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Für Verteilkampf gerüstet

Für Verteilkampf gerüstet Die Berner Fachhochschule soll auf wenige Standorte konzentriert

werden. Die Stadt Biel sei aber «nicht in schlechter Position», so Regierungsrat Pulver.
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<BR><BR> Tobias Graden

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Die Berner Fachhochschule (BFH) ist aus historischen Gründen auf viele Standorte verzettelt. Man finde ihre Gebäude in den drei Agglomerationen Bern, Biel und Burgdorf an 24 Standorten, die vier kantonalen Departemente hätten alle zwischen drei und zwölf Standorte, zählte Regierungsrat Bernhard Pulver in seiner gestrigen Rede am Berner Fachhochschultag auf. Das Fazit: Die Regierung sei zum Schluss gekommen, dass eine geografische Konzentration dringend notwendig sei. Dies sei zukunftsweisend für die BFH, so der Erziehungsdirektor auf Anfrage. Die Bildungsinstitution stehe in Konkurrenz zu anderen Fachhochschulen, sie brauche darum eine klare geografische Identität und klare Standorte.<BR><BR>
Für Biel kommt die Konzentrationsfrage nicht überraschend. «Wir sind selbstverständlich vorbereitet», so Stadtpräsident Hans Stöckli. Die Stadt begrüsse die lancierte Diskussion, heisst es in ihrer Medienmitteilung, sie sei für den Fall eines Szenarios «Campus Technik» prädestiniert. Stöckli nennt als Vorteile die Zweisprachigkeit, die engen Beziehungen der Fachhochschule zur Wirtschaft, die «strategisch und verkehrstechnisch zentrale Lage» und «hervorragend gelegene und erschlossene Terrainreserven». Konkret könnten in diesem Fall im Masterplangebiet beim Walserplatz ein Gebäude für Lehre und Verwaltung und im Bözingenfeld am heutigen Standort der BHF Architektur, Holz und Bau Räumlichkeiten für angewandte Forschung und Entwicklung, Technik und Labors zur Verfügung gestellt werden.<BR><BR>
Stadtpräsident Stöckli will nun sämtliche interessierten Kreise - Gewerbe, Industrie, Politik, Private – vereinen und so gemeinsam eine Kandidatur für den Standort Biel und einen möglichen «Campus Technik» erarbeiten. Die beiden Standorte in Biel wären ideal mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar – jener im Bözingenfeld durch die noch zu bauende Stadtbahn: «Das ist wie ein Puzzle, das nun Konturen annimmt.»<BR><BR>
Ob sich Biel auch für einen Umzug jener Fachbereiche, die heute in Burgdorf untergebracht sind, nach Biel starkmachen wird, mochte Stöckli gestern nicht kommentieren. Solche Fragen würden noch nicht diskutiert, betonte auch Regierungsrat Pulver: «Jetzt schon Verlustängste zu hegen wäre verfrüht.» Der Regierungsrat habe aber bewusst in einer sehr frühen Phase kommuniziert, da die Konzentrationsschritte grosse Folgen hätten. Denkbar ist eine Teilkonzentration auf zwei, aber auch eine Vollkonzentration auf nur noch einen Standort. «Biel ist nicht in einer schlechten Position», kommentierte er aber die Mitteilung der Stadt. Es sei nicht vorgegeben, wo eine allfällige Totalkonzentration stattfinden würde: «Biel kann sehr wohl gestärkt werden.»<BR><BR>
Im Herbst 2010 soll der Regierungsrat über die Ergebnisse der Abklärungen informiert werden. Hans Stöckli rechnet damit, dass der Grosse Rat dann bereits darüber befinden wird. Wie die Beschlussfassung auch ausgeht: Realisiert werde die Konzentration nicht in zwei, drei Jahren, betont Pulver. Ohnehin sind die einzelnen Fachbereiche teils durch lang- jährige Verträge gebunden, in Biel wird derzeit etwa für den Umzug der Schule für Gestaltung investiert. Vom Beschluss bis zur Realisierung würden fünf bis zehn Jahre vergehen, sagt Pulver.<BR><BR>
Sicher ist, dass in Biel alle Hebel in Bewegung gesetzt werden. «Ich erwarte einen Zusammenschluss aller Kreise», so Stöckli, «das ist überlebenswichtig für Biel.»

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