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Eine Tischbrücke trägt das Bahngleis

bjg. An der Mitgliederversammlung der Regionalplanung im Raum Grenchen-Büren (Repla GB) gibt Projektleiter Aldo Quadri vom kantonalen Tiefbauamt Näheres zu den Bauarbeiten im Bözingenfeld bekannt.

Eine Tischbrücke trägt das BahngleisDie Bauarbeiten zur Autobahnumfahrung A5 Biel Ostast sind im Gang. Projektleiter Aldo Quadri hat in Büren über den Stand der Dinge informiert.
<BR><BR> Rund fünfzig Personen sind am Donnerstagabend im Raatshaussaal in Büren, um sein Referat zu hören.
Mitte der 60er Jahre wurde der Verein Regionalplanung im Raum Grenchen-Büren gegründet, um eine geeignete Linienführung für die N5 durch die Grenchner Witi zu finden. Das Grossprojekt interessiert die Repla GB auch weiterhin deshalb, weil Aushubmaterial der Baustellen von Deponien in Lengnau, Arch und Leuzigen aufgenommen wird.
Quadri erläutert zu Anfang das gesamte Projekt. Vom heutigen Anschluss im Bözingenfeld verläuft die A5 zuerst durch den Büttenbergtunnel, wird danach im Bereich Orpund offen geführt und erreicht durch den Längholztunnel die Verzweigung im Brüggmoos. Dort schliesst der Westast der A5 an. Kosten wird der gesamte Ostast 1,2 Milliarden Franken, wovon allein die beiden Tunnel Büttenberg und Längholz 400 Millionen «auf einen Chlapf» verschlingen.
Herausforderung
Der Bau der Tunnel stelle bautechnisch eine «grosse Herausforderung» dar, sagt Ingenieur Quadri. Nicht nur die Geologie bietet einen Knackpunkt; die Tunnel führen durch teils jahrmillionen-altes Meeresmolassegestein und Ablagerungen von Gletschern und Seen aus der letzten Eiszeit.
Mittels Zusatzstoffen werde, erläutert Quadri, für die Bearbeitung zu festes oder zu lockeres Material homogenisiert. Dies dient dazu, Verklebungen der Bohrmaschinen zu vermeiden, den Wasserandrang zu kontrollieren und den Druck des Erdreichs stabil zu halten. Aldo Quadri beruhigt die Zuhörer: «Die Tenside und Polymere, die wir dazu verwenden, sind biologisch abbaubar.» Zu all den Schwierigkeiten «kommt Grundwasser bis an die Oberfläche», fährt Quadri fort.
Der Büttenbergtunnel, sagt der Projektleiter, werde unter der Bahnlinie durchführen. Unter dem Bahngleis müsse daher eine sogenannte «Tischbrücke gebaut werden, die die Gleise tragen soll». Derzeit sei man daran, 30 Meter tiefe Schlitze zu bohren, für die künftigen «Tischbeine» der Brücke.
Die Tunnelbohrmaschine, die sich später durch das Erdreich fressen wird, soll laut Quadri eine der grössten weltweit sein. Sie werde derzeit noch in Deutschland zusammengebaut. Kostenpunkt: 60 Millionen Franken.
Durchschnittlich 14, mit Spitzen bis zu 40 Metern täglich soll die Monstermaschine schaffen, erklärt Aldo Quadri dem staunenden Publikum. 1500 Meter lang wird der Büttenbergtunnel, der nach etwa sechs bis sieben Monaten gebohrt sein wird.
Tausende Lastwagen
Einiges zu reden gibt die Materialbewirtschaftung. Der Projektleiter spricht von 3000 bis 4000 Kubikmeter Material, die täglich während der rund drei Jahre dauernden Aushubphase gefördert werden. Dieses Gesteinsmaterial werden unzählige Lastwagen auf zehn Deponien der Region zwischen Finsterhennen, Lyss und Leuzigen verteilen. Eine Million Kubikmeter Material fallen laut Aldo Quadri allein vom Bau des Ostastes an. Nochmals soviel ist vom Westast zu erwarten. Vorgängig müssten noch «Abfall-Altlasten» im Bereich Brüggmoos beseitigt werden. Der Anschluss Brüggmoos harrt noch der Bewilligung. «Die liegt noch beim Uvek», sagt Aldo Quadri. Man habe ihm dort versprochen, bis zu den Sommerferien die Einspracheverhandlungen erledigt zu haben. Die Kosten des Autobahnbaus übernimmt hauptsächlich der Bund und teilweise der Kanton Bern. An der Finanzierung der flankierenden Massnahmen hingegen müssen sich auch die Gemeinden beteiligen. Wie hoch diese Beiträge sind, «werden wir ja noch sehen», murren einige der Anwesenden.
«Wenn die Autobahn in Betrieb ist, werden wir in den Gemeinden endlich weniger unter Schleichverkehr leiden», meint einer aus dem Publikum. Quadri zuckt die Schultern: «Das hoffe ich sehr. Denn der Autofahrer wird wie immer den Weg des geringsten Widerstandes wählen», sagt er.Link: www.regiongb.ch

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