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Viel Lärm um kleine Versuchsbaustelle

Viel Lärm um kleine Versuchsbaustelle Für den A5-Westast wird bisher nur probeweise gebaut. T

rotzdem haben die Anwohner vom Lärm bereits die Nase voll: «So kann man dort nicht mehr leben.»

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me. Eric Burri, Co-Präsident der IG Lebensqualität Biel-West, musste am Montag seine Arbeit im Büro immer wieder unterbrechen. Die Rammarbeiten auf der gut 100 Meter entfernten Versuchsbaugrube auf dem Sportplatz Mühlefeld waren derart laut, dass Burri Ohrenweh bekam. Und das bei geschlossenen Fenstern. «Langsam, aber sicher wird es schon happig», sagt er. Denn zum Lärm kämen die Erschütterungen und die schlechte Luft. Der Ärger im Quartier wächst. Gewisse Leute fürchten sich davor, den PC zu brauchen, weil die Festplatte durch die Erschütterung kaputt gehen könnte. Verschiedene Anwohner beklagen sich über Risse (das BT berichtete). Burri kritisiert die miserable Kommunikation des Kantons. «Man hätte uns warnen müssen, dass ab dann und dann mit überdurchschnittlichem Lärm zu rechnen ist.» Auch wenn der Kanton behaupte, Anfang Woche Flyer verteilt zu haben, er habe nichts erhalten. «Vielleicht müssten die paar am stärksten Betroffenen Bewohner persönlich informiert werden.»

Intervention bei Könitzer

Gedanken macht er sich auch deshalb, weil die Immissionen nur ein Vorgeschmack sind. Wenn man sehe, wie viel Lärm diese kleine Baustelle verursache, könne man sich ungefähr vorstellen, was auf die Anwohner beim definitiven Bau des A5-Westasts zukommt. «So kann man dort nicht mehr leben.» Burri hat sich deshalb an Regierungsstatthalter Werner Könitzer gewandt, mit der Bitte, die Umstände abzuklären. Gestern haben Könitzer und Burri vom zuständigen Projektleiter Stefan Graf eine Antwort erhalten. Graf weist darin auf die mehrfach erfolgte Information der Bevölkerung hin. «Bei Arbeiten mit schweren Baugeräten ist ein gewisser Lärm leider unvermeidbar.» Man bemühe sich selbstverständlich, den Lärm auf ein Minimum zu reduzieren.<BR><BR>
Gegenüber dem BT zeigt Stefan Graf Verständnis für den Ärger der Bevölkerung und bittet diese gleichzeitig um Verständnis für die Unannehmlichkeiten. Er hat als Reaktion auf die Reklamation gestern eine erneute Lärmmessung durchführen lassen. Vielleicht sei der Versand der Flyer Anfang Woche etwas knapp erfolgt. Die Kritik, dass der Kanton insgesamt zu wenig kommuniziere, weist er aber zurück. Wenn man die Grösse der Baustelle betrachte, die etwa dem Bau einer Tiefgarage entspreche, sei die Kommunikation überdurchschnittlich gewesen. Graf sagt, dass man aber mit der Versuchsbaugrube gerade auch in Bezug auf die Kommunikation Erfahrungen sammeln wolle. «Wir haben deutlich gemerkt, wie gross das Interesse an der Baustelle ist.»

Mit Grube mehr erfahren

In erster Linie geht es bei der 2,5 Millionen teuren Baustelle darum, das richtige Verfahren für das schwierige Gelände zu finden. Bei drei von vier Verfahren, um die Spundwände 23 Meter tief in den Boden zu rammen, blieben sie im Untergrund stecken. Das hat nicht nur zu ein paar Wochen Verzögerung geführt, sondern auch zur Erkenntnis, dass bei der definitiven Ausführung vermutlich die aktuelle Bau-Methode zur Anwendung kommen wird: Bevor die Spundwand in den Boden gerammt wird, gräbt ein Bohrer ein Loch in die Tiefe, das anschliessend mit Kies gefüllt wird. «Es ist nicht zuletzt jene Methode, die am wenigsten Lärm und am wenigsten Vibrationen verursacht», sagt Stefan Graf. Er wolle nichts schönreden und sei sich bewusst, dass die Arbeiten kurzfristig so laut sein könnten wie ein Propellerflugzeug. Er erinnert aber auch daran, dass nur tagsüber und nur werktags gearbeitet werde. Zudem würden die aktuellen Arbeiten höchstens drei Wochen dauern.<BR><BR>
Auch Befürchtungen in Bezug auf den endgültigen Bau relativiert Graf. Man werde die Baugrube nur zu einem kleinen Teil mit Spundwänden absichern. Geplant sind fest installierte Schlitzwände. Diese dauerhafte Grubensicherung mache fast keinen Lärm. Aber sie sei bedeutend teurer als Spundwände und vor allem lasse sie - im Gegensatz zu den Spundwänden - kein Grundwasser durch. Damit die Wasserströme nicht zum Erliegen kommen, soll ungefähr alle 20 Meter ein drei Meter breiter Abschnitt mit Spundwänden gesichert werden. Welcher Abstand sinnvoll ist, darüber soll die Versuchsbaugrube Aufschluss geben.<BR><BR>
Eric Burri anerkennt, dass der Kanton auf die Intervention speditiv reagiert habe. «Ich hoffe einfach, dass die Erfahrungen in die künftigen Arbeiten einfliessen.»

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