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Von Einigkeit keine Spur

Von Einigkeit keine Spur Mit einem Halbanschluss ist die A5 beim Seefels kaum sichtbar. Ander

s sähe es wohl aus, wenn wie von Biel gewünscht eine Vollanschluss-Variante gewählt würde. Diese würde deutlich mehr Platz beanspruchen.

<BR><BR> Mike Sommer

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«Seit Jahren tote Hose», sagt ein intimer Kenner der A5-Planung, der ungenannt bleiben will, wenn man ihn auf den Bereich Seefels anspricht. Unzählige Varianten seien für dieses Gebiet geprüft worden, eine einzige blieb angesichts der engen Platzverhältnisse zuletzt als realisierbar übrig.<BR><BR>
Es ist die «Variante 6», die im Jahr 2006 der A5-Behördendelegation vorgestellt wurde. Wie im genehmigten Generellen Projekt A5-Westast von 1999 vorgezeichnet, zeigt diese Variante auf, wie zwischen Felsenheide, SBB-Damm, Seevorstadt und Alpenstrasse ein Halbanschluss realisiert werden kann. Rund ein halbes Dutzend Häuser müssten der Autobahn weichen, darunter die drei Wohnblöcke direkt am Fuss des Berghangs, das alte Bahnwärterhäuschen und das historische Gebäude Seevorstadt 5 aus dem 19. Jahrhundert. Der kurze offene Abschnitt der A5 sowie die Ein- und Ausfahrtsrampen bleiben aber beim Projekt des Kantons relativ unsichtbar.

Biel will Vollanschluss

Der Gemeinderat habe die Halbanschlussvariante zwar zur Kenntnis genommen, sich aber «sämtliche Optionen offengehalten», sagt der Bieler Baudirektor Hubert Klopfenstein. Denn Biel hatte stets einen Vollanschluss beim Seefels gefordert. Ein solcher würde das lokale Strassennetz und die A5 nämlich nicht nur in Richtung Süden (Bern), sondern auch in Richtung Westen (Neuenburg) zusammenschliessen. Der Verkehr zwischen der Seevorstadt und der Westschweiz könnte also ab dem (und bis zum) Seefels die A5 benützen, anstatt wie derzeit vorgesehen die Neuenburgstrasse mitten durch Vingelz.<BR><BR>
Mit der wieder entflammten Grundsatzdebatte über den Westast wird auch ein Vollanschluss in der Seevorstadt wieder ein Thema. Hubert Klopfenstein: «Bei einem Verzicht auf den Anschluss Biel Zentrum wird ein Vollanschluss am See unerlässlich.» In diese Richtung hat sich auch schon Stadtpräsident Hans Stöckli geäussert. Im Februar sagte er, unter bestimmten Bedingungen könne auf den umstrittenen Anschluss beim Mühlefeld verzichtet werden. Eine davon: ein Vollanschluss am See.

Vollanschluss braucht Platz

Fragt sich nur, ob dieser Vollanschluss machbar ist. Stefan Graf, Projektleiter Westast beim kantonalen Tiefbauamt: «Wir haben einen solchen geprüft, er wurde als nicht machbar beurteilt - dies allerdings unter den damaligen Randbedingungen mit einem Anschluss Biel Zentrum.» Wenn sich die Arbeitsgruppe unter Hans Stöckli im Sommer 2010 für einen Verzicht auf Biel Zentrum und einen Vollanschluss Seefels aussprechen sollte, werde man halt erneut prüfen.<BR><BR>
«Ein Vollanschluss ist machbar», sagt Baudirektor Klopfenstein, das hätten Studien des Stadtplanungsamtes ergeben. Wieviel Platz dieser beanspruchen würde, um die technischen und die Sicherheitsnormen des Bundes zu erfüllen, bleibt aber vorläufig offen. Ziemlich sicher würde er das ganze Seefelsareal bis zur Station der Seilbahn Biel-Magglingen belegen, möglicherweise auch das Krautkuchenareal und damit den Vorgarten von Hayeks Swatch-Group-Hauptsitz. Doch das ist heute Spekulation.

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