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Auch Vögel müssen baden

Vögel brauchen Wasser nicht nur, um ihren Durst zu löschen. Das flüssige Nass ist wichtig, damit sie ihr Federkleid richtig pflegen können. Denn nur so sind sie gegen Hitze oder Kälte geschützt

Bei grosser Sommerhitze müssen auch Vögel mehr trinken. Symbolbild: Pixabay

Angelika Lensen

Wasser ist für Vögel genauso lebenswichtig wie für uns Menschen. Das gilt für alle Jahreszeiten. Meist können sich die Piepmätze prima selbst mit Wasser versorgen. Wenn aber im Winter wochenlang strenger Frost herrscht oder es im Sommer lange Zeit heiss und trocken ist, dann bekommen die gefiederten Freunde Probleme. Ein wenig menschliche Unterstützung, wenn im Winter das Wasser gefriert oder im Sommer die Sonne vom Himmel brennt, ist dann unerlässlich.

Vögel sind Warmblüter und ihre Körpertemperatur liegt bei etwa 40 Grad Celsius. Vögel benötigen Wasser, um alle Körperfunktionen aufrecht zu erhalten – genau wie wir. Dennoch können sie eine Umgebungstemperatur von 44 Grad vertragen, was für uns Menschen schon schwierig zu ertragen ist.

 

Federn als Schutz
Übrigens baden Vögel im Sommer und Winter, um ihre Federn wasserabweisend zu machen. Nach dem Bad wird nämlich eine Art Fett aus der Bürzeldrüse über das gesamte Federkleid geschmiert. Die Bürzeldrüse sitzt bei Vögeln auf der Oberseite der Schwanzwurzel. Durch das Einfetten kann zwischen den Federn besser Luft gespeichert werden und das wirkt isolierend gegen Hitze und Kälte. Nur in sehr kalten Wintern sollten Vögel nicht baden, denn bei strengem Frost gefrieren sonst ihre Federn. Im Sommer stellt bei hohen Temperaturen Überhitzung eine Gefahr für Vögel dar, besonders wenn sie in der Stadt leben und dort ihre Nester bauen. In den Städten lässt sich bei extremem Wetter kaum Wasser finden, um sich abzukühlen und das Federkleid zu pflegen. Pfützen und kleine Wasserlöcher trocknen oft aus.

Vögel besitzen keine Schweissdrüsen. Daher versuchen sie, durch das Spreizen der Flügel und das weite Öffnen des Schnabels trotzdem Feuchtigkeit zu verdunsten. Eine Art Schwitzen, denn das Schwitzen bedeutet Abkühlung. Überhitzung stellt eine Gefahr für die Piepmätze dar, aber die Abkühlung durch Feuchtigkeitsverlust ebenso. Der Vogel kann mehr Flüssigkeit verlieren, als er getrunken hat und dann trocknet er aus.

 

Optimaler Platz
Mit dem Aufstellen von Vogeltränken kann man den gefiederten Gartenbewohnern ein wenig helfen. Die Vögel können trinken und darin baden, um sich abzukühlen und das Federkleid zu pflegen. Vogeltränken kann man kaufen, aber auch mit vorhandenem Material selbst basteln. Zum Beispiel kann man ein grosses Rhabarberblatt mit Beton behandeln, oder man verwendet einen oft schon vorhandenen Terrakotta-Untersetzer für Pflanzen. Vögel bevorzugen Plätze mit Sträuchern in der Nähe, in die sie sich flüchten können. Optimal sind Gefässe, die nicht zu viel Wasser enthalten. Vögel haben Angst vor tiefem Wasser und eine Vogeltränke mit viel Wasser werden sie eher meiden als nutzen. Eine flache Schale, die nicht mehr als fünf Zentimeter Wasser fasst, eignet sich prima.

Im Sommer muss das Wasser regelmässig erneuert werden und im Winter darf es nicht gefrieren. Die Vogeltränke darf nicht mit Putzmitteln gereinigt werden, fliessendes Wasser und eine Bürste reichen vollkommen aus. Sonst könnten Putzmittelrückstände sich im Wasser lösen und die Vögel krank machen.

Stichwörter: Kinderblatt, Vogel, Trinken, Hitze, Tiere

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