Sie sind hier

Abo

Serie

Auf nach Amerika

Die BT-Korrespondentin berichtet von ihrer dreimonatigen Kreuzfahrt. Fünfter Teil

Wir fahren bei Sonnenaufgang unter der Golden Gate Bridge in den Hafen von San Francisco. Lotti Studer
  • Dossier

Nach der Durchfahrt des Panamakanals erreichen wir den Pazifik und Kapitän Matteo Fava navigiert die Luminosa in den Hafen von Punta Arenas auf Costa Rica. Wir unternehmen eine Fahrt in den Regenwald und eine Flussfahrt auf einem der krokodilreichsten Flüsse Mittelamerikas.

An den Gestaden des Flusses, der sich mit seiner braunen Wassermasse durch den Regenwald schlängelt, lassen sich viele Vogelarten wie Aras oder Kolibris beobachten. In Costa Rica gibt es 26 Nationalparks, die der ganze Stolz dieses Landes sind. Es ist heiss und bei einer Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent sehr schweisstreibend.

Rigorose Bestimmungen

Im nächsten Hafen, Puerto Quetzal in Guatemala, besuchen wir nur kurz die Hafenumgebung. Am Tag darauf erreichen wir den Hafen von Puerto Vallarta in Mexico. Diese Hafenstadt überrascht uns alle mit ihrer Sauberkeit, mit einer gepflegten Uferpromenade und den zahlreichen Grünanlagen.

Wie immer beim Auslaufen aus einem Hafen begleitet uns die kräftige Stimme von Andrea Bocelli mit dem Lied «Con te partiro». Das Schiff fährt Richtung Nordwest und erreicht am frühen Morgen die Südspitze der Baja California. Die Stadt Cabo San Lucas erscheint im Licht der grellen Sonne. Als möchten sie uns begrüssen, springen zahlreiche Delphine über die Gischt des Kielwassers, ein überwältigendes Schauspiel. Meeresschildkröten gleiten an der Wasseroberfläche vorbei, dabei heben sie nur ab und zu ihren Kopf, um zu atmen.

Auf der Luminosa merken nun alle, dass wir uns den USA nähern. Zahlreiche Formulare müssen ausgefüllt werden, obwohl jeder Passagier im Besitz eines Visums und eines gültigen Passes ist. «Man sollte alle amerikanischen Häfen meiden und gar nicht mehr anfahren», sagt ein wütender Passagier. Schikane hin oder her, alle müssen beim Landgang in den Vereinigten Staaten von Amerika den Reisepass, die Costa-Bordkarte, das Visum und ein Formular des Departements of Homeland Security auf sich tragen. Wir beide nehmen diese Prozedur gerne in Kauf, denn schliesslich geht es auch um unsere Sicherheit und es stehen uns die Besuche der Städte San Diego, Los Angeles und San Francisco und der Inseln Hawaii und Samoa bevor.

Grandioses Schauspiel

Kaum unter der Golden Gate Brücke von San Francisco durchgefahren, und schon sichten wir auf dem offenen Pazifik die Wasserfontänen zahlreicher Wale. Es müssen Grauwale sein, die auf dem Weg von Alaska in die wärmeren Gewässer der Südsee sind, um dort ihre Jungen zu gebären. Durch das Atemloch presst der Wal seine Luft wie eine Fontäne in die Höhe. Dann kommt seine Rückenflosse zum Vorschein, danach die Schwanzflosse, um dann gleich wieder abzutauchen. Oft schraubt er sich aus dem Wasser, um sich dann auf die Seite oder auf den Rücken ins Wasser zurück fallen zu lassen. Ein grandioses Schauspiel. Nach dem ersten Regen und kalten Temperaturen in San Francisco wird es wieder merklich wärmer, denn die Luminosa nähert sich in südwestlicher Richtung dem Äquator.

Lotti Studer

Nachrichten zu Vermischtes »