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Stedtli nicht noch mehr durchschneiden

Stedtli nicht noch mehr durchschneidenNächste Woche kommt der Nidauer Stadtrat zu einer ausserordent

lichen Sitzung zusammen. Das einzige Thema: Die A5. Im Zentrum steht die vom Gemeinderat portierte «Variante Porttunnel».
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BETTINA EPPER
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<BR><BR>Der Bau des A5-Westastes wird Nidau verändern. Denn der Zubringer zum Anschluss Biel Zentrum führt, so die Planung, mitten durch Nidau: Er beginnt beim Kreisel Kreuzweg, überquert den Nidau-Büren-Kanal, geht offen durch Nidau bis zur Verzweigung Aalmatten, unterquert die Zihl, ist ab der Lyssstrasse offen und führt via Keltenstrasse zum Anschluss. Der Gemeinderat will nicht, dass Nidau durchschnitten wird. Er hat dem Kanton die «Variante Porttunnel» vorgeschlagen, die den Verkehr von Ipsach via Port zum Anschluss Brüggmoos führen würde (das BT berichtete).<BR>
An einer ausserordentlichen Stadtratssitzung am 24. April wird der Gemeinderat die Parlamentarier über den Stand der Planung, seine Haltung und das geplante Vorgehen informieren. Damit der Gemeinderat künftig eigene Abklärungen durch Fachleute vornehmen kann, beantragt er einen Kredit von 250 000 Franken.

So erträglich wie möglich
«Der Gemeinderat steht dahinter, dass es sowohl die Umfahrung als auch den Zubringer braucht, um den Verkehr aus den Wohnquartieren wegzubringen», sagt Stadtpräsident Bernhard Stähli. «Und wir sind uns bewusst, dass der Westast und der Zubringer durch bewohnte Gebiete führen werden. Aber wir wollen alles dafür tun, damit es auf möglichst erträgliche Art und Weise geschieht. Darum bemühen wir uns um den Porttunnel. Denn diese Variante hätte weniger massive Eingriffe zur Folge.»<BR>
Einschneidend wären beim geplanten Zubringer die Ein- und Ausfahrtsrampen zu den Tunnels. Ursprünglich war vorgesehen, eine Rampe mit einem Gefälle von neun Prozent bei der Verzweigung Aalmatten zu bauen. Wegen neuer Vorschriften des Bundes darf das Gefälle noch maximal fünf Prozent betragen, wodurch sich die Rampe bis zur Brücke über den Nidau-Büren-Kanal verlängert. Auf der anderen Tunnelseite entstünde ein offener Abschnitt von der Lyssstrasse bis zum Anschluss Biel Zentrum. Der Tunnel dagegen würde von der Ipsach-/Hauptstrasse bis zur Portstrasse im Bereich Wehrbrücke führen und in den Anschluss Brüggmoos münden.<BR>
Die Durchschneidung der Stadt ist ein Knackpunkt. Ein anderer ist die Verkehrsbelastung. Das «Verkehrsmodell der Stadt und Region Biel» (Stand 2006) zeigt, hinsichtlich des für 2016 prognostizierten Strassenverkehrs, welche Auswirkungen beide Varianten hätten. Mit der «Variante Westast C», also der Durchquerung Nidaus, würden 3000 bis 6000 Fahrzeuge durchs Nidauer Zentrum fahren. Mit dem Porttunnel wäre es mit 10 000 bis 12 000 Fahrzeugen täglich belastet. Trotzdem würde unterm Strich im Vergleich zu heute eine Reduktion von 45 bis 50 Prozent resultieren. «Wir sind bereit, eine geringere Verkehrsentlastung im Stadtkern in Kauf zu nehmen, um einen zusätzlichen Einschnitt im Nidauer Gemeindegebiet abzuwenden.»<BR>
Die Allmendstrasse würde mit dem Tunnel hingegen ganz vom Durchgangsverkehr entlastet. Bei der «Variante C» hingegen nähme der Verkehr zu, auf rund 7600 Fahrten. Im Bereich der Bieler Brüggstrasse liegt die Verkehrsmenge beim Porttunnel mit rund 16 000 Fahrten um rund 5000 höher als bei der «Variante C», unterm Strich wären es 6000 weniger als heute. In Brügg sind, mit Ausnahme Erlenstrasse West und Mittelstrasse bis zum Anschluss, keine Unterschiede feststellbar.

Warten auf den Kanton
Das Anliegen, die «Variante Porttunnel» parallel zum generellen Projekt zu prüfen, liegt nun beim Kanton. An der Behördendelegationssitzung vom 6. Mai wird das kantonale Tiefbauamt Stellung nehmen. Von dieser Entscheidung hängt es ab, wie viel der 250 000 Franken, die der Gemeinderat beantragt, gebraucht werden. «Wenn der Kanton voll auf unserer Linie ist, benötigen wir voraussichtlich wenig Geld. Wenn nicht, dann werden wir entsprechend mehr ausgeben müssen.»<BR>
Bleibt die Frage der zeitlichen Verzögerung. Der Nidauer Gemeinderat ist überzeugt, dass durch eine konsequente parallele Planung die «Variante Porttunnel» keine beachtenswerte Verzögerung verursacht. Im Gegenteil. Würde auf der bisherigen Planung beharrt, würde das Opposition aus der Bevölkerung und von Fachverbänden provozieren, was zu Verzögerungen führen würde.
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