Sie sind hier

«An der A1 spielt man in der Champions League»

Nicht nur Biel will die A5-Umfahrung. Viele Seeländer Gemeinden fordern, dass es rasch weiter geht.

A5-Umfahrung: Verkehrsentlastung und Wirtschaftsförderung<BR>

«An der A1 spielt man in der Champions League»

<BR>

Ueli Känzig<BR>
<BR>
Gestern war er vor dem Bundeshaus in Bern an vorderster Front: Der Bürener Gemeindepräsident Hermann Käser fordert einen raschen Bau der Umfahrung von Biel. «Die Chauffeure suchen den kürzesten Weg in die Romandie und verlassen in Arch die A5.» Sie fahren durchs historische Städtchen Richtung Lyss und Aarberg nach Kerzers. «Die alten Häuser bekommen Risse», stellt Käser klar. Büren will das Problem teilweise mit der Miniumfahrung über die Bahnhofstrasse lösen.<BR>

Doch es sind nicht nur Lastwagen, die durch die Seeländer Gemeinden rollen. Eine Studie habe gezeigt, dass ein Grossteil des Verkehrs hausgemacht sei, stellt Kallnachs Gemeindepräsident Beat Köhli klar. Dennoch habe er das Gefühl, dass die Belastung zugenommen hat. «Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man die grossen Lastwagen stärker zur Kenntnis nimmt.»<BR>

Keine Besserung bringt vorderhand die Entlastungsstrasse K22 zwischen Lyss und Kerzers. «Sie liegt wegen der schlechten Kantonsfinanzen auf Eis», so Köhli. Aarberg macht aber Druck, dass die Eiszeit nicht unendlich lange dauert. «Verkehrstechnisch ist die Schmerzgrenze erreicht», betont Gemeindepräsident Arnold Stalder. Der Kanton sehe es aber anders. Stalder erwartet, dass es lange dauert, bis die A5 in Aarberg für Entlastung sorgt. «Der Ostast alleine reicht nicht. Es braucht die ganze Umfahrung.»<BR>

Eine Entlastung wünscht sich auch der Lysser Gemeindepräsident Hermann Moser. «Wir haben auf dem Hirschenplatz genügend eigenen Verkehr.» Für Lyss würde die Umfahrung aber vor allem Standortvorteile bei der Ansiedlung von Betrieben bringen. «Die Gemeinden an der Autobahn A1 spielen in der Champions League.» Je weiter eine Gemeinde von der A1 entfernt ist, umso tiefer sei die Liga, in der sie sich bewege. Daher verspricht sich Moser viel von der A5-Umfahrung. Der A6-Stumpf zwischen Biel und Lyss sei sehr unattraktiv.<BR>

Die schlechte Anbindung ans nationale Autobahnnetz war wahrscheinlich einer der Gründe, wieso sich im Herbst 2003 der Detailhändler Usego aus Lyss verabschiedete und nach Egerkingen zog. Um in Zukunft bessere Argumente bei den Firmen zu haben, sei die A5-Umfahrung daher enorm wichtig, so Moser.
<BR>

«In den Gebäuden hat es Risse»: Büren leidet unter dem Schwerverkehr. Bild: pw
<BR>

<BR>
<BR>
<BR>

Nachrichten zu Vermischtes »