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Brücken, Rampen und Gräben, die keiner will

Brücken, Rampen und Gräben, die keiner will Ein A5-Zubringer durch Nidau sollte ursprünglich

die Verkehrsprobleme im Stedtli lösen. Seit der Porttunnel im Rennen ist, will ihn niemand mehr - nicht einmal die Nidauer.

<BR><BR> Mike Sommer

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Auf dem Land wohnen, in der Stadt arbeiten und in den Ausgang - diese Entwicklung bekommen Gemeinden wie Nidau zu spüren. Täglich quält sich der Pendlerverkehr durchs Stedtli, über 17 000 Autos im Schnitt. Ausweichrouten gibt es kaum. Seit vielen Jahren sehnen Behörden und Bevölkerung den Bau der A5 herbei. Es herrschte Einigkeit: Mit dem Zubringer vom rechten Seeufer - vom Kreisel Kreuzweg in Ipsach über den Kanal zum BTI-Bahnhof und im Tunnel unter der Zihl bis zur Bernstrasse - würde alles besser.

Böses Erwachen

Tatsächlich zeigen die Berechnungen: Weniger als halb so viele Autos wie heute würden noch durch den historischen Kern fahren, wenn der Nidauer Zubringer zur A5 realisiert würde. Doch im Moment geht nichts mehr wie geplant. Als der Kanton im August 2007 sein Vorprojekt präsentierte, rieb man sich in Nidau die Augen und realisierte, welcher Eingriff mit dem Bau der Zufahrtsstrasse verbunden ist. Zur Kenntnis nehmen musste man insbesondere, dass «die Rampe» deutlich länger würde als angenommen. Der Grund: Neue Vorschriften des Bundes erlauben nur noch ein Gefälle von fünf (früher: neun) Prozent für Strassen dieser Art. Das heisst: Unmittelbar nach der Brücke über den Kanal taucht der Zubringer sachte in den Untergrund, um beim Knoten Aalmattenweg im Tunnel zu verschwinden - ein langer offener Graben entsteht.<BR><BR>
Dazu kommt, dass die heutige Verkehrslawine im Stedtli ja nicht einfach verschwinden, sondern am Rand der Altstadt vorbeirauschen würde. Insgesamt bliebe Nidau stark belastet.<BR><BR>
Mit der Idee eines Porttunnels lancierten die Nidauer Behörden vor anderthalb Jahren den Befreiungsschlag. Demnach sollte der Verkehr vom rechten Seeufer unterirdisch von Ipsach bis zur Schleuse Port und von dort auf den A5-Anschluss im Brüggmoos geführt werden. Nur widerwillig unterstützten die Bieler Behörden anfänglich Nidaus Forderung, diese Alternative seriös zu studieren. Befürchtet wurde insbesondere eine jahrelange Verzögerung des Baus der A5.

Auch Biel denkt um

Die Abklärungen der Fachleute brachten dann aber Überraschendes an den Tag. Auch mit dem Porttunnel wäre demnach noch eine deutliche Verkehrsabnahme im Nidauer Stedtli möglich. Deutliche Vorteile ergäben sich für das Weidteilequartier, die Allmendstrasse in Port und weitere Gebiete. Andererseits würde Brügg stärker belastet. <BR><BR>
Unterdessen nahm der Widerstand gegen den Anschluss Biel Zentrum massiv zu. Ein Verzicht auf den Zubringer durch Nidau wurde damit auch für die Bieler Behörden plötzlich zur Option. Durch den Verzicht könnte es nämlich möglich werden, einen deutlich stadtverträglicheren Anschluss beim Mühlefeld zu bauen oder auf diesen sogar ganz zu verzichten.<BR><BR>
Bis im Sommer 2010 soll geklärt werden, welche Zufahrt vom rechten Seeufer gebaut wird. Ist es der Porttunnel, dann wäre der Nidauer Zubringer Geschichte.

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