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Hammerschläge, wenn alle schlafen wollen

Hammerschläge, wenn alle schlafen wollen Auf der A5-Baustelle im Brüggmoos werden ab heute Abe

nd Spundwände in den Boden gerammt. Den Anwohnern stehen 14 schlimme Nächte bevor. Projektleiter Aldo Quadri sitzt auf Nadeln.

<BR><BR> Janosch Szabo

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«Noch nie hat mir eine Baustelle so viele Sorgen gemacht», sagt Aldo Quadri. Seit 35 Jahren leite er Tunnelbauprojekte. Keines sei einem Wohnquartier je so nahe gekommen wie jetzt die A5-Umfahrung im Brüggmoos. Quadri steht vor Ort, dort, wo Bauarbeiter mit schweren Maschinen das Südportal des Längholztunnels vorbereiten. Oben am Grubenrand sieht er Einfamilienhäuser. Er denkt an den Lärm, der in den kommenden drei Wochen durch das Quartier hallen wird.

Bahnlinie als Knackpunkt

Rammarbeiten stehen auf dem Programm, bis voraussichtlich am 4. April. Ein hydraulischer Hammer wird Spundwände aus Metall in den Boden einvibrieren und schlagen. Nacht für Nacht. «Es geht nicht anders, wir haben alle Alternativen geprüft», sagt Quadri. Der Knackpunkt sei die Bahnlinie, die das Terrain quert. Unter ihr hindurch soll dereinst die Autobahn führen. <BR><BR>
Und unter den Geleisen kommen deshalb auch die Spundwände zu stehen. Dafür müssen die Schienen weggehoben werden. Tagsüber wäre das, wegen der vielen zwischen Biel und Bern verkehrenden Züge, ein Ding der Unmöglichkeit, wie Quadri erklärt. Nachts aber reiche für die Güter- und die Postzüge ein Geleise aus. Das zweite könne dann weggehoben und jeweils am frühen Morgen wieder eingesetzt werden. Die Schienen wurden dafür auf sechs kleine Hilfsbrücken verlegt. Auch die Fahrleitung kann weggeschwenkt werden.

Harter Boden, wenig Zeit

Quadri kramt einen Minutenplan hervor, eine Tabelle, auf der jeder Arbeitsschritt penibel genau vermerkt ist: wann die Strecke gesperrt wird, punkt 20.30 Uhr, in welcher Zeitspanne der Hammer rammen darf, wann auf dem Geleise nebenan Züge durchfahren und wann alles wieder eingerenkt sein muss, punkt 5.05 Uhr.<BR><BR>
Ein wichtiger Mann der ganzen Aktion ist Rammmeister Vito Tassaro. Wie er ihr entgegensehe? Er zuckt mit den Achseln: «Der Boden ist hart, der Zeitplan in manchen Nächten knapp. Es muss nur etwas klemmen...» Was trotz Rammversuchen und Sondierungen nicht auszuschliessen ist, wie auch Quadri weiss: «Kann sein, dass irgendwo im Untergrund ein Findling steckt». Das gäbe Probleme. «Wir sind darauf angewiesen, dass alles rund läuft.» Gearbeitet werde bei jedem Wetter.<BR><BR>
Pro Nacht soll eine Doppelbohle im Untergrund verschwinden. Das sind zwei je 50 Zentimeter breite und 20 Meter lange ineinander verkantete Stahlelemente. Die ersten vier Meter werden laut Tassaro einvibriert, was noch wenig Lärm mache, dann aber folgten die harten Schichten und damit die Hammerschläge. Quadri rechnet mit Emissionen von 70 Dezibel und mehr.

«14 schlimme Nächte»

Die Anwohner sind informiert und auf das, was sie erwartet, gefasst: «14 schlimme Nächte», wie Brüggs Gemeindepräsident Charles Krähenbühl sagt: «Wir müssen wohl oder übel in den sauren Apfel beissen.» Ohne Lärm gehe es halt nicht. Er schaue der Aktion mit gemischten Gefühlen entgegen. Er wohnt selbst nur 400 Meter oberhalb der Baustelle.<BR><BR>
Manche wird es heftiger treffen. Zum Beispiel Roland Steck, dessen Haus unmittelbar am Grubenrand steht: «Wir werden unsere Wohnung verlassen», sagt er, «der Lärm ist zu intensiv.» Er weiss das, weil schon im Januar drei Nächte lang gerammt wurde. Die Bauleitung lasse sie aber nicht im Stich.

«14 schlimme Nächte»

Die Anwohner sind informiert und auf das, was sie erwartet, gefasst: «14 schlimme Nächte», wie Brüggs Gemeindepräsident Charles Krähenbühl sagt: «Wir müssen wohl oder übel in den sauren Apfel beissen.» Ohne Lärm gehe es halt nicht. Er schaue der Aktion mit gemischten Gefühlen entgegen. Er wohnt selbst nur 400 Meter oberhalb der Baustelle.<BR><BR>
Manche wird es heftiger treffen. Zum Beispiel Roland Steck, dessen Haus unmittelbar am Grubenrand steht: «Wir werden unsere Wohnung verlassen», sagt er, «der Lärm ist zu intensiv.» Er weiss das, weil schon im Januar drei Nächte lang gerammt wurde. Die Bauleitung lasse sie aber nicht im Stich.

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