Sie sind hier

«Hatten keinen Sex»

Gestern sind die Tonbänder der heimlich aufgenommenen Gespräche veröffentlicht worden, in denen Monica Lewinsky ihrer Freundin Linda Tripp über ihre Affäre mit Bill Clinton berichtet.

<B>Lewinsky: Tonbänder<BR>
</B><P><FONT SIZE=+2><B>«Hatten keinen Sex»</B></FONT><P><B>Gestern sind die Tonbänder der heimlich aufgenommenen Gespräche veröffentlicht worden, in denen Monica Lewinsky ihrer Freundin Linda Tripp über ihre Affäre mit Bill Clinton berichtet. <BR>
</B><P>rü/TA/dpa. Als im Januar der Lewinsky-Skandal platzte, war die Nation empört, und Linda Tripp wurde zur Unperson erklärt, weil sie Tonbänder von Telefon-Gesprächen mit Monica Lewinsky angefertigt hatte: «Friends don’t tape friends», lautete das Verdikt. Doch die Abscheu von damals hielt die elektronischen Medien gestern nicht davon ab, genau jene Bänder abzuspielen, deren Anfertigung Abscheu und Empörung ausgelöst hatte.<BR>
<P><B>Endlich Geld sehen<BR>
</B><BR>Mehrere Fernsehsender spielten gestern die «Tripp Tapes» in Auszügen ab. «Ich bin nie nahe daran gewesen, mit ihm (Clinton) zu schlafen», sagte Lewinsky beispielsweise. «Wir hatten keinen Sex. Wir haben herumgealbert … Sex ist, wenn man Beischlaf hat.»<BR>
Die Bänder bilden das Begleitgeräusch für die Endphase des Skandals, bei der es für die Beteiligten darum geht, Geld zu verdienen. Die Beteiligten wollen für die aufgelaufenen Anwaltskosten, die schlaflosen Nächte, das erlittene Blitzlichtgewitter und anderes Ungemach endlich Geld sehen. <BR>
Zu den Gewinnern gehört Paula Jones: Die ehemalige Angestellte aus Arkansas hat 850 000 Dollar sowie lukrative TV-Angebote bekommen und dafür eine Klage wegen sexueller Belästigung zurückgezogen. Jones kann nun ihre Anwälte bezahlen und eine neue Existenz aufbauen.<BR>
<P><B>Lewinsky mit Morton<BR>
</B><BR>Auch Monica Lewinsky geht den Weg, den der Markt ihr ebnet, und diktiert: Für ihre Bekenntnisse unter dem Titel «My Story» ist ihr Andrew Morton zur Seite gestellt worden, jener Autor, der sich mit einem Buch über Diana an die Weltspitze der Ghostwriter katapultiert hat. <BR>
Barbara Walters gehört ebenfalls zu den Gewinnern. Die prominente Interviewerin der TV-Kette ABC bekommt Monica ebenso exklusiv wie gratis; die Interviewte kassiert später mit den Weltrechten am elektronischen Produkt ihrer Beichte.<BR>
<P><B>Und Kenneth Starr?<BR>
</B><BR>Noch nicht in Dollars und Cents auszudrücken sind die Erträge der politischen Akteure. Kenneth Starr wird nie Bundesrichter werden. Doch kann der Sonderermittler damit rechnen, zu den Paradiesvögeln des Vortrags-Business aufzurücken und fünfstellige Summen für mehr oder weniger gedankenschwere Auftritte vor Verbänden zu bekommen.<BR>

Nachrichten zu Vermischtes »