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Zürich

Barry-Callebaut-Chef Saint-Affrique will Firma gestärkt übergeben

Chefwechsel bei Barry Callebaut: Antoine de Saint-Affrique übergibt nach sechs Jahren an der Spitze am Ende des Geschäftsjahres die operativen Zügel an Americas-Chef Peter Boone. Für das Unternehmen soll damit nach der Krise ein neues Kapitel aufgeschlagen werden.

Symbolbild: Keystone

(sda) Auf den ersten Blick überrascht die Übergabe mitten in einer Krise, zumal auch Finanzchef Ben De Schryver erst ein Jahr im Amt ist. Die Nachfolge sei aber schon länger in Planung gewesen, sagte de Saint-Affrique am Donnerstag an einer Telefonkonferenz. "Für uns ist im September nun ein natürlicher Zeitpunkt für die Übergabe." Die Übergabe an einen internen Kandidaten sichere zudem die Kontinuität.

Analysten bedauerten den Wechsel: Das Unternehmen könne auf eine sehr erfolgreiche Zeit unter seiner Führung zurückblicken, schrieb etwa Vontobel. Allerdings sei die Erholung von der Krise bereits auf gutem Weg, meinte Goldman Sachs.

Noch hat Barry Callebaut zwar mit den Auswirkungen der Coronakrise zu kämpfen: In der ersten Jahreshälfte 2020/21 (September bis Februar) gingen die Verkaufsvolumen um 2,9 Prozent zurück. Besonders das Geschäft Gourmet & Spezialitäten mit der Belieferung von Hotels, Restaurants, Konditoreien oder Chocolatiers wird durch die Schliessungen der Lokale gebremst.

Allerdings bedeutet dies bereits eine Erholung gegenüber dem ersten Quartal, als das Minus noch 4,3 Prozent betrug. Bei der Übergabe an seinen Nachfolger werde das Unternehmen die Krise gut gemeistert haben, sagte de Saint-Affrique. "Wir werden gestärkt aus der Krise hervorgehen."

So beschleunige sich das Outsourcing als Folge der Krise, sagte de Saint-Affrique. Im margenstärkeren Bereich Gourmet & Spezialitäten wiederum sei man trotz Lockdowns nicht untätig geblieben und habe neue Kunden und Märkte erschlossen.

Und die Region Asien ist laut Finanzchef De Schryver im zweiten Quartal bereits wieder zu zweistelligem Wachstum zurückgekehrt. "In Asien gibt es einen wachsenden Appetit auf Schokolade", sagte der ehemalige Asien-Chef. Daher werde sich das Wachstum dort weiter beschleunigen. Grosses erhofft sich das BC-Management zudem im Geschäft mit pflanzenbasierten Milchalternativen.

Positive Zeichen sieht das Management weiter in der Profitabilitätsentwicklung. Im ersten Halbjahr sank der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT zwar um 2,2 Prozent auf 296,7 Millionen Franken. In Lokalwährungen wäre der Gewinn jedoch um 6,5 Prozent gestiegen beziehungsweise um 3,8 Prozent, wenn im Vorjahresgewinn die Einmalkosten für eine Fabrikschliessung herausgerechnet werden.

In der zweiten Jahreshälfte wird Barry Callebaut zudem auf einfacheren Vergleichszahlen aufbauen können, da im Vorjahr die Krise ab dem dritten Quartal zu Buche abgeschlagen hatte.

Die mittelfristige Prognose wurde bestätigt: Für die Dreijahresperiode bis und mit dem Geschäftsjahr 2022/23 peilt der weltgrösste Schokoladenhersteller eine Steigerung der Verkaufsmenge von jährlich 5 bis 7 Prozent an, wobei der EBIT in Lokalwährungen stärker zulegen soll als das Volumen.

 

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