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Risiken versichern

Herr B.A. aus L. wird mit dem Problem Risikoversicherung konfrontiert. In seinem Bekanntenkreis wird dieses Thema heiss diskutiert, weil unfall- und krankheitsbedingte Todesfälle vorgekommen sind. Früher hat sich B.A. auf den Standpunkt gestellt...

<B>Herr B.A. aus L. wird mit dem Problem Risikoversicherung konfrontiert. In seinem Bekanntenkreis wird dieses Thema heiss diskutiert, weil unfall- und krankheitsbedingte Todesfälle vorgekommen sind. Früher hat sich B.A. auf den Standpunkt gestellt, dass er keine Versicherungen brauche, da der Schweizer sowieso tendenziell überversichert sei. Heute fühlt er sich verunsichert.<BR>
</B><P>«Sie sprechen ein Gebiet an, bei dem viele Mitmenschen ein gewisses Unbehagen spüren, weil sie nicht überzeugt sind, ob alle vorhandenen Versicherungen auch notwendig sind oder ob alle möglichen Risiken sinnvoll abgesichert sind. Wie kann man mit Risiken umgehen? Folgende Möglichkeiten gibt es:<BR>
l Risiken vermeiden (keine Extremsportarten)<BR>
l Risiken vermindern (gesunde Lebensweise)<BR>
l Risiken selber tragen (Bagatellrisiken)<BR>
l Risiken versichern (existentielle Risiken)<BR>
<P>Im Rahmen meiner Antwort werde ich hauptsächlich auf die Vorsorgerisiken wie kurz- und langfristige Erwerbsunfähigkeit, Tod und Alter eingehen. Um das Vorhandensein und allenfalls die Höhe dieser Risiken beurteilen zu können, müssen Sie sich Klarheit verschaffen über die Höhe Ihres monatlichen/jährlichen finanziellen Bedarfs. Also wieviel Kapital Sie benötigen, um Ihren Lebensunterhalt heute und allenfalls beim Eintritt eines der obenerwähnten Risiken zu bestreiten.<BR>
Ein genaues Budget muss unbedingt erstellt werden. Sobald diese Grösse bekannt ist, gehen Sie dazu über zu beurteilen, wie hoch die Leistungen für jedes einzelne Vorsorgerisiko aus der 1. Säule (AHV/IV), der 2. Säule (BVG/UVG) und der privaten Vorsorge 3a und 3b (bestehende Versicherungen und Sparkapital) sind. Die Gesamtheit der Leistungen aus den verschiedenen Vorsorgeeinrichtungen sind vom vorher festgestellten Bedarf abzuziehen. Das Resultat zeigt auf, wo Über- oder Unterdeckungen bestehen. Überall, wo die Leistungen höher sind als der Bedarf, ist zu beurteilen, inwieweit eine bestehende Versicherung eliminiert werden könnte. Sofern die Leistungen jedoch tiefer sind als Ihr Bedarf, sind folgende Überlegungen wichtig:<BR>
l Ist es für mich, meine Frau, meine Familie verantwortbar, die Risiken selber zu tragen?<BR>
l Wenn nicht, dann ist die vorhandene Unterdeckung ganz oder teilweise abzudecken.<BR>
<P>Die vorerwähnte Beurteilung ist für die kurz- und langfristige Erwerbsunfähigkeit sowie für den Todesfall, jeweils getrennt nach krankheits- und unfallbedingtem Eintritt des Risikos, vorzunehmen. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die Vorsorgelücken (Unterdeckungen) umso grösser werden, je höher das Einkommen und somit meistens auch der Bedarf ist. Zu beachten ist jedoch, dass das Profil jeder Person beziehungsweise jeder Familie separat beurteilt werden muss.<BR>
<P><B>Risiken versichern<BR>
</B><BR>Wichtig ist generell, dass man nur diejenigen Risiken selber tragen sollte, die man finanziell verkraften kann. Demzufolge sollten nur Risiken versichert werden, die man im Schadenfall nicht selbst finanzieren kann.<BR>
Zum Abschluss eine unvollständige Aufzählung von Risiken, die in der Regel versichert werden sollten:<BR>
l Langfristige Erwerbsunfähigkeit, bedingt durch Krankheit oder Unfall.<BR>
l Vorhandene hohe Schulden (zum Beispiel Hypotheken) sollten mindestens teilweise durch eine Todesfallversicherung abgedeckt werden.<BR>
l Haftpflichtrisiken usw.<BR>
<P>Hüten sollten Sie sich vor Angstmachern, die versuchen, Ihnen für jedes erdenkliche, noch so minimale und unbedeutende Risiko eine Versicherung aufzuschwatzen. Merken Sie sich: Jeder Franken, der unnötig in eine Risikoversicherung gesteckt wird, fehlt im Sparprozess. Eine neutrale und unabhängige Planung hilft Ihnen auch hier, Ihre Prämien zu optimieren und andererseits den Aufbau von Sparkapital zu fördern. Sparkapital, das Ihnen im Alter oder auch bei einer Frühpensionierung sehr willkommene Dienste leisten kann.» Jean R. Lehmann<BR>

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