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Auftrag zu Campus-Bericht einstimmig erteilt

Auftrag zu Campus-Bericht einstimmig erteilt Der Regierungsrat muss zusätzliche Informationen z

ur Konzentration der Berner Fachhochschule bereitstellen. Der Grosse Rat hat gestern ohne Diskussion zwei Motionen gutgeheissen.

<BR><BR>Michael Ehrler

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Im Januar, als der Regierungsrat bekanntgab, die Berner Fachhochschule in Bern und Biel zu konzentrieren, waren die Emotionen noch hochgegangen - vorab im Emmental und im Oberaargau. Ein Vierteljahr später ist fast schon gespenstische Ruhe eingekehrt: Einstimmig und ohne Diskussion hat der Grosse Rat gestern zwei Motionen überwiesen, die vom Regierungsrat einen Bericht mit Antworten zu verschiedenen Fragen verlangen. Der Regierungsrat hatte das Begehren selber unterstützt und bereits angekündigt, dass der Bericht voraussichtlich in der Januarsession dem Kantonsparlament vorgelegt werden könne. Bis dahin würden keine Verbindlichkeiten eingegangen, die das weitere Vorgehen präjudizieren würden, hatte der Regierungsrat weiter betont. <BR><BR>
Der Hauptmotionär des Seeländer Vorstosses, Jakob Etter (BDP, Treiten), zeigte sich überzeugt, dass nun eine bessere Entscheidungsgrundlage geschaffen werden kann. Dass sich der Entscheid dadurch verzögert, spiele keine Rolle: «Es ist ein so wich- tiges Projekt, dass man sich Zeit dafür nehmen muss.» Für Mitmotionär und FDP-Fraktionspräsident Adrian Kneubühler hat der Regierungsrat zugleich Zeit, Informationen im Grossen Rat breiter zu streuen, aber auch, sich Gedanken zu machen, in welcher Form Burgdorf für den Verlust der Fachhochschule allenfalls eine Kompensation erhalten könnte. Mit dem jetzt bestimmten Fahrplan ist definitiv klar, dass die Diskussion über die Fachhochschul-Standorte erst nach den nationalen Wahlen stattfindet. «Gewisse Grossräte werden dann wieder selbstständig denken können und sind nicht an die Parteimeinung gebunden», so Kneubühler. Die zusätzliche Zeit, die für den Bericht nötig ist, sei vernachlässigbar. «Es ist egal, ob der Campus 2018 oder 2019 realisiert wird.» <BR><BR>
Für Samuel Leuenberger (BDP, Trubschachen), Hauptmotionär des zweiten Vorstosses, der von Vertretern aus dem Emmental und dem Oberaargau stammt, ist entscheidend, dass das Parlament mit der Überweisung nun das Zepter an sich gerissen habe. «Ein überstürzter Entscheid hätte der Fachhochschule überhaupt nicht gedient.» Leuenberger ist überzeugt, dass der Entscheid durch die zusätzlichen Abklärungen, wie auch immer dieser ausfallen wird, breiter abgestützt sein wird. Leuenberger ist zudem überzeugt, dass die zusätzliche Zeit auch eine Chance sei für den Regierungsrat, seine Variante zu erläutern. <BR><BR>
Interessantes Detail am Rand: Die Städte Burgdorf und Langenthal werteten den gestrigen Entscheid als «Teilerfolg» für den Campus Burgdorf, wie sie gemäss Schweizer Depeschenagentur in einer Mitteilung schrieben. Das Gleiche war auch von Seeländer Vertretern zu hören. Eine Win-win-Situation also. Zumindest vorläufig.

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