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Mit Hund und Esel gegen den Wolf

Der Bund startet im Wallis und im Tessin ein dreijähriges Pilotprojekt rund um den Wolf. Im Vordergrund stehen Massnahmen zum Schutz der Schafherden.

<B>Wolfseinwanderung: Pilotprojekt des Bundes</B><P>
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sda/ap. «Im Zusammenhang mit dem Wolf gibt es keine Wunderlösung», erklärte Philippe Roch, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal), gestern vor den Medien. Bei seinem Pilotprojekt will der Bund in drei Bereichen aktiv werden: in der Prävention, der Kompensation und dem Abschuss, der allerdings nur als Notmassnahme zum Zug kommen soll. Der Status eines geschützten Tieres «gibt dem Wolf keine Lizenz zum Töten», sagte Roch. Wenn ein Raubtier zu viele Schafe reisst, wird das Buwal die Bewilligung zum Abschuss geben. Jedoch wird der Wolf nicht von irgendjemanden, sondern vom Wildhüter abgeschossen.
<P><B>Hunde und Esel schützen</B><P>
Zum Schutz der Schafherden soll das Konzept der Herdenschutzhunde, wie es in Frankreich angewendet wird, auch im Wallis entwickelt werden. Erste Versuche wurden bereits im Val Ferret VS gemacht, wo der Wolf 1995 erstmals wieder aufgetaucht ist. Für den Schutz kleinerer Herden von 10 bis 20 Tieren soll die Einführung des Esels geprüft werden. Dieser wird in Spanien eingesetzt, wo er die Hirten bei nahender Gefahr warnt. <P>
Die Schutzprojekte sollen während dreier Jahre im Unter- und Oberwallis sowie im Tessin getestet werden. Dafür stellt das Buwal eine halbe Million Franken zur Verfügung. Für Schäden und gerissene Tiere zahlen nach Bundesgesetzgebung je hälftig Bund und Kanton. Wer später den Schafbesitzern die Auslagen für den Kauf von Hunden oder die Bezahlung von Hirten abgelten wird, ist noch unklar.
<P>Der Walliser Staatsrat Jean-René Fournier zeigte sich mit dem Projekt des Bundes «zufrieden», bezweifelte aber dessen Nützlichkeit. Bei der Entschädigungsfrage ist die Walliser Regierung der Ansicht, dass der Bund für die Schäden des Wolfes vollumfänglich aufkommen sollte.
<P>Kommt nun auch der Bär?<P>
Der Wolf könnte bereits im Jahr 2000 wieder ständig in der Schweiz leben. Bis dann verschiebt sich laut Buwal die Ausbreitungsfront der Wolfspopulation etablierter Tiere voraussichtlich von Italien in die Schweiz. Der Wolf ist nicht das einzige Grossraubtier, das sich seinen Platz in den Schweizer Bergen zurückerobern will. <P>Der Luchs sorgt bereits seit einiger Zeit wieder für Schlagzeilen, und laut Experten wird es nicht mehr lange dauern, bis der Bär wieder in der Schweiz auftauchen wird. <P>Da der Bär voraussichtlich von Italien aus in die Schweiz einwandern wird, dürften zuerst die Bündner Südtäler, das Engadin und damit der Schweizerische Nationalpark von Meister Petz aufgesucht werden. Wie Bär und Wolf ist auch der Luchs ein bundesrechtlich geschütztes Wildtier. Vor 25 Jahren hat er sich als erstes Grossraubtier in der Schweiz zurückgemeldet. Der Bestand für 1997 wird auf 70 Tiere geschätzt. Seit seiner Wiederansiedlung in der Schweiz hat der Luchs 955 Nutztiere gerissen, davon 90 Prozent Schafe.

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