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Zurückhaltung für Ipsacher Idee

Zurückhaltung für Ipsacher Idee Ipsach möchte den allfälligen Porttunnel verlängern. Das löst

Diskussionen aus. Nicht alle sind über das Vorpreschen der Ipsacher erfreut.

<BR><BR> marco oppliger

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Ipsach sieht durch den Porttunnel mit einem Portal im Dorfkern nur Nachteile. Der Verkehr werde auf der Ipsachstrasse dadurch noch mehr zunehmen, befürchtet Gemeindepräsident Bernhard Bachmann (SP). Zudem wird das Ortsbild durch das Tunnelportal massiv verändert. Deshalb fordert der Ipsacher Gemeinderat eine Verlängerung des Tunnels bis vor den Ortseingang Richtung Sutz-Lattrigen. «So ist ein Tunnel denkbar, sonst sind wir eher für die Variante Zihl-Unterquerung.»<BR><BR>
Unterstützung erhält Ipsach von Nachbar Sutz-Lattrigen. Allerdings hätte hier noch eine dritte Gemeinde, Bellmund, mitzureden. Denn: Das Gelände, das Bachmann für ein Tunnelportal für denkbar hält, liegt auf Bellmunder Boden. Er hat aber bis anhin noch gar nicht mit Bellmund gesprochen. «Wir möchten zuerst schauen, ob diese Verlängerung eine Chance hat, bevor wir konkreter werden», so Bachmann. Die Bellmunder Behörden wollen sich erst äussern, wenn sie konkrete Informationen zur Ipsacher Idee haben.<BR><BR>
Beim Kanton hält sich die Freude über die Ipsacher Pläne in Grenzen. «Ich habe davon gehört», sagt Stefan Graf, Projektleiter Westast. Er sehe darin vor allem zwei Probleme: «Wird der Tunnel verlängert, wird er natürlich teurer.» Zudem nütze ein längerer Tunnel weniger. Dies, weil der Porttunnel auch als Umfahrung für Nidau dienen würde. Mit der längeren Variante wäre das aber nicht mehr der Fall. Auch für Port hätte ein längerer Tunnel eher negative Folgen. Der Verkehr auf der Allmendstrasse, der bei der bisherigen Länge des Tunnels abnehmen würde, würde so zunehmen.

Angst vor Verzögerungen

«Je weiter westlich, desto weniger nützt uns der Tunnel», sagt Ulrich Trippel (SVP), Gemeindepräsident von Port. Bisher hielt sich die Porter Exekutive bezüglich der A5-Varianten zurück, was in diversen Leserbriefen bemängelt wurde. «Wir sind einverstanden, dass man die Variante Porttunnel prüft, aber es darf deshalb keine weiteren Verzögerungen geben», sagt Trippel. Momentan führt der Kanton in Port an diversen Stellen Sondierbohrungen durch, um zu sehen, ob und wie ein Tunnel machbar ist. Das zweite Portal würde bei der Gemeindeverwaltung, in der Nähe der Wehrbrücke, zu stehen kommen. «Das ist ein grosser Einschnitt für das Dorf», sagt Trippel. Deshalb warte man die Berichte zu einem allfälligen Porttunnel ab. «Es fehlen Unterlagen und Messungen, was das für uns bedeutet. Das Schlechteste, was uns passieren könnte, wäre, wenn der Ostast fertig gebaut ist und beim Westast nichts geht.» Das würde die Allmendstrasse massiv belasten.

Kritischer Krähenbühl

Charles Krähenbühl (SP), Gemeindepräsident von Brügg, schlägt in dieselbe Kerbe wie sein Porter Amtskollege. «Ist nur die Ostast-Route fertig, würde sich alles in Brügg stauen.» Krähenbühl gehört zu den grössten Kritikern des Porttunnels, weil Brügg durch diese Variante am stärksten vom Verkehr betroffen wäre (das BT berichtete). Er zweifelt an der Ipsacher Idee, den Tunnel zu verlängern. «Es fragt sich, für wie viele Fahrzeuge ein Tunnel gemacht werden soll und ob er sich so überhaupt lohnt.» Krähenbühl fordert deshalb einen Vollanschluss Biel-Zentrum. «Sonst haben wir keine Stadt-, sondern eine Regionalumfahrung.» Zwar konzentriert sich der Mehrverkehr in Brügg hauptsächlich auf die Industriezone im Brüggmoos. Trotzdem erwartet Krähenbühl im Dorfzentrum mehr Fahrzeuge. Deshalb brauche es auch in Orpund einen Vollanschluss, um Brügg zu entlasten.<BR><BR>
Unter der Ära des Orpunder Gemeindepräsidenten Robert Schmid (parteilos) war ein Vollanschluss nie ein Thema. Seit rund 100 Tagen ist nun Jürg Räber (parteilos) neuer Gemeindepräsident - und der lässt mit sich reden. «Wir haben an der Gemeinderats-Klausur intensiv über das Thema diskutiert und kamen zum Schluss, dass ein Vollanschluss eine Option ist.» Erstmal sollen aber die Auswirkungen eines Vollanschlusses geprüft werden. «Wir sind uns aber bewusst, dass eine Lösung für die gesamte Region gefunden werden muss.»

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