionär

Was machen Sie hier?

Ich bin im Zuge der Expo.02 nach Biel gekommen und dann einfach geblieben. Biel ist eine anschauliche, überschaubare, teilweise schöne Stadt, in der ich meinen Interessen wunderbar nachgehen kann. Hier kann ich musizieren, mich der Astronomie hingeben, lesen, mich mit der Bibel beschäftigen und politisch engagiert sein. Das Seeland und der angrenzende Jura bieten sich zudem wunderbar dazu an, mit dem Motorrad erkundet zu werden. Wenn das Wetter es erlaubt, setzte ich mich auf meine Piaggio Beverly 350 und fahre los.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?

Persönlich finde ich es schade, dass die Bieler Bevölkerung den Umbau des Bahnhofplatzes abgelehnt hat. Wenn man jetzt auf den Bahnhofplatz schaut, dann sieht man schnell, dass ein paar Bäume, ein Brunnen und die eine oder andere gut platzierte Sitzbank das Bild wesentlich verbessern könnten.

Wovon träumen Sie?

Städtereisen sind eine meiner Leidenschaften. Ein Traum von mir wäre es, St. Petersburg zu besuchen. Mich interessiert die Geschichte dieser Stadt und insbesondere das Bernsteinzimmer würde ich gerne einmal sehen. Die Stadt mit den zwei Namen, Budapest, ist ein weiterer Traum von mir. Aber eigentlich bin ich zufrieden mit dem, was ich habe.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Im Alter bemerke ich, wie die Leute um mich herum hektisch mit dem Handy in der Hand herumrennen. Generell spüre ich eine gewisse Hässigkeit. An der Kasse geht es den Leuten nie schnell genug, jeder muss drängeln und stürmen. In meinem Beruf habe ich an Rezeptionen und am Empfang im Spital gearbeitet und so gelernt, den menschlichen Kontakt zu schätzen. Es wäre schön zu sehen, wenn die Leute ihren Kopf von ihren Handys lösen könnten, und der realen Welt gleich viel Aufmerksamkeit schenken würden wie der digitalen.

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Camile Poirier: «Hört auf, so eng zu denken und Unbekanntes abzulehnen»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Camille Poirier, Biel, Buchhändlerin und momentan selbst gewählt arbeitslos

Was machen Sie hier?

Wir haben uns hier versammelt, um mit dem Fahrrad an die Klimademo in Bern zu fahren.

Was wollen Sie damit erreichen?

Ich mache mit, um damit ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen darf. Wir müssen jetzt reagieren und Veränderungen herbeiführen, damit wir in Zukunft klimaneutral leben können. Da ist es natürlich konsequent, mit dem Fahrrad nach Bern zu fahren. Ausserdem mag ich die Bewegung.

Wovon träumen Sie?

Ich weiss, es ist eine Utopie, aber ich wünsche mir, dass wir alle friedlich miteinander leben können. Für mich persönlich strebe ich ein freies und unabhängiges Leben an. Das zu tun, was mir gut tut und worauf ich Lust habe. Einen spezifischen Traum rauszupicken ist schwer, weil ich so viele davon habe. Mein Ziel ist es, irgendwann meine eigenen Rüebli anzupflanzen und zu essen. Ein Leben in Richtung Selbstversorgung wäre cool.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Hört auf, so eng zu denken und Unbekanntes abzulehnen, nur weil es unbekannt ist. Hinter Fremdem kann sich so viel Schönes verbergen.

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Andreas Engler: «Ich träume davon, weiterhin ein interessantes Leben mit und ohne Geige zu führen»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Andreas Engler, Bern, Violinist und Musiklehrer.

Was machen Sie hier?

Ich bin nun schon seit mehreren Jahren Geigenlehrer an der Musikschule Biel.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Mir gefällt das Weitervermitteln der Musik und den Kontakt mit den verschiedensten Menschen und Altersgruppen. Bei den Schülern, die ich unterrichte, ist alles dabei, vom Fünfjährigen bis zur Rentnerin. Ein Aspekt, den ich an meinem Beruf sehr schätze, ist der des Begleitens. Es ist schön, die Entwicklung von jemandem über die Jahre hinweg verfolgen zu können, und ich habe das Gefühl, dass ich dadurch, dass ich jede Woche eine Stunde mit meinen Schülern verbringe, einen Einblick in deren Leben habe, den sonst nicht viele, ausser vielleicht deren Eltern, haben. Und mit der Musikschule in Biel habe ich auch einen super gelegenen Arbeitsplatz. Ich schätze die Stadt Biel für ihren Multikulturalismus und Bilinguismus. Ich empfinde diese Aspekte als sehr bereichernd und bin froh darüber, dass sie sich auch in meiner Schülerschaft niederschlagen. Im Zuge der Robert-Walser-Ausstellung bin ich auf folgendes Zitat gestossen: «Übrigens bin ich in einer allerdings ganz, ganz kleinen Weltstadt aufgewachsen.» Ein Zitat, das mit meinem Gefühl für Biel resoniert.

Wovon träumen Sie?

Ich träume davon, weiterhin ein interessantes Leben mit und ohne Geige zu führen. Interessante Projekte realisieren zu können und neue Menschen kennenzulernen. Das sind zwar nicht eigentlich Träume, sondern mehr, was ich mache und hoffe, noch lange tun zu können. «Träume» in dem Sinn hab ich gar nicht so.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Der Allgemeinheit würde es sicher guttun, wenn die Menschen es besser verstünden, sich in andere hineinzuversetzen. Ich wünsche mir, dass wir uns in andere einzufühlen vermögen, ohne für sie denken zu wollen. Natürlich lebt jeder seinen eigenen Film. So sollte es auch sein. Wenn die Menschen aber versuchen würden, ab und zu Mal einen Ausschnitt aus den Filmen ihrer Mitmenschen zu erhaschen, könnten Sie vielleicht empathischer sein. Manchmal braucht es zwar Konflikte, aber viele kleinere, und manch grösserer unnötiger Konflikt könnte so vermieden werden.

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Ilja Steiner: «Komplett anders und doch irgendwie ganz normal»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Ilja Steiner, Erlach, Galerist

Was machen Sie hier?

Ich sitze unter einem Baum im Garten vom Mayhaus. Das ist mein Ort zum Chillen, Essen, Grillieren oder einfach, um mein Feierabendbier zu geniessen. Mir gefällt hier das Unstrukturierte und das Alleinsein, obschon man mittendrin ist. Es ist einfach meine kleine Oase.

Was würden Sie, wenn Sie könnten, hier verändern?

Ich würde gerne unzählige Lampen in diesen Baum hängen, damit man auch in der Nacht gemütlich hier sitzen kann.

Wie ist es, in einer Kunstgalerie aufzuwachsen?

Komplett anders und doch irgendwie ganz normal. Es war ein sehr soziales Aufwachsen in einer grossen Familie, immer umgeben von Künstlerinnen und Künstlern und Galeriebesuchern. Sicherlich profitierte ich von der beruflichen Freiheit meiner Eltern; sie konnten sich voll und ganz mir anpassen und nicht ich ihrer Karriere, wie es ja heute leider oft der Fall ist.

Wovon träumen Sie?

Ich möchte sehr gerne mehr Zeit haben für Dinge ohne monetären Output, seien dies eigene Projekte, Beziehungen oder Familie.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich halte eigentlich nicht viel von oberflächlichen Sprüchen, aber einer geht mir einfach nicht aus dem Kopf: «Urteile nie über einen anderen, bevor du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.» Viele Menschen urteilen viel zu schnell; etwas mehr Empathie von allen für alle könnte sicherlich nicht schaden.

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Florine Némitz: «Alles kommt gut!»

Vorname, Name, Wohnort

Florine Némitz, Nidau

Was machen Sie hier?

Ich geniesse meinen freien Tag mit meinem Sohn im Schwimmbad.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Hier gibt es viele Errinerungen. Ich war drei Jahre im Gymnasium, hier habe ich angefangen Texte zu schreiben, poetische Texte und Schauspiele.

Was schreiben Sie?

Mit zehn Jahren habe ich mein Tagebuch angefangen – und danach Gedichte. Im Gymnasium habe ich dann das Erzählen entdeckt und ich habe auch Lieder geschrieben. In dieser Periode habe ich viel musiziert. Jetzt mache ich hauptsächlich Theater, ich schreibe Theaterstücke und ich spiele auch.

Welche Sparte lieben Sie?

Mein erstes Spektakel habe ich 2010 zusammen mit Fabrice Bessire entwickelt.Dadurch ist die Kompanie Utopik-Family entstanden, in der ich noch immer spiele. Wir haben uns stark mit der Welt der Clowns beschäftigt. Deshalb habe ichimmer die rote Nase in meiner Tasche – sie ist mein Glücksbringer.

Wovon träumen Sie?

Ich habe keine Träume. Träumen heisst sich in die Zukunft zu versetzen, ich will aber in der Gegenwart leben. Aber wenn man träumt, hofft man doch auch, oder?

Ist es nicht gut zu träumen?

Am Freitag habe ich eine Aufführung mit 60 Kindern. Das Spiel ist immer noch sehr chaotisch. Meine Kollegen hoffen, dass es gut gehen wird. Gestern hatten wir die Generalprobe, die Kinder hatten eine Riesenfreude und perfekte Momente. Das ist mir viel wichtiger als eine perfekte Aufführung.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Alles kommt gut!

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Madeleine Sumi: «Ich träume oft davon, dass ich einen Garten habe»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Madeleine Sumi, Biel, Schneiderin

Was machen Sie hier?

Ich bin daran, für eine neue Kundin einen Schnitt umzusetzen. Nun habe ich den ganzen Tag gearbeitet, mache eine Pause und bin in Gedanken abgetaucht. Ich habe meine Ferienfotos von der Ostsee hervorgeholt und schwelge in Erinnerungen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Mein Atelier ist für mich sehr wichtig. Ich fühle mich wohl hier. Darin bin ich geborgen, und gleichzeitig bietet er mir die Möglichkeit meine Ideenumzusetzen und meine textilen Arbeiten zu realisieren.

Wovon träumen Sie?

Ich träume oft davon, dass ich einen Garten habe. Das ist etwas, was ich nie hatte. Irgendwo ein kleines Reich, ein Stück Boden, das ich bepflanzen kann, etwas, das eine andere Qualität als ein Balkon hat. Wenn ich so einen Garten hätte, an einem traumhaft schönen Ort, dann würde ich auch liebend gerne eine Dreiviertelstunde mit dem Fahrrad anfahren.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich finde, ich muss der Allgemeinheit nichts mitteilen, ich will nicht missionieren, die Leute sollen selber denken. Doch, jetzt ist mir noch etwas eingefallen! Ich hatte ganz grosse Freude daran am Frauenstreik zu sehen, wie viele junge und engagierte Menschen es bei uns gibt.

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J. P. S.: «Vielen fehlt der Respekt»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

J. P. S., Biel, gelernter Koch und Kellner, mittlerweile als Magaziner tätig

Was machen Sie hier?
Ich geniesse hier meinen Feierabend bei einem Bier, ein paar Zigaretten und einem netten Plausch mit meinem Kollegen. Ich verbringe fast jeden Feierabend hier. Das ist meine Ecke, ich sitze immer hier. Sogar bei Regen oder starkem Wind bin ich hier. Es ist nicht weit von der Bushaltestelle, ich sehe, wenn der Bus kommt, und kann entscheiden, ob ich nun den Bus nehme oder noch länger bleibe und notfalls nach Hause laufe.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?
Nein, die alte Tramstation soll so bleiben, wie sie ist. Aber es wäre schön, wenn die Leute aufhörten, sie ständig zu verschmieren und ihren Abfall mitnehmen würden. Jedes Mal, wenn ich hier ankomme, muss ich zuerst Müll einsammeln und in den Abfalleimer verfrachten, obwohl dieser nur zehn Meter entfernt steht.

Wovon träumen Sie?
Von hübschen Frauchen (lacht). Manchmal auch von meiner verstorbenen Frau.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?
Man sollte ein bisschen mehr auf seine Mitmenschen achten. Vielen fehlt der Respekt. Der Respekt vor anderen, vor der Umwelt, vor Orten wie der alten Tramstation hier und zum Teil auch vor sich selber. Gewisse Leute haben das Gefühl, etwas Besseres zu sein oder über den Anderen zu stehen, dabei sind wir alle gleich.

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Angela Wenner: «Unsere Gesellschaft braucht mehr Fröhlichkeit»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Angela Wenner, Nidau, Lehrerin

Was machen Sie hier?

Ich gehe meiner Leidenschaft nach und komme hierher, um Volleyball mit meinen Freunden zu spielen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Er liegt in der Nähe meines Zuhauses und ist einfach wunderschön. Jederzeit kann man das Spiel unterbrechen und die Abkühlung im Wasser suchen. Es ist hier gemütlich und die Umgebung gut gepflegt. Manchmal wünschte ich mir ein zweites Beachvolleyballfeld, da der Andrang an schönen Tagen gross ist. Ich komme aber so oft es neben Beruf und Training geht hierher.

Wovon träumen Sie?

Dass Menschen, wo immer sie sind, den Moment leben können und glücklich sind. Unsere Gesellschaft braucht mehr Fröhlichkeit. Als Lehrerin wünschte ich mir, ich könnte mehr auf die einzelnen Bedürfnisse der Kinder eingehen. Es sollten kleinere Klassengrössen eingeführt und bewilligt werden. Ich persönlich träume von einer grossen und längeren Reise, ich möchte die Welt erkunden.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Biel hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, die nicht stimmig sind. Biel mit seiner Umgebung hat einfach alles. Man denke nur an die Natur mit dem See und daneben die Hügel. Diese Vielfalt ist einfach wunderbar.

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Doris Meyer: «Biel ist eine bunte, lebendige und kreative Stadt - und dies wiederspiegelt sich auch im Move»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Doris Meyer, Biel, Bewegungs- und Tanzpädagogin

Was machen sie hier?

Ich habe vor 40 Jahren das Tanz- und Bewegungscenter Move hier in Biel gegründet und unterrichte Pilates, Fit Dance und Modernjazz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Move, das heute an der Juravorstadt 11 zuhause ist, finden ausserdem regelmässig auch andere Veranstaltungen und Workshops statt.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Biel ist eine bunte, lebendige und kreative Stadt – und dies widerspiegelt sich auch im Move. Die Menschen, die hierher kommen, um sich zu bewegen, ihren Körper wahrzunehmen, zu tanzen, lieben den lichtdurchfluteten Saal, seine Grosszügigkeit und die Energie, die er ausstrahlt. Es ist ein Ort der Bewegung und der Begegnung. Unterrichten ist seit bald 40 Jahren meine grosse Leidenschaft – und ich hoffe, dass ich diesen Beruf noch lange aus üben kann.

Wovon träumen Sie?

Reale Träume habe ich eigentlich keine. Ich lebe meinen Traum und bin dankbar, dass ich das kann. Für meine Kinder wünsche ich mir, dass sie ein schönes und interessantes Leben haben, und für unsere Welt Liebe und viel positive Energie.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Das wir achtsam mit uns selber umgehen, mit unseren Mitmenschen, mit der Natur und der Umwelt. Und dass wir wach und kritisch bleiben. Ohne Bewegung bewegt sich nichts.

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Jennifer Kübli: «Ich möchte gerne Leute helfen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Jennifer Kübli, Büren, Pferdepflegerin

Was machen Sie hier?

Nach der Arbeit tut es richtig gut, reiten zu gehen. Hier an der Alten Aare finde ich Ruhe. Ich bin gerne am Wasser. Seit etwa einem Jahr ist es zu einem kleinen Ritual geworden. Hier finde ich neue Kraft und kann befreit wieder zurück nach Hause.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Vor zwei Jahren habe ich einen Tiefpunkt erreicht mit meiner Magersucht. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, wenn es mir besser geht, die Verantwortung für ein Pferd zu übernehmen. Dies habe ich geschafft und ich kriege auf diese Weise eine Perspektive und möchte mit positivem Gefühl vorwärtsschauen.

Wovon träumen Sie?

Ich möchte gerne Leuten helfen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Ich werde online angeschrieben und helfe, wo ich kann. Das Wichtigste ist, den Menschen Mut zu machen. Selber möchte ich meine volle Gesundheit erlangen, ohne schlechte Gedanken. Ich bin aber stolz darauf, wo ich heute stehe.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Schämen Sie sich nicht für Ihre Probleme und nehmen Sie dort Hilfe an, wo Sie können. Respektieren Sie Ihre Mitmenschen, wie sie sind, und nehmen Sie auch sich selbst an. Wichtig ist immer, mit positiven Gedanken durch das Leben zu gehen.

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Delaja Ledermann: «Ich möchte Veränderungen bewirken»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Delaja Ledermann, Laupersdorf, Betriebswirtschaftsstudentin

Was machen Sie hier?

Ich bin Pilotin hier am Flughafen Grenchen. An den Wochenenden arbeite ich aber auch gelegentlich für die Flugschule Grenchen im Sekretariat. Ich habe bereits über 90 Flugstunden und hoffe, bald für die Flugschule Rundflüge durchführen zu können. Ebenfalls organisiere ich jährlich Auslandsreisen. Mit meinen Freunden bin ich dieses Jahr für ein Wochenende nach Korsika geflogen.

Wie sind Sie dazu gekommen?

Vor zwei Jahren habe ich nach einem Eignungstest in Dübendorf den zweiwöchigen Sphair-Kurs absolviert. Ein intensiver Kurs, der viel abverlangte. Dafür konnte ich nach zwei Wochen bereits die volle Verantwortung von Start, Flug bis hin zur Landung tragen. Für den Erwerb der Privatpiloten-Lizenz musste ich allerdings weitere Flugstunden absolvieren und elf Theoriefächer bestehen. Die Ausbildung habe ich mir selbst finanziert. Aktuell ermögliche ich mir das Fliegen mit Passagierflügen sowie meiner Anstellung bei Alpiq. Den ersten Schritt in der Fliegerei machte ich bereits mit 18 Jahren. In meinen Kursen war ich dabei stets die einzige Frau. Autofahren kann ich noch immer nicht. Kollegen machen sich darüber manchmal lustig.

Wovon träumen Sie?

Mein grosses Ziel in der Aviatik ist, selber Fluglehrerin zu werden. Die Weitergabe der Faszination Aviatik ist für mich sehr wertvoll. Beruflich möchte ich später ein eigenes Unternehmen führen. Speziell interessiert mich hier die Energiebranche. Momentan erlangen nachhaltige Energien und deren Entwicklung meine grösste Aufmerksamkeit. Ich möchte Veränderungen bewirken.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

«Think different – fly high». Niemals sollten wir den Blick für das grosse Ganze verlieren und stets unseren eigenen Fokus viel breiter legen. Sei offen für Neues, es warten viele Herausforderungen und Möglichkeiten auf dich.

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Lena Scheidegger: «Für mich sind Träume Träume»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Lena Scheidegger, Biel, Projektleiterin und Tanzlehrerin

Was machen Sie hier?

Mein Job als Leiterin des schweizweiten Tanzprojekts Dance Queenz erlaubt es mir, meinen Arbeitsplatz dorthin zu verlegen, wo auch immer ich gerade Lust dazu habe. Heute ist meine Wahl auf den Elfenaupark hier in Biel gefallen. Ich geniesse es, im Freien zu arbeiten, denn bei meiner Tätigkeit als Tanzlehrerin bei der Capsule Academy und Teki Tekua verbringe ich viel Zeit im Studio.

Was gefällt Ihnen an diesem Ort?

Mir gefällt es hier, weil es ruhig und grün ist und im Hintergrund ein angenehmes Plätschern vernehmbar ist. Die frische Luft tut gut, und bis eben hat meine Bank hier noch warmes Sonnenlicht abbekommen.

Wovon träumen Sie?

Für mich sind Träume Träume und ich widme sie gerne der Allgemeinheit. Ich träume von mehr Miteinander als Gegeneinander und positivem Austausch zwischen uns Menschen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben und nehme es so, wie es ist.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Tanzt mehr. Bleibt in Bewegung. Tanzt durch eure Leben mit mehr Musik, mehr Lachen und mehr Natur.

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Gary Terol: «Es ist sozusagen mein Gratis-Fitnessstudio im Grünen»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Gary Terol, La Neuveville, Videoschaffender

Was machen Sie hier?

Ich trainiere hier in meiner Pause mit Körpergewicht-Übungen und versuche mich an Kunsttücken wie dem Handstand oder der menschlichen Flagge.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Man kann hier draussen in der Natur trainieren, was einfach mehr Spass macht als drinnen im Studio. Es ist sozusagen mein Gratis-Fitnessstudio im Grünen, das ich mir mit anderen Sportbegeisterten teilen kann.

Wovon träumen Sie?

Mein Traum ist es, dass sich die vier Aspekte Gesundheit, Liebe, Glück und Wohlstand in meinem Leben die Waage halten. An diesem Traum arbeite ich, indem ich zum Beispiel hier und jetzt meinen Körper trainiere, um die Komponente Gesundheit zu erhalten.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

«Uplifting somebody», also jemanden aufbauen, ist ein Motto, dass ich meinen Mitmenschen gerne nahebringen würde. Es ist ein schönes Gefühl, jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Und deswegen sollten wir das alle tun, so oft wir können. Jemand anderes zu unterstützen, hilft nicht nur dieser Person, sondern tut uns selber auch gut. Und wenn wir alle diese Einstellung zur grosszügigen Hilfsbereitschaft teilen würden, hätten wir einen besseren Zusammenhalt zwischen uns Menschen.

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Tom Häderli: «Hier im Theater bin ich sozusagen Mädchen für alles»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Tom Häderli, Biel, selbstständiger Veranstaltungstechniker

Was machen Sie hier?

Hier im Theater bin ich sozusagen Mädchen für alles; erledige technische und administrative Arbeiten; ein kleines Mandat, das ich seit 2005 innehabe. Mit meinem eigenen Büro Tomcad, ebenfalls hier im Haus, entwerfe ich unter anderem auch Bühnenbilder, die ich bis zu einer gewissen Grösse selber in der Werkstatt im Untergeschoss baue. Im Moment bin ich aber für «Bouffon» im Schlosspark Nidau, wo ich als technischer Co-Leiter fungiere und mich um die Platzgestaltung gekümmert habe. Auch beim Théâtre de la Grenouille habe ich die technische Leitung und bin auf den Tourneen für Auf- und Abbau, Licht- und Tonregie verantwortlich.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Dieser kreative, innovative Ort ist natürlich existenziell wichtig für mich. Ich fühle mich hier wie zuhause (lacht). Durch die Veränderungen im Mühlepark und den neuen Überbauungen rutschen wir sozusagen ins Stadtzentrum, das ist sehr positiv.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Unsere Welt wird zunehmend intoleranter, egoistischer. Ich wünschte mir, das würde sich zum Besseren wenden. Probleme lassen sich nicht durch Populismus lösen. Es braucht mehr Toleranz. Auch gegenüber Menschen, die nicht ins System passen oder handicapiert sind, aber trotzdem etwas zur Gemeinschaft beitragen. Diese Haltung sollte ins Bewusstsein der Menschen rücken. Ich denke, dass Theater und Musik eine gute Art sind, Botschaften in das nähere Umfeld zu tragen.

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Jacqueline Mock: «Ich möchte, dass jede und jeder diese Liebe finden kann»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Jacqueline Mock, Biel

Was machen Sie hier?

Dieser Park befindet sich auf dem Weg von meiner Wohnung zu meinem Arbeitsplatz im Kino Apollo. Ich mag diesen Ort sehr, er ist voller Erinnerungen. 1966 stand hier ein Teil der Schweizer Skulptur «Biennale». Es gibt heute noch Spuren davon, es war wunderschön und symbolisierte die kulturelle Vielfalt von Biel. Ich habe die Bäume in diesem Park wachsen sehen und komme jeden Tag vorbei, weiss, welchen es gut geht und welche krank sind. Ich spreche mit ihnen, das gehört zu meiner Hippie Seite, auf diese Weise verbinde ich mich mit der Natur. Hinten steht das Kongresshaus. Ich liebe dieses Betongebäude. Ich war einmal Schweizermeisterin im Schwimmen und sollte sogar an den Olympischen Spielen teilnehmen. Im Hallenbad habe ich trainiert, bin pro Tag zehn Kilometer geschwommen. Das Hallenbad gehörte damals fast mir, sie öffneten es ab und zu nur, damit ich trainieren konnte. Wenn ich hier bin, sehe ich auch, wie die Stadt heute weiterlebt. Man sieht Kinder aller möglichen Nationalitäten und mit jeglichen sozialen Hintergründen. Das ist Biel, es lebt. In diesem Park passiert immer etwas, egal, um welche Tages- oder Nachtzeit man herkommt. Ich mag es einfach, hier zu sitzen und die Leute zu betrachten.

Wovon träumen Sie?

Ich würde da einfach den Dichter Rumi zitieren: «Your task is not to seek for love, but merely to seek and find allthe barrier within yourselfthat you have built against it» – deine Aufgabe ist es nicht, nach Liebe zu suchen, sondern all die Barrieren in dir selbst zu suchen und zu finden, die du gegen sie aufgebaut hast. Ich möchte, dass jede und jeder diese Liebe finden kann.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer mal mitteilen?

Es wäre gut, wenn sich alle Leute jeden Tag fünf Minuten für sich nehmen würden, um an etwas Gutes zu denken oder sich an gute Momente zu erinnern. Somit könnten sie sich täglich einen Moment lang von ihren Dramen entfernen und glücklicher leben

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Livio Tschanz: «Man sollte etwas mehr Rücksicht nehmen, auf seine Mitmenschen und die Umwelt, aber auch auf sich selbst»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Livio Tschanz, Vinelz, Gymnasiast

Was machen Sie hier?

Ich trainiere in meinem Garten Bogenschiessen für die kommenden klassischen Turniere, beispielsweise am Mittelaltermarkt in Biel. Ich trainiere etwa zweimal pro Woche, plus etwas mehr vor den Wettkämpfen.

Mit was schiessen Sie?

Das ist unterschiedlich. Oft aber mit einem englischen Langbogen (im Bild), da dieser auch bei den klassischen Turnieren verwendet wird. Dieser Bogen wird aus einem Stück Holz hergestellt und hat weder einen Nockpunkt noch eine Pfeilauflage.

Wovon träumen Sie?

Dass alles irgendwie gut kommt. Im Leben muss ja nicht immer alles extravagant und ausserordentlich sein, ich möchte einfach jederzeit zufrieden auf mein Leben zurückblicken können.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Man sollte etwas mehr Rücksicht nehmen, auf seine Mitmenschen und die Umwelt, aber auch auf sich selbst.

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Stéphanie Torres: «Das alles mache ich hier ehrenamtlich»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Stéphane Torres, Brüttelen, Profi-Rider, Inline-Freestyle-Lehrer

Was machen Sie hier?

Ich bin als Präsident des Vereins des Skateparks verantwortlich für den reibungslosen Betrieb. Ich kümmere mich auch um Logistik, Konstruktion und Reparaturen. Das alles mache ich hier ehrenamtlich.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Ich habe hier meine Jugend verbracht, den Skatepark gibt es seit 18 Jahren. Viele Freundschaften fürs Leben sind hier entstanden. Und ich habe an diesem Ort Selbstvertrauen gewonnen und gelernt, Grenzen zu überwinden.

Wovon träumen Sie?

Dass diese Sportarten respektiert werden wie andere. Und dass von den vier Sportarten, die hier ausgeübt werden, neben Skateboard und BMX bald auch Scooter und Inline als olympische Disziplinen zugelassen werden. Und ich träume von einem Skatepark, der eine angemessene Grösse hat und Spielraumbietet. Der geplante Skatepark am Rennweg in Biel ist meiner Meinung nach zu wenig attraktiv, zu klein dimensioniert. Es wird kein olympischer Park und die Athleten werden einen klaren Rückstand im Vergleich zu denjenigen anderer Länder haben. Leider wird auch an dringend nötiger Infrastruktur wie Duschen oder Büroräumen gespart. Ich freue mich trotzdem auf den neuen Ort, es ist besser als gar nichts. Wegen dem Umzug bin ich nicht sentimental, auch am neuen Ort wird derselbe Spirit herrschen.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Das Konsumverhalten heutzutage ist absurd. Die Eltern kaufen den Jugendlichen rasch und unüberlegt ein billiges Skateboard. Wenn es dann kaputt geht, wird einfach ein Neues gekauft. Dabei sollte eine Wertschätzung da sein. Ein gutes Skateboard sollte eine Anschaffung auf lange Zeit sein, auf die die Jugendlichen hinfiebern und sparen. Umso mehr werden sie das Material dann schätzen und Sorge dazu tragen.

Stichwörter: Menschen im Seeland

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