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A5-Umfahrung: Kanton prüft Porttunnel

A5-Umfahrung: Kanton prüft PorttunnelNidaus Stadtpräsident freut es, dass der Kanton die Variante Po

rttunnel eingehend studieren will. Weniger euphorisch tönt es in Port, Brügg und Biel.
<BR><BR>Bettina Epper und Ricardo Tarli
<BR><BR>Erfolg für Bernhard Stähli: In den letzten Monaten hat sich der Nidauer Stadtpräsident dafür eingesetzt, dass der Kanton bei der Planung des Westastes der A5-Umfahrung die Möglichkeit eines Porttunnels prüft. Das geschieht nun (siehe Artikel Titelseite). «Ich bin zufrieden. Der Kanton hat begriffen, dass der Tunnel eine Alternative ist, die es verdient, geprüft zu werden. Es wäre schade gewesen, die Idee fallen zu lassen. Dann hätte man in ein in ein paar Jahren vielleicht rückblickend sagen müssen: Hätten wir damals doch den Tunnel gebaut.?»
«Es muss vorwärts gehen»
Weniger euphorisch als in Nidau tönt es in Brügg, Biel und Port. «Wir sind nicht erfreut über den Porttunnel», sagt Brüggs Gemeindepräsident Charles Krähenbühl. Er befürchtet mehr Verkehr für das Dorf. «Statt in Biel käme der Verkehr in Brügg raus.» Allein an der Erlenstrasse erwartet er 1000 bis 2000 zusätzliche Fahrzeuge, würde der Tunnel gebaut. Davor graut Krähenbühl: «Wir können unsere Bevölkerung nicht mit noch mehr Verkehr belasten.» Brüggs Gemeindepräsident zeigt aber auch Verständnis für das Anliegen von Nidau. «Wir sträuben uns nicht gegen eine gründliche Abklärung.»
In Biel tönt es ähnlich. «Wir können damit leben, dass die Variante Porttunnel abgeklärt wird», sagt Biels Baudirektor Hubert Klopfenstein, «auch aus Solidarität mit Nidau.» Klopfenstein ist jedoch nicht Feuer und Flamme für den Tunnel, weil er die Umfahrung um Jahre verzögern könnte. Der Tunnel sei nur dann sinnvoll, wenn er bei Verkehr, Städtebau und Umweltverträglichkeit eine «wesentliche Verbesserung» für Biel brächte. Auch Ulrich Trippel, Gemeindepräsident von Port, will nicht länger auf die Autobahnumfahrung warten: «Es muss endlich vorwärts gehen. Eine Verzögerung ist nur dann vertretbar, wenn der Tunnel gewaltige Vorteile brächte.»
Ein halbes Jahr Verzögerung
Auch für den Kanton ist zentral, dass die eingehende Prüfung des Porttunnels nicht zu einer Verzögerung des gesamten Projektes führt. Deshalb wird die Studie das Gesamtprojekt lediglich um rund ein halbes Jahr verzögern. «Das ist nicht viel bezüglich des ganzen Projektes», sagt die zuständige Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer. «Bis 2009 brauchen wir Zeit, um beurteilen zu können, ob der Tunnel besser ist als die andere Variante.» Zeigt sich, dass der Porttunnel wesentliche Verbesserungen - seien das verkehrliche, städtebauliche oder raumordnerische - bringt, würde sich das Gesamtprojekt A5-Umfahrung Biel jedoch um zwei bis fünf Jahre verzögern.
Bevölkerung informieren
Neben der Optimierung des Anschlusses Biel Zentrum (siehe Titelseite) ist Egger-Jenzer wichtig, dass die Bevölkerung besser informiert wird. Dazu wird eine Begleitgruppe gebildet, die neben den politischen Behörden Quartierverbände, Interessenorganisationen, Verkehrs- und Umweltverbände sowie politische Parteien einschliesst. Entscheidungskompetenzen hat die Gruppe nicht, wie Egger-Jenzer sagt: «Sie soll als Informations- und Diskussionsplattform dienen».
Bei so grossen Projekten wie der A5-Umfahrung ist das ein normales Vorgehen. In Biel jedoch gab es solches bislang nicht. «Die Behördendelegation besteht seit Jahren, wir haben nicht daran gedacht, dass es eine Begleitgruppe brauchen könnte», sagt Egger-Jenzer. «Bis vor kurzem hatten wir geglaubt, dass die ganze Region geschlossen hinter dem Autobahnanschluss steht. Dass sich jetzt Opposition gebildet hat, erstaunt mich jedoch nicht, da man mittlerweile konkreter weiss, welche Häuser oder Bäume der Strasse weichen müssen. Das bedeutet aber auch, dass das Informationsbedüfnis jetzt da ist.» In Port, Brügg und Biel hält sich die Freude über den Tunnel in Grenzen. Beim Porter Stauwehr käme ein Portal zu stehen.

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