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Zwei «halbe» sind auch ein «voller»

A5-Westast: Zwei «halbe» sind auch ein «voller» Ob es einen Anschluss Biel Zentrum braucht od

er nicht, könnte sich schon bald entscheiden. Bis Ende Juni soll abgeklärt werden, ob die Bedingungen für einen Verzicht erfüllbar sind.

<BR><BR> Mike Sommer

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17 Fragen zur A5 haben die Stadträte Niklaus Baltzer (SP) und Claire Magnin (Grüne) dem Gemeinderat gestellt. Dessen Antwort auf ihre Interpellation liegt jetzt vor.<BR><BR>
Beim Durchlesen könnte der Eindruck entstehen, der Gemeinderat versuche, übertriebene Hoffnungen bezüglich eines Verzichts auf den Anschluss Biel Zentrum zu dämpfen. So listet er detailliert alle Bedingungen auf, die erfüllt werden müssen, damit dieser Anschluss, der eine grosse Schneise ins Stadtgebiet schlägt, fallen gelassen werden kann. Man erinnert sich an die Aussagen von Baudirektor Hubert Klopfenstein («Biel Zentrum ist gestorben») und von Stadtpräsident Hans Stöckli («Ich wäre vorsichtig mit solchen Wertungen»). Ist der Gemeinderat uneins?<BR><BR>
Rolf Iseli, Direktionssekretär der Baudirektion, lässt solche Vermutungen nicht gelten: «Der Gemeinderat ist sich ziemlich einig, dass ein Anschluss im Zentrum, wie er bisher geplant wurde, nicht möglich ist.» Ebenso klar sei für die Stadtregierung aber, dass es im Westabschnitt einen Vollanschluss brauche. Iseli: «Der hausgemachte Verkehr aus dem Stadtzentrum muss auf möglichst direktem Weg auf die A5 Richtung Neuenburg oder Richtung Bern gelangen - und umgekehrt.» Am liebsten sähen die Bieler Behörden dieses Anschlussbauwerk im Gebiet Seefels beim Strandboden, wo bisher nur ein Halbanschluss vorgesehen ist (das BT berichtete).

Abklärungen bis Ende Juni

«Stossrichtung 3» heisst diese Variante, die Biel am liebsten sähe: Vollanschlüsse jeweils im Seefels, im Brüggmoos, in Orpund und im Bözingenfeld - und im Stadtzentrum nichts. Bereits bis Ende Juni will die Arbeitsgruppe der Gemeinden unter Hans Stöckli die Rahmenbedingungen dieser Variante abklären lassen. Im Zentrum steht die Frage, ob Vollanschlüsse in Orpund und im Seefels realisierbar sind. Orpund hat bereits signalisiert, dass die Gemeinde sich einem Anschluss nicht mehr wie früher grundsätzlich entgegenstellen wird. Offen ist derzeit die Machbarkeit beim Seefels.<BR><BR>
Und was, wenn ein Vollanschluss beim Strandboden keinen Platz findet? Eine Option wären dann zwei Halbanschlüsse als Ersatz, sagt Rolf Iseli: Jener am See (Richtung Bern) und einer im Zentrum (Richtung Neuenburg). Dann gäbe es zwar wieder eine A5-Schneise zwischen Bahnhof und Mühlefeld. Die Anschlussbauwerke würden aber bescheidener ausfallen als beim jetzt geplanten Vollanschluss Biel Zentrum.

Knackpunkt Porttunnel

Wie mans auch dreht und wendet: Jede denkbare Variante bringt Vor- und Nachteile mit sich. Fällt Biel Zentrum weg, kann etwa die Bernstrasse nicht aufgehoben werden. Und zudem steht nach wie vor ein entscheidender Vorbehalt im Raum: Ohne Porttunnel (Zubringer vom rechten Seeufer zum Brüggmoos) würden sich alle Träume von einem Verzicht auf Biel Zentrum in Luft auflösen. Bis im Herbst will der Kanton die Machbar- und Finanzierbarkeit des Schlüsselbauwerks Porttunnel abklären.<BR><BR>
Bereits am nächsten Dienstag trifft sich Stöcklis Arbeitsgruppe zur zweiten Sitzung. Die Begleitgruppe (Parteien, Verbände, Schutzorganisationen) wird anschliessend am 15. Juni über den Stand der laufenden Arbeiten informiert.

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