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Menschenrechtspreisträgerin darf nicht zur Messe

Die türkische Verlegerin Ayse Nur Zarakolu, Trägerin des neuen Menschenrechts-Preises der Internationalen Verleger-Union, darf nicht zur Preisverleihung zur Buchmesse nach Frankfurt am Main reisen.

<FONT SIZE=+2><B>Menschenrechtspreisträgerin darf nicht zur Messe</B></FONT><P><B>Die türkische Verlegerin Ayse Nur Zarakolu, Trägerin des neuen Menschenrechts-Preises der Internationalen Verleger-Union, darf nicht zur Preisverleihung zur Buchmesse nach Frankfurt am Main reisen. <BR>
</B><P>sda/dpa. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Internationale Verleger-Union in Genf protestierten gestern Dienstag scharf gegen die Weigerung der türkischen Regierung, den Reisepass der Verlegerin zu verlängern. <BR>
<P>Zarakolu sollte den Preis heute Mittwoch auf der Messe erhalten. An ihrer Stelle kommen nun ihr Mann und ihr Sohn nach Frankfurt. Der Sohn will eine Erklärung seiner Mutter verlesen. <BR>
<P><B>Verstoss gegen Menschenrechtserklärung <BR>
</B><BR>«Die Behinderung der Ausreise der international hoch angesehenen türkischen Verlegerin widerspricht der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und den Grundsätzen des Europarats», heisst es in dem Protestschreiben des Börsenvereins. <BR>
Die türkische Regierung zeige mit ihrem Verhalten, dass sie sich nicht an die Menschenrechtserklärung der UNO halten wolle. Der Börsenverein erwägt deshalb, die Türkei nicht als künftiges Schwerpunktland auf der Buchmesse zuzulassen. «Eine Regierung, die mit ihren Verlegern und Schriftstellern so rücksichtslos umgeht wie die türkische, stellt sich damit in Gegensatz zu der besonderen kulturellen Verantwortung, die dem Schwerpunktland der Frankfurter Buchmesse abverlangt werden muss.» <BR>
<P><B>Erste Preisträgerin <BR>
</B><BR>Ayse Nur Zarakolu ist die erste Trägerin des aus Anlass der 50. Buchmesse neu geschaffenen Menschenrechtspreises der Internationalen Verleger-Union. Sie hat nach Angaben des Börsenvereins unter grossem persönlichen Risiko Bücher über Themen veröffentlicht, die in der Türkei ein Tabu sind. Dafür musste sie mehrmals ins Gefängnis und wurde zu hohen Geldstrafen verurteilt. <BR>

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