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Ein Jahr Zeit für Einigkeit zu A5-Westast

Ein Jahr Zeit für Einigkeit zu A5-Westast Der Kanton spielt den Ball ein letztes Mal der Region

Biel zu, um eine Lösung für den A5-Westast zu finden. Die Geduld bei Kanton und Bund geht allerdings langsam zu Ende.

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me. Die kantonale Baudirektorin Barbara Egger wählte an der gestrigen Medienkonferenz deutliche Worte. «Der Prozess des Prüfens, Diskutierens und Optimierens ist in Biel seit 30 Jahren im Gang.» In dieser Zeit seien anderswo Stadtautobahnen projektiert, geplant und gebaut worden. Vor einem Jahr hätten sämtliche Gemeinden schriftlich bestätigt, dass der Anschluss Biel-Zentrum nicht bestritten sei. Nun werde der Anschluss plötzlich infrage gestellt (das BT berichtete): «Wie wollen wir so zu einem Ausführungsprojekt kommen?» Gleichwohl hält Egger daran fest: «Nur die Region Biel kann bestimmen, was für sie wichtig ist und was sie will.»

Verhandlungen mit Bund

Beim Bundesamt für Strassen (Astra) war die Bereitschaft, die Region noch einmal einzubinden, weit weniger gross. Egger musste intensive Überzeugungsarbeit leisten. Dem Vernehmen nach war eine dreistündige Sitzung nötig, bis das Astra einlenkte. Astra-Vizedirektor Jörg Röthlisberger sagte an der Medienkonferenz diplomatisch: «Der Kanton Bern hat von Anfang an ein sehr parzipatives Verfahren gewählt. Wir hätten es etwas anders gemacht.» Er verwies auch darauf, dass der Bund bislang 14 Millionen Franken ausgegeben habe, ohne dass auch nur ein Federstrich für ein Ausführungsprojekt gezeichnet worden sei.<BR><BR>
Nun wird eine Arbeitsgruppe unter Hans Stöckli bis im nächsten Juni entscheiden, welche Variante die Region favorisiert. Um eine saubere Vergleichbarkeit zu haben, öffnet der Kanton den Fächer nochmals komplett und stellt vier Varianten zur Auswahl. <BR><BR>
Die Variante 1 entspricht dem Generellen Projekt, das der Bundesrat 1999 genehmigt hat, das heisst inklusive Anschluss Biel-Zentrum und Zubringer via Zihl-Unterquerung. Gemäss einer Studie von Burger und Partner würde dies zu einer Verkehrskonzentration im Bereich Murtenstrasse und Veresiusplatz führen mit einer Belastung, die «weit über das stadtverträgliche Mass hinausgeht».

Viele Fragen zu Porttunnel

Die Variante 2 unterscheidet sich insofern, als auf die Zihl-Unterquerung verzichtet würde und stattdessen der Porttunnel gebaut würde. Baudirektorin Barbara Egger betonte, dass geologische Abklärungen zuerst zeigten müssten, ob der Porttunnel überhaupt machbar sei. Ob diese Variante tatsächlich 134 Millionen Franken günstiger käme als das bisher geplante Projekt, ist unsicher. Zum einen handelt sich dabei nur um grobe Schätzungen, zum anderen sind allfällige Mehrkosten bei den Anschlüssen Seevorstadt, Orpund und Brüggmoos nicht eingerechnet. Laut Egger sei auch unklar, ob der Bund den Porttunnel mitfinanzieren würde. <BR><BR>
Variante 3 sieht einerseits den Verzicht des Anschlusses Biel-Zentrum vor, anderseits den Bau des Porttunnels. Die Arbeitsgruppe muss schon in diesem Juni entscheiden, wie man sich diese Lösung vorstellt. Braucht es einen Vollanschluss in der Seevorstadt? Einen Anschluss Orpund? Wie sieht der Anschluss im Brüggmoos aus? Für diese Variante bräuchte es ein neues Generelles Projekt und dies würde die Planung laut der Baudirektorin um fünf Jahre verzögern.<BR><BR>
Die Variante 4 sieht vor, auf den Westast ganz zu verzichten. Barbara Egger sagte, diese Variante sei keineswegs eine Provokation. «Uns ist es lieber, wenn wir einmal wissen, was sie wollen.» Sei es auch nur, dass es sicher nicht die Nulllösung ist.<BR><BR><BR><BR>

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Der Ton war leicht gereizt, der Entscheid in der Sache richtig. Regierungspräsidentin Barbara Egger hat den Entscheid zur Streckenführung der Stadtbieler Autobahn zurück an jene delegiert, die dereinst tagtäglich mit dessen Folgen leben werden: an die Region. Stadtpräsident Stöckli soll in einem zunehmend mobilitätskritischen Umfeld innert 16 Monaten einen Variantenentscheid herbeiführen. Noch wollte er gestern nicht erklären, wie er die umliegenden Quartiere und Gemeinden einbeziehen und das eklatante Informationsmanko wettmachen will. Bleibt zu hoffen, dass er den Ernst der Lage erkennt - und dass die Planer von Bund und Kanton trotz unüberhörbarer Ungeduld gegenüber den saumseligen Bielern auch in Zukunft ihren konstruktiven Beitrag leisten.<BR> Catherine Duttweiler

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