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Bern

Am Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt

In der Nacht auf kommenden Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Dann gilt wieder die Normalzeit. Diese entspricht in der Schweiz seit rund 125 Jahren der mitteleuropäischen Zeit.

(sda) Die Sommerzeit endet in der Nacht auf den 27. Oktober um 3 Uhr. Dann werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Laut einer Mitteilung des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (Metas) vom Dienstag ist dabei fälschlicherweise oft von einer Umstellung auf die Winterzeit die Rede. Eine solche gebe es jedoch nicht.

Zur Zeit ist die Abschaffung der saisonal bedingten Zeitumstellung insbesondere in den Nachbarstaaten der Schweiz ein politisches Thema. In einer gesamteuropäischen Umfrage hat sich eine grosse Mehrheit gegen die Zeitumstellung ausgesprochen. Umstritten bleibt allerdings, ob immer Sommerzeit oder Normalzeit herrschen solle.

Die EU-Staaten haben sich Ende 2018 mehr Zeit für die Abschaffung der Zeitumstellung ausbedungen. Ein Ende der halbjährlichen Prozedur ist vorerst nicht absehbar, wie Anfang Juni dieses Jahres bekannt wurde. Die EU will mehr Zeit für die Umstellung, um einen Zeitzonen-Flickenteppich verhindern und das reibungslose Funktionieren des EU-Binnenmarktes nicht zu gefährden. Als frühest mögliches Datum für eine letztmalige Zeitumstellung gilt der Oktober 2021.

Die Schweiz verfolgt diese Entwicklung laut Metas und wird sorgfältig prüfen, ob eine allfällige Anpassung der Zeitregelung sinnvoll und im Interesse der Schweiz ist.

Im April stellte ein Komitee um die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann und Hornkuh-Initiant Armin Capaul die Initiative "Ja zur Abschaffung der Zeitumstellung" vor. Künftig soll demnach ganzjährig die mitteleuropäische Zeit gelten in der Schweiz.

Eingeführt wurde die Sommerzeit 1973 in Europa anlässlich der Ölkrise und mit dem Gedanken, Energie zu sparen. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Bundesrat und Parlament folgten 1980 vor allem aus wirtschaftlichen Gründen dem Vorgehen der Nachbarstaaten.

Der erwünschte ökologische Effekt blieb aber aus. Gegner der Zeitumstellung haben deshalb in den vergangenen Jahren Oberwasser erhalten.

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