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Der Umfahrung einen Schritt näher gerückt

Zur Lösung der Verkehrsprobleme in Bürens Stedtli hatten die Planer von Gemeinde und Kanton ursprünglich Mutiges vor: Ein neuer Durchstich von der Bahnhofstrasse in die Bernstrasse hätte die Umfahrung perfekt machen können.

Der Umfahrung einen Schritt näher gerücktBüren und der Kanton machen vorwärts: Der Strassenplan für die Umfahrung wird vorbereitet. Die letzten Verhandlungen mit Einsprechern sind erledigt.
Sabine Vontobel
Das gewagte Projekt stiess indes auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung. Namentlich die betroffenen Liegenschaftsbesitzer gingen auf die Barrikaden. Denn die neu zu bauende Strasse hätte über privaten Boden geführt und in einem Fall sogar den Abriss eines Wohnhauses nötig gemacht (das BT berichtete).
Zähneknirschend winkten das kantonale Tiefbauamt und Bürens Gemeinderat daraufhin im letzten Sommer ab. «Auf rechtlicher Seite hätten wir keinerlei Handhabe gehabt, das ursprüngliche Projekt durchzuboxen», betont Kreisoberingenieur Kurt Schürch im Rückblick. Dies vor allem, weil die zweite Variante ohne Abkürzung über private Grundstücke zwar schlechter, aber durchaus gangbar sei.
Auch «Plan B» bekämpft
Das Vorhaben, die Umfahrung auf dem bestehenden Strassennetz zu realisieren, wird seither intensiv weiterverfolgt. Nach der dafür nötigen ergänzenden Planauflage im Spätherbst letzten Jahres sind gegen die Projektanpassung erneut sieben Einsprachen eingegangen. Die letzten Verhandlungen mit den Opponenten haben Gemeinde und Tiefbauamt im Januar durchgeführt. 29 Einsprecherinnen und Einsprecher haben in den beiden Planauflagen insgesamt 36 Einsprachen eingereicht. «Zwei Drittel davon sind mittlerweile teilweise oder ganz zurückgezogen worden. Ein Drittel wurde aufrechterhalten», so Schürch weiter. Jetzt werden die Unterlagen für den Erlass des Strassenplans vorbereitet. Die Einsprecher, die an ihrer Opposition festhalten, werden erneut die Möglichkeit haben, dagegen Beschwerde zu führen.
Parallel zur beabsichtigten Umfahrung des Stedtlis kümmert sich die Gemeinde als Bauherrin um verkehrstechnische sowie gestalterische Massnahmen im Stedtli selber. Denn: «Es ist uns ein grosses Anliegen, dass die Leute, die ins Stedtli kommen wollen, dies auch nach der Realisierung der Umfahrung mit dem Auto tun können», betont Gemeindepräsident Hermann Käser. Nur reines Durchfahren im Sinne eines Schleichwegs soll in Zukunft unterbunden werden.
Siegerprojekt auserkoren
Unter diesen Voraussetzungen hat die Gemeinde im vergangenen Jahr einen Studienauftrag ausgeschrieben, an dem sich drei Planungsbüros beteiligt haben. Ihre Projekte wurden von einer Jury unter der Leitung von Gemeindepräsident Käser Mitte letzten Monats ausgewertetet und beurteilt. «Wir haben uns für ein Projekt entschieden. Zurzeit laufen noch einige Nachbesserungen», sagt Käser. Details zu den Ideen der Planer will Käser vorderhand aber nicht verraten. Auch die Kosten stünden noch nicht fest. Nur so viel: «Die flankierenden Massnahmen sind im Sinne von Bevölkerung und Gewerbe und können in Etappen ausgeführt werden.» Im Mai sollen alle drei Projekte anlässlich einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden. «In diesem Rahmen werden die Bürger die Möglichkeit haben, sich einzubringen.»Bürens Gemeindepräsident Hermann Käser (links) und Gemeinderat Herbert Kocher, Vorsteher Bau und Planung, zeigen die Umfahrungs-Varianten. Bild: BT/a

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