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Sputnik Engineering AG ist konkurs - 271 Mitarbeiter sind betroffen

Die Sputnik Engineering AG mit Hauptsitz in Biel wird morgen Freitag die Bilanz beim Konkursrichter in Biel-Seeland deponieren.

Symbolbild: bt/a

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Die Firma ist unter der Marke SolarMax weltweit im Markt für Wechselrichter für Solarstrom-Anlagen tätig. Sie verfügt über Standorte in ganz Europa, in den USA, Südamerika und Australien.

„Leider haben sich die Marktverhältnisse in den letzten Monaten und Jahren stetig verschlechtert, weil das Wachstum vor allem in Europa ausblieb und der Kampf über die Preise sich in der Branche ständig verschärft hat“, sagt Gründer, Inhaber und CEO Christoph von Bergen in einer Medienmitteilung.

Restrukturierung nützte nichts

Im letzten Jahr habe man eine umfassende Restrukturierung durchgeführt. Da dies nicht genügt hätte, um den Verlust zu verkleinern, habe man ein massives Abbau- und Restrukturierungs-Programm für 2015 durchgerechnet. Doch auch dies hätte nicht gereicht, heisst es weiter. Deshalb sei in den letzten Wochen und Monaten nach einem Partner oder Käufer gesucht worden. Doch leider seien alle Bemühungen, die Firma zu retten, vergeblich gewesen.

Der Verwaltungsrat der Sputnik Engineering AG hat deshalb an seiner ausserordentlichen Sitzung vom 26. November 2014 nach eingehender Prüfung aller Alternativen seine gesetzlichen Pflichten wahrnehmen müssen und entschieden, dass das Gesuch zur Konkurseröffnung an den Konkursrichter gestellt wird.

271 Mitarbeiter sind betroffen

Vom Konkurs betroffen sind 271 Mitarbeiter in Biel und in 10 Niederlassungen weltweit. Für die betroffenen Mitarbeiter wird ein Job-Center eingerichtet.

Die Sputnik Engineering AG wurde 1991 von drei Partnern gegründet. Der Umsatz betrug 2013 noch 70 Mio. Franken. Im Jahr 2012 bezog die Firma ihren Hauptsitz im Bieler Industriequartier. Das Haus ist im Minergie-Standard gebaut und besitzt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach mit einer Leistung von 220 Kilowatt. mt

Kommentare

mstuedel

Schade um die Firma, schade für Biel. Die Energiewende hat leider für Sputnik zu spät eingesetzt. Zu zögerlich wurde in Europa und in der Schweiz in Solaranlagen investiert. Europa gerät da mittlerweile ins Hintertreffen. Neue Impulse kommen z.B. aus den USA, wo im Westen massiv in die neuen Technologien investiert wird und z.B. Tesla mit dem Bau der "Gigafactory" für Stromspeichersysteme begonnen hat. Die Schweiz war einst Pionier; heute ist aber leider nicht mehr viel davon übrig. Der Mut scheint uns etwas verloren gegangen zu sein und zu viele klammern sich noch an längst überholte, nicht erneuerbare Energiequellen, anstatt in Zukunfträchtiges zu investieren.


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