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Tagesthemen

Bieler Finecom legt weiter zu

Ab 2013 verbreitet der Bieler Telecomanbieter Finecom unter der Marke Quickline Internet, Festnetztelefonie, Mobiltelefonie und digitales Fernsehen - auch im Raum Emmental und Luzern Landschaft.

  • 1/6 Nicolas Perrenoud. Bilder: bt/a
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JON METTLER

Diese Zeitung weiss bereits, was die Nummer zwei im Schweizer Kabelnetzmarkt heute bekannt gibt: Die Finecom Telecommunications AG hat mit der Medianet Holding AG in Schlosswil einen Zusammenarbeitsvertrag für das Kabelnetz der Medianet im Emmental und im Kanton Luzern unterzeichnet. Medianet gehört zu 70 Prozent der Genossenschaft Elektra Baselland.

Knapp 30 000 Haushalte, welche derzeit Zugang zu den Diensten von Zapp haben, können ab kommendem Jahr die Produktpalette Quickline von Finecom beziehen. Finecom-Chef Nicolas Perrenoud bestätigt die Partnerschaft: «Dank Medianet können wir die geografische Lücke zwischen dem Kanton Bern und der Innerschweiz schliessen.»

Marktanteil von 15 Prozent

Mit dem neuen Partner erreicht Finecom mit den Quickline-Produkten nun 330 000 Haushalte. Das entspricht einem Marktanteil von 15 Prozent in der Deutschschweiz. «Bis ins Jahr 2016 wollen wir 400 000 bis 500 000 Haushalte erreichen», sagt Perrenoud. Das entspräche dann einem Marktanteil von 25 Prozent. 18 unabhängige Kabelnetzfirmen in 11 Deutschschweizer Kantonen vertreiben Quickline. Der Verbund ist damit zum wichtigsten Herausforderer von Marktführer UPC Cablecom geworden. Im Kanton Bern bieten etwa Energie Belp, Energie Seeland, Localnet Burgdorf und Renet Langenthal Quickline-Dienstleistungen an. In der Stadt Bern verbreitet Energie Wasser Bern Quickline-Produkte übers Glasfasernetz.

Finecom ist selber auch im Quickline-Verbund und stellt für die Mitglieder die Infrastruktur zur Verfügung, das heisst: Internet, Festnetztelefonie, Mobiltelefonie sowie hochauflösendes Fernsehen (HDTV). Daneben kümmert sich die Firma um den Kundendienst. Finecom beschäftigt dazu 55 Mitarbeiter in Biel. Quickline ist eine Reaktion der Kabelnetzbetreiber auf die drei finanzstarken Akteure im digitalen TV-Markt: Swisscom, UPC Cablecom und Sunrise.

Stärker im Verbund

Vor allem kleine Kabelnetzanbieter müssen damit rechnen, Kunden an die grossen Mitbewerber zu verlieren, weil sie kein ebenbürtiges Fernsehangebot anbieten können. Damit ein Anbieter beispielsweise einen prestigeträchtigen US-Sender wie den National Geographic Channel verbreiten kann, muss er Mindestgarantien von 50 000 Franken im Jahr bezahlen. Für einen kleinen Kabelnetzbetreiber mit 5000 Haushalten ist das schlicht zu teuer.

Im Verbund mit anderen sieht die Situation hingegen wieder ganz anders aus. Derzeit nutzen etwa 120 000 Haushalte das digitale TV-Angebot von Quickline.

Auch das Partnermodell von Quickline ist attraktiv: «Die Mitglieder haben die Möglichkeit, sich über die Muttergesellschaft Besonet an Finecom zu beteiligen und so die Strategie zu bestimmen», sagt Finecom-Chef Perrenoud. Doch auch die Produktdesigns und Marketingmassnahmen entwickeln die Vertragspartner zusammen.

Für Medianet hat der Zugang zu neuen digitalen Angeboten den Ausschlag für Quickline gegeben: «Mit dem Beitritt können wir unseren Endkunden attraktive und zukunftsorientierte Multimediadienste anbieten und profitieren gleichzeitig von den Synergien im Verbund», sagt Medianet-Geschäftsleiter Marcel Hess. Ende 2011 hat EBL die Mehrheit an der Medianet Holding AG übernommen. Die Versorgung der Haushalte mit Telecomprodukten hat Medianet ausgeschrieben. Die neuen Angebote werden ab 2013 etappenweise im Emmental und im Luzerner Hinterland aufgeschaltet.

Die Swisscom als kabelnetzfremder Anbieter und zugleich grösster Schweizer Telecomkonzern nimmt die Pläne von Finecom zwar zur Kenntnis: «Zu einzelnen Konkurrenten äussern wir uns jedoch nicht», sagt Firmensprecher Sepp Huber. Denn der blaue Riese messe sich «national mit mehreren 100 Kabelnetzbetreibern».

Kombi-Angebot ab 70 Franken

Der Einstiegspreis für das kombinierte Angebot von Quickline beträgt 70 Franken im Monat. Darin enthalten sind Internet, kostenlose Festnetztelefonie ins Schweizer Netz sowie Fernsehen mit 170 Sendern, davon über 25 in hochauflösender HD-Qualität.

Händedruck für die Zukunft: Medianet-Geschäftsleiter Marcel Hess (links) und Finecom-Chef Nicolas Perrenoud besiegeln die Partnerschaft. Bild: zvg

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