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Archäologie Pfahlbauer

Wenn die Wellen neue Siedlungen freispülen

30 Jahre ist es her, als letztmals rund um den Bielersee Pfahlbauersiedlungen dokumentiert wurden. Jetzt tauchen die Archäologen erneut unter Wasser, um das ganze Seeufer abzusuchen. Ganz selten entdecken sie dabei neue Siedlungen – so wie letzthin in Mörigen.

  • 1/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
  • 2/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
  • 3/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. Dieser Spinnwirtel lag unbedeckt auf dem Seegrund. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
  • 4/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
  • 5/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
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  • 7/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
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  • 9/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
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  • 11/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
  • 12/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
  • 13/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
  • 14/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
  • 15/15 Vermessungsarbeiten: Archäologe Lukas Schärer und Taucheinsatzleiter Daniel Steffen überwachen vom Boot aus die Arbeiten unter Wasser. copyright: sarah bittel/bieler tagblatt
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Deborah Balmer

Die vier Männer tragen dicke Trockenanzüge, um sich gegen die Kälte und Nässe zu schützen. Sie sehen damit fast so aus, als wären sie aus der Zukunft angereist. Doch die Truppe um den Archäologen Lukas Schärer und den Taucheinsatzleiter Daniel Steffen ist unterwegs in die Vergangenheit. Das Arbeitsmaterial: ein einfaches Motorboot, beladen mit Sauerstoffflaschen, Atemmasken und einer Unterwasserkamera. Aber auch mit langen Metallstangen, Plastikrohren und leeren Kisten, um darin Fundstücke aus der Pfahlbauerzeit zu lagern. Material, das auf dem Grund des Bielersees liegt und aus einer längst vergangenen Zeit stammt. Das Interesse von Schärer und seinem Team gilt den Pfahlbauern, die ihre Siedlungen zwischen 3900 und 800 vor Christus in der Region gebaut haben.

Das Motorboot verlässt ratternd die Tauchstation des Archäologischen Dienstes des Kantons in Sutz-Lattrigen. Der kalte Wind bläst allen gnadenlos ins Gesicht. Der Nebel liegt so dicht über dem Wasser, dass die Mannschaft ihren Arbeitsplatz – etwas mehr als zehn Minuten von der Station am rechten Bielerseeufer entfernt – ohne Navigationsgerät nur schwer finden würde. Neun Grad kalt ist das Wasser. Keine Verhältnisse, bei denen man gerne taucht. Doch für den jungen Archäologen Lukas Schärer und sein Team sind es ideale Bedingungen: Kein Wind, der die Sicht unter Wasser trübt, und gleichzeitig nur so starker Nebel, dass es nicht gefährlich wird. Der Winter ist zudem ideal für die Unterwasserarchäologen, weil dann wenig Seegras wächst, keine störenden Badegäste im See schwimmen und es wenig andere Motorboote hat, die den Arbeitsablauf stören.

Handschuhe und Atemmaske

Unweit des Ufers, an einer Stelle, wo in den Sommermonaten Leute baden, hält das Boot an. Ein paar dünne Metallstangen ragen aus dem Wasser. Ein Laie stellt keinen Zusammenhang zu den Pfahlbauern her. Doch die Gruppe war hier bereits mehrere Male auf den Spuren der Pfahlbauer unterwegs und nahm Vermessungsarbeiten vor. Zwei von ihnen machen sich nun erneut für einen Tauchgang bereit. Die anderen helfen, die Handschuhe und die Atemmaske anzuziehen, so dass später kein Wasser eindringt.

Vom Boot aus sieht man bis auf den Seegrund. Das eigene Auge stellt nichts Auffallendes fest, ausser, dass der Boden mit einer dichten Schicht von Steinen belegt ist. Laut Schärer ist aber genau das ein deutlicher Hinweis dafür, dass hier einmal Pfahlbauer lebten – etwa, weil damals Werkzeuge aus Stein hergestellt wurden und dabei immer auch Abfall angefallen ist. Auch Herdstellen waren aus Stein.

Und dann kommt das wirklich Überraschende: Wer nochmals genauer durchs Wasser blickt, sieht von blossem Auge deutliche Überreste der Pfahlbauer. «Sehen Sie dort den grossen flachen Stein?», fragt Urs Messerli, einer der Taucher, und zeigt ins seichte Wasser. Erkennbar ist ein Mühlstein, mit dem die Pfahlbauer ihr Getreide verarbeiteten. Auch auf ein Stück Keramik weisen die Experten hin, und weiter auf ein langes Stück Holz aus Eiche. Letzteres war vor tausenden von Jahren Teil eines Hauses. Es ist faszinierend, dass es bis heute erhalten blieb.

Kaum unter Wasser, kommen die Taucher mit weiteren Alltagsgegenständen aus der Pfahlbauerzeit wieder hoch. Messerli hält einen kleinen, fein bearbeiteten und flachen Stein mit einem Loch in der Mitte in den klobigen Handschuhen. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Schmuckstück aus der Gegenwart, ist ein Spinnwirtel: ein Werkzeug zum Verspinnen von Fasern. Nur kurz später zeigt der Taucher Carlos Pinto ein Verbindungsstück eines Beils aus Hirschgeweih. «Auch Knochen sieht man manchmal bereits vom Boot aus, dabei handlet es sich meist um Speisereste», so Schärer. Die Fundstücke werden sorgsam in die Kiste gelegt.

Neue Siedlung in Mörigen

Hinter der Tatsache, dass die Zeit der Pfahlbauer ihre Relikte so einfach frei gibt, steht ein zerstörerisches Problem. Viele der neolithischen und bronzezeitlichen Ufersiedlungen sind durch Erosion bedroht. Besonders markant ist das im Flachwasserbereich des Neuenburger- und Bielersees. Der Kanton Bern will nun Gegensteuer geben. In den kommenden vier Jahren werden die Ufersiedlungen in allen Berner Seen inventarisiert und deren Zustand erhoben. 970 000 Franken hat der Regierungsrat für das Projekt gesprochen. Die Arbeiten von Schärer und seinem Team werden aufzeigen, wo es Spuren der Pfahlbauer gibt und welchem Zerstörungsprozess sie ausgesetzt sind. Nach dieser Erfassung kann beurteilt werden, ob es Schutzmassnahmen braucht und wenn ja, welche.

Schärer übergibt einem Taucher ein Bündel Plastikrohre, sogenannte Erosionsmarker, dazu einen schweren Hammer. «Wir schlagen sie in den Seegrund ein, bis nur noch der markierte Teil herausschaut, so können wir die Seegrundveränderung mitverfolgen.» Während die Archäologen den Stand der Erosion erfassen, vergrössern sie praktisch nebenbei ihre wissenschaftlichen Kenntnisse. Besonders, wenn sie Teile von neuen Siedlungen finden, so, wie kürzlich in einer Bucht bei Mörigen. Dabei handelt es sich um eine Siedlung aus dem Jahr 3140 vor Christus, die etwa 100 Meter südwestlich von einer bekannten Fundstelle entfernt liegt. «Es ist in Mörigen die erste dieser Zeitepoche und wird uns neue Erkenntnisse bringen», so Schärer. Neben Mörigen stiess man kürzlich im Thunersee auf neue Siedlungen. Und im Uferbereich der St. Petersinsel vermutet man neue Fundstellen.

Die erste Bestandesaufnahme der Fundstellen im Bielersee wurde Mitte der 1980er-Jahre durchgeführt. 30 Jahre später wird nun deren Zustand erneut erhoben (siehe Grafik). «Manchmal finden wir dabei auch Dinge, die wir nicht einordnen können», sagt Schärer. So wie letzthin ein sichelförmiges Holz, das im Querschnitt quadratisch ist. Wozu das den Pfahlbauern wohl gedient hat? «Wir wissen es nicht, können nur Vermutungen anstellen», so Schärer. «Es könnte sich um ein architektonisches Element handeln.» Sicher ist: Genau gleiche Holzstücke wurden schon anderswo gefunden.

Perfekte Konservierung

Noch immer ist es kalt. Schärer übergibt den Tauchern die Unterwasserkamera. Jeder Fund wird im Wasser fotografiert und der exakte Fundort mittels GPS ermittelt und festgehalten. Während im Hintergrund über ein Gerät die regelmässigen Atemgeräusche der beiden Taucher zu hören sind, erklärt Schärer, was ihn an seiner Arbeit fasziniert: «Es ist die wissenschaftliche Arbeit, kombiniert mit der Möglichkeit, oft draussen zu sein.» Und anders als ein Archäologe, der nach einer römischen Villa sucht, findet er nicht nur festes Material, sondern auch organisches, wie Holz, Textilen und sogar Nahrungsreste. «Das ist natürlich genial», sagt er. Zu verdanken haben die Taucharchäologen das der perfekten Konservierung im feuchten Seegrund.

Lukas Schärer, Archäologe

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Warum findet man im Bielersee Bast, aber keine Wolle?

Sie haben in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit an den Seeufern der Region gelebt. Über die Lebensweise der Pfahlbauer kennt man viele Details, weil ihre Spuren ideal konserviert wurden.

Deborah Balmer

Wann lebten die Pfahlbauer? Die Pfahlbauer lassen sich im Gebiet des Kantons Bern von 4300 bis 800 v. Chr. nachweisen. Die ältesten Ufersiedlungen an den Juraseen beginnen nach 4000 v. Chr., in der Jungsteinzeit. Typisch für diese Zeit: Die Menschen betrieben Ackerbau und Viehhaltung, waren sesshaft und kochten ihre Speisen in Tongefässen. Die Bronzezeit begann in der Schweiz etwa um 2200 v. Chr. und endete 800 v. Chr. Die Zeit war durch Verwendung von Schmuck und Werkzeugen aus Kupferlegierung gekennzeichnet.

Weshalb liegen die Pfahlbauerdörfer unter Wasser? Weil der Seespiegel seit der Jungsteinzeit gestiegen ist, liegen die Reste der Pfahlbauerdörfer heute unter Wasser.

Durch welche Art von Zerstörung sind die Siedlungen bedroht? Die Reste der Seeufersiedlungen liegen heute fast überall in der Flachwasserzone und sind einer aggressiven Erosion ausgesetzt. Ursachen dafür sind unter anderem regulierende Eingriffe wie die Juragewässerkorrektion. Aber auch die vielen Uferverbauungen und der Schiffsverkehr tragen zu stärkerem Wellengang bei. Die Erosion der Flachwasserzone führt zu einer grossflächigen Abtragung von Sedimenten über archäologischen Schichten.

Was passiert, wenn die Erosion fortschreitet? Wenn die Sedimente fehlen, werden innerhalb kurzer Zeit die organischen Funde aus Holz, Rinde und Pflanzenfasern zerstört. Härtere Objekte wie Keramik überdauern diesen Prozess länger, aber auch sie erodieren und verlieren ihr archäologisches Potenzial.

Welche Schutzmassnahmen werden vorgenommen? Erodierte und bereits weitgehend geschädigte Pfahlfelder werden, bevor sie endgültig verschwunden sind, grossflächig dokumentiert, die Funde gesammelt und die Bauhölzer beprobt und analysiert. Noch gut erhaltene Siedlungsteile werden nicht ausgegraben, sondern mit geeigneten Massnahmen geschützt. Am besten bewährte sich dabei die Abdeckung des Seegrundes mit einem Geotextil und die anschliessende Überschüttung mit einer dünnen Kiesauflage. Diese schützt auch vor zerstörerischen UV-Licht. Sicher ist: Ohne künstliche Schutzmassnahmen werden die Pfahlbauten die nächsten Jahrzehnte nicht überstehen.

Wie wurde das alte Pfahlbaubild revidiert? Lange herrschte das Bild von Häusern auf Plattformen im Wasser vor. Doch die Vorstellung über das Aussehen der Pfahlbauersiedlungen veränderte sich im Laufe der Zeit. Es wurde erkannt, dass es vielfältige Konstruktionslösungen und Standortmöglichkeiten gab – also auch eine ebenerdige Bauweise. Der Begriff Pfahlbauten blieb jedoch weiterhin allgemein gebräuchlich.

Wie konnten organische Fundstücke so lange erhalten bleiben? Im Seesediment und im dauerfeuchten Boden sind die organischen Substanzen bestens konserviert. Es sind Bedingungen, die für die meisten Mikroorganismen nicht ideal sind. Der Zersetzungsprozess wird aufgehalten. So finden die Archäologen also Jahrtausende altes Holz, Leder, Knochen und Textilien. In den Seeufersiedlungen des Bielersees sind aufgrund des leicht erhöhten pH-Wertes Holz-, Rinden- und Bastobjekte sehr gut erhalten geblieben – also Material, das aus Zellulose besteht. Häufig gefunden wurden auch Geweihe und Knochen. Leder und Wolle hingegen erhalten sich vor allem in leicht saurem Grund. Aus dem Bielersee sind sie bisher nicht überliefert.

Wie kann ein Stück Holz datiert werden? Mit Hilfe von Dendrochronologie können die Holzreste von Pfahlbauersiedlungen datiert werden. Der Archäologische Dienst der Kantons Bern verfügt über ein Labor, in der er diese Methode nutzt und Hölzer untersucht. Im Querschnitt eines Baumes führen die klimatischen Schwankungen eines Jahres zu unterschiedlich breiten Jahresringen. Dieses Muster kann als individuelle Wachstumskurve dargestellt werden. Die einzelnen Kurven werden mithilfe von Überlappungen zu einer Referenzkurve zusammengehängt. Umgekehrt kann die Wachstumskurve eines Baumes auf der Referenzkurve lokalisiert werden.

Was ist Silex? Die Archäologen finden im Bielersee immer wieder sogenannte Feuersteine (Silex), auch «der Stahl der Steinzeit» genannt. Aus diesem harten Gestein wurden unter anderem Pfeilspitzen, Erntemesser und im 3. Jahrtausend v. Chr. auch Dolche gefertigt.

Was ist ein Spinnwirtel? Pflanzliche Textilfunde gehören zu den Kostbarkeiten der Pfahlbauforschung. Hergestellt sind sie aus Baumbast, vor allen von Linden oder Eichen und aus angebautem Lein, aus dessen Stängeln sich Flachfasern gewinnen lassen. Bastfasern, Lein und Wolle wurden mithilfe einer Spindel zu Faden gesponnen: Spinnwirtel aus gebranntem Ton oder flachen Kieseln sind Zeugen des Spinnens.

Was muss ein Privater tun, der auf archäologische Funde stösst? Wer als Taucher auf archäologische Reste stösst, sollte den kantonalen archäologischen Dienst darüber informieren. Der Bielersee verfügt über eine Seepolizei, die ebenfalls Fundmeldungen entgegennimmt. In der Vergangenheit haben Taucher mehrfach wichtige Hinweise geliefert.

Wann endete die Zeit der Pfahlbauer? Praktisch zu Beginn der Eisenzeit (kurz vor 800 v. Chr.) endete die Zeit der Pfahlbauer. Den Grund dafür sehen die Archäologen unter anderem in einer Klimaverschlechterung in dieser Zeit. Sie führte zum erneuten Anstieg der Seespiegel, die die Siedler vom Ufer verdrängten.

Quelle: «Die Pfahlbauer», am Wasser und über den Alpen. Archäologischer Dienst des Kantons Bern.

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111 Pfahlbauerorte gehören zum Kulturerbe

  • Seit 2011 gehören 56 Pfahlbaufundstellen in der Schweiz zum Unesco-Welterbe «Pfahlbauten rund um die Alpen». Auch Pfahlbauten in Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Frankreich gehören auf die Liste des Welterbes mit insgesamt 111 Fundstellen.
  • Im Drei-Seen-Land wurden 22 Fundstellen auf die Liste aufgenommen (siehe Grafik).
  • Von sechs Unesco-Fundstellen im Kanton Bern liegen fünf am Bielersee und eine im Lobsigensee. Darunter die Fundstelle Rütte in Sutz-Lattrigen, eine der am besten erforschten Fundstellen im Seeland.
  • Die Pfahlbauten sind das erste Welterbe, das unter Wasser liegt. Das gleiche Unesco-Label tragen das Weinbaugebiet Lavaux und die Berner Altstadt. bal

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Fundplätze rund um den Bielersee

Mehr über das Leben der Pfahlbauer erfährt man in Museen der Region. So in der Ausstellung im Untergeschoss des Gemeindehauses Lüscherz, die auf den 1924 geborenen und 2003 verstorbenen Lüscherzer Hans Iseli zurückgeht. Bereits im Alter von zehn Jahren sammelte er Pfahlbau-Relikte. Bei klarem Wasser glitt er über den seichten Bereich der ehemaligen Siedlungsareale. Erkannte er auf dem Grund ein Artefakt, schob er es auf eine Kelle und hob es aus dem Wasser. Auf diese Weise hat er in 60 Jahren mehr als 10 000 Funde aus Stein, Knochen, Geweih und Ton zusammengetragen. Im Museum Laténium in Neuenburg begibt man sich ebenfalls auf die Spuren der Pfahlbauer. Bereits vor dem Gebäude veranschaulicht ein nachgebildetes Pfahlbauerhaus das Leben von damals.

Und die Sammlung im Neuen Museum Biel geht auf Friedrich Schwab zurück, der sich intensiv um den Aufbau seiner «Pfahlbausammlung» bemühte: Über 4500 prähistorische Objekte kommen zusammen. Diese stammen vorwiegend vom Grund des Bieler-, Neuenburger- und Murtensees und datieren in die Jungstein-, Bronze- und Eisenzeit. bal

 

Museen der Region zeigen das Leben der Pfahlbauer

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