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Dreifuss: Kultur nicht einengen

ap. Bundesrätin Ruth Dreifuss hat gestern an der Eröffnung von zwei Kunstausstellungen im Rahmen der Frankfurter Buchmesse vor einer Einengung der Kultur gewarnt. Subventionen der öffentlichen Hand dürften nicht nur an mehrheitsfähige Produktionen...

<FONT SIZE=+2><B>Dreifuss: Kultur nicht einengen<BR>
</B></FONT><P>ap. Bundesrätin Ruth Dreifuss hat gestern an der Eröffnung von zwei Kunstausstellungen im Rahmen der Frankfurter Buchmesse vor einer Einengung der Kultur gewarnt. Subventionen der öffentlichen Hand dürften nicht nur an mehrheitsfähige Produktionen gehen, sondern müssten auch die kritische Kulturszene unterstützen. <BR>
<P>Laut Dreifuss hat sich die Diskussion über kulturpolitische Massnahmen in der Schweiz in den vergangenen Jahren verschärft. Bereits zweimal sei ein Kulturartikel in der Bundesverfassung von den Stimmberechtigten abgelehnt worden, was neben finanziellen sicher auch föderalistische Gründe hatte, wie die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) an der Eröffnung der Ausstellungen «Freie Sicht aufs Mittelmeer» und «Alberto Giacometti» in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt sagte. Gerade deshalb sei es erfreulich, dass sich Kantone und Gemeinden trotz skeptischer Stimmen und Budgetkürzungen in den vergangenen Jahren nicht davon abhalten liessen, mutige und sicherlich auch nicht mittelmässige Kulturprojekte zu unterstützen. Und auch der Bundesrat und das Parlament seien «kraft der Natur der Sache» auch ohne Kulturatikel bereit, Kulturförderung in einem umfassenden Sinn weiterhin zu jenen Staatsaufgaben zu zählen, die es zu erfüllen gelte. <BR>
An der Eröffnung einer weiteren Doppelausstellung zu den beiden Schriftstellern Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt im Karmeliterkloster in Frankfurt würdigte Dreifuss die beiden grossen Schweizer Schriftsteller als Menschen, die seit ihrem Tod nichts an Bedeutung eingebüsst hätten. Sie stellte jedoch gleichzeitig auch die Frage, inwieweit die beiden Autoren «mit all diesen Ehrungen» einverstanden wären. Vor dem Hintergrund der beiden «querköpfigen» Autoren sprach Dreifuss sich dafür aus, Subventionen der öffentlichen Hand nicht nur an genehme und mehrheitsfähige Produktionen auszuschütten, weil sonst eine lebendige, kritische Kulturszene zwangsläufig verdrängt würde.<BR>

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